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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 10.02.2012
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Bürgermeister und Kämmerer vertreten Erhöhung der Gewerbesteuer Mit der Einbringung des Haushaltsplanentwurfes 2012 hat eine öffentliche Diskussion um die von der Stadt Iserlohn vorgeschlagene Erhöhung der Gewerbesteuer eingesetzt. Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Stadtkämmerer Friedhelm Kowalski vertreten die Auffassung, dass die Erhöhung der gewinnabhängigen Gewerbesteuer moderat und als Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes notwendig und unverzichtbar ist. Es sei nicht zu erwarten, dass dies auf die Zustimmung der Unternehmensverbände treffe, wie auch die öffentlichen Stellungnahmen zeigten. Deshalb erscheine es aus städtischer Sicht sinnvoll, noch einmal darauf einzugehen: Die vorgeschlagene Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes von 440 auf 480 Prozentpunkte entspricht einer Anhebung von 9,1 Prozent. Es wäre die erste Anhebung in Iserlohn nach elf Jahren. Als Grundlage wurden die Gewerbesteuerhebesätze aller nordrhein-westfälischen Städte zwischen 75 000 und 125 000 Einwohnern verglichen. Danach hätte der einwohnergewichtete Vergleichssatz für Iserlohn im Jahr 2011 bereits bei 469 Prozentpunkten gelegen. Die für 2012 vorgeschlagenen 480 Prozent liegen damit knapp über dem Durchschnitt. Iserlohn hat im Städtevergleich ein unterdurchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen und eine unterdurchschnittliche Steuerkraft. Trotzdem ist Iserlohn nach den Kriterien des Neuen Kommunalen Finanzmanagements die wohlhabendste Stadt im Sauerland und hat über fünfzig Prozent ihres Vermögens durch Eigenkapital gedeckt. Aktuell gibt es jedoch das Problem eines nur begrenzten Zeitfensters zur weiteren Sanierung des Haushaltes. Durch die Haushaltsdefizite der letzten drei Jahre, verursacht durch die Weltwirtschaftskrise, sind die Kassenkredite der Stadt auf 51 Millionen Euro angestiegen. Gerät die Stadt noch tiefer in diese so genannte Kassenkreditfalle, wird sie aus der Verschuldungsspirale nicht mehr herauskommen. Daher sind Bürgermeister und Stadtkämmerer zu der Überzeugung gelangt, dass nur noch in diesem Jahr die Chance besteht, die Entwicklung umzukehren. Ziel ist es, in vier Jahren einen ausgeglichenen Haushalt zu haben. Ein Abwarten auf eine weitere Wirtschaftsverbesserung oder auf eine Entlastung der Kommunen durch Bund und Land könnte der Stadt die letzte Chance rauben, wieder zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückzukehren. Nach Meinung von Bürgermeister Dr. Ahrens und Kämmerer Kowalski spiele der Gewerbesteuerhebesatz bei Standortentscheidungen von Unternehmen eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr komme es auf andere Faktoren wie Grundstücksverfügbarkeit und -preise, Verkehrsanbindungen, qualifizierte Arbeitskräfte usw. an. In einem ausführlichen Schreiben an die Wirtschaftsverbände haben sie ihre Auffassung zu der geplanten Gewerbesteuererhöhung erläutert und gleichzeitig ihr Interesse an einer Diskussion und an einer Beratung bekundet sowie die Gründung eines gemeinsamen Arbeitskreises angeregt.
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