12. März 2012. Die Kürzung der Solarförderung trifft bei der Stadt Kassel auf zunehmenden Protest. Sowohl Oberbürgermeister Bertram Hilgen als auch Stadtbaurat Christof Nolda äußerten sich tief besorgt und forderten eine Korrektur. „Das schadet der wirtschaftlichen Entwicklung Nordhessens und gefährdet hoch qualifizierte Arbeitsplätze – nicht nur beim Technologieführer SMA, sondern auch im heimischen Handwerk“, sagte der OB.
Für die Solarstadt Kassel stehe in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein Investitionsvolumen von 50 bis 70 Millionen Euro auf dem Spiel. Diese Summe hätten der Energieversorger Städtische Werke und die Stadt auf Grundlage der bisherigen Förderung errechnet. Nun müsse diese Prognose überarbeitet werden. „Die Bundesregierung ist mit starkem PR-Aufwand massiv in die Förderung der Solarenergie eingestiegen, jetzt lässt sie Kommunen und private Interessenten plötzlich auf halber Strecke allein.“
In Kassel seien zurzeit rund 2.700 Flächen für Fotovoltaik und Solarthermie genutzt. Das verbleibende Potenzial betrage jedoch noch vorsichtig geschätzte 100.000 MWh pro Jahr. Eine Kürzung der Solarförderung werde eine Entscheidung für eine Anlage erschweren.
Auch die Stadt wolle auf eigenen Dachflächen Fotovoltaik-Anlagen installieren – hier seien einige Dächer noch zu entwickeln wie z.B. Feuerwache 1 und Martin-Luther-King-Schule mit jeweils 300 qm. Ein Freiflächenpotenzial von ca. 4-5 MW besteht nach derzeitigen Erkenntnissen.
Den Anstrengungen der Stadt und deren Bürgerinnen und Bürgern um den Ausbau regenerativer Energien werde der Boden unter den Füßen weggezogen. So werde derzeit das Integrierte Klimaschutzkonzept für die Stadt Kassel erarbeitet, doch dessen Erfolg setzt einen schnellen Ausbau regenerativer Energien zur nachhaltigen Reduzierung der CO2 Emissionen voraus.
„Wir wollen zudem das ehrgeizige Ziel des hessischen Energiegipfels erreichen, bis zum Jahr 2050 den Endenergieverbrauch in unserem Bundesland möglichst zu 100% aus erneuerbaren Energien zu decken. Ohne Not würden der erreichte gesellschaftliche Konsens zur Energiewende und private und öffentliche Investitionen infrage gestellt,“ so OB Hilgen und Stadtbaurat Nolda abschließend.
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