Gründung des MRE-Netzwerks Nordhessen

02. April 2012. Zur Bekämpfung resistenter Erreger soll in Kooperation der nordhessischen Landkreise ein überregionales Multi-Resistente-Erreger-Netzwerk (MRE-Netzwerk) Nordhessen gegründet werden. Ein entsprechender Beschluss für das Netzwerk hat der Magistrat gefasst. Nun müssen die Netzwerkpartner zu Gründung und näheren Ausgestaltung eine Kooperationsvereinbarung konzipieren und unterzeichnen. „Durch Netzwerke kann der Kampf aufgenommen werden. Wir tun unseren Teil dazu“, unterstrich Gesundheitsdezernentin Anne Janz. Ein regionales MRSA-Netzwerk Region Kassel wurde bereits im März 2009 gegründet.

In den vergangenen Jahren wurde eine Zunahme von Antibiotika Resistenzen bei bestimmten Krankheitserregern verzeichnet, für die es immer weniger Behandlungsmöglichkeiten gibt und deren Erreger praktisch kaum noch therapierbar sind. Jährlich infizieren sich etwa 500.000 Menschen mit Krankenhausinfektionen und resistenten Erregern, davon sind etwa 20-30 Prozent vermeidbar, Anfang der neunziger Jahre waren nur ein bis zwei Prozent multiresistent. Ca. 10.000 Patienten versterben an einer im Krankenhaus erworbenen Infektion. Diese Infektionen können nur durch eine bessere Einhaltung von Hygieneregeln, die sachgerechte Verordnung von Antibiotika und übergreifende Präventionsansätze gesenkt werden.

Durch die MRE-Netzwerke sollen Ärzte sowie andere med. Dienste und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens besser zusammen arbeiten und somit Erreger mit speziellen Resistenzen besser erkennen, verhüten und bekämpfen können. Dr. Karin Müller, die Leiterin des Gesundheitsamts der Region Kassel betonte, dass Modelle aus Holland bereits zeigen, dass man unter anderem mit gut ausgebauten Netzwerken die Infektionsrate von multiresistenten Erregern deutlich senken könne.

Das Hessische Sozialministerium hat signalisiert, dass es im Rahmen der Hessischen Hygieneordnung notwendig sei, zur Bekämpfung resistenter Erreger überregionale Netzwerke zu bilden. Ziel ist es, die bereits in den einzelnen Landkreisen gegründeten regionalen MRSA-Netzwerke in ihrem Kampf nun auch gegen andere multiresistente Erreger zu koordinieren, zu unterstützen und ein einheitliches, fachliches Niveau sicherzustellen.

Die Organisation und Koordination für das MRE-Netzwerk übernehmen das Gesundheitsamt Region Kassel und die Regionalmanagement Nordhessen GmbH gemeinsam. „Das Gesundheitsamt ist dabei für die fachliche und administrative Kooperation, das Regionalmanagement für Präsentation und Marketing zuständig“, erklärte Stadträtin Janz.

Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH, ist sich sicher, dass man auch für diese sehr spezielle fachliche Thematik auf die mittlerweile sehr gut organisierten regionalen Netzwerke zurückgreifen könne. „Gerade im Gesundheitscluster ist schon eine sehr gute Kooperation innerhalb der Region vorhanden. Wir werden die Probleme mit den multiresistenten Erregern miteinander und nicht nebeneinander angehen“, betonte der Regionalmanager.

Mit Dr. Renate Rettkowski, Fachärztin für Innere Medizin, Agnes Wiegmann, Hygienefachkraft und dem Projektleiter des MRE-Netzwerk Dr. Markus Schimmelpfennig wurde bereits ein Team aufgestellt, dass sich intensiv mit der fachlichen Problematik und vor allem auch den Bedürfnissen der betroffenen Bürger auseinandersetzen wird. „Auch die Bürger sollen die Gelegenheit haben ihre Fragen beantwortet zu bekommen. Hierfür soll ein sogenanntes ‚Help Desk‘, eine Anlaufstelle für Fragestellungen, eingerichtet werden“, erläuterte Gesundheitsamtschefin Dr. Müller.

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