Bocholt, 23. Februar 2012
„Ich küsse dich auf deine vier Buchstaben“
Szenen aus „Liebesbriefe an Hitler“ im August-Vetter-Berufskolleg
Bocholt (PID).
Ein amerikanischer Soldat entdeckte 1945 in den Trümmern der „Reichskanzlei“ mehrere tausend Briefe - Liebesbriefe an Hitler - der Tenor zum Teil zurückhaltend, oft aber auch forsch. Hitler hat die Briefe nie gelesen. Am Montag, 27. Februar, werden Szenen daraus vorgelesen. Beginn: 20 Uhr im August-Vetter-Berufskolleg.
14 Briefe werden zusammen mit weiteren Dokumenten aus dem zweiten Weltkrieg vorgestellt. Sie bezeugen das Ausmaß des Wahnsinns, der im dritten Reich herrschte, aus einem ganz eigenen Blickwinkel. Die meisten „Schriftstellerinnen“ wollten ihn - Hitler - nur einmal aus der Nähe sehen. Ihre Briefe beginnen mit „Purzelchen“, „Wölfchen“ oder auch „mein lieber zuckersüßer Adolf“. Sie schickten ihm Kuchen und Handarbeiten. Die einen wünschten sich ein Kind von Adolf Hitler. Andere wollten wohl einfach nur Sex und schrieben: „Ich küsse dich auf deine vier Buchstaben und tue Front frei. Mehr Patriotismus kann man nicht verlangen. Heil Adolflein!“
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bocholt, Annette Hünting, und das Stadttheater Bocholt e.V. holen die szenische Lesung mit dem Titel „Liebesbriefe an Hitler“ im Rahmen des Internationalen Frauentages 2012 nach Bocholt. Karten sind im VVK beim Theaterbüro oder an der Abendkasse im August-Vetter-Berufskolleg erhältlich. Preis: 7 Euro. Im Anschluss an die Lesung gibt es Gelegenheit das Gehörte mit den Darstellern zusammen zu reflektieren.