
(pen) „Der demografische Wandel wird den Arbeitsmarkt in vielfältiger Weise beeinflussen: Der Nachwuchs für die Ausbildungsberufe wird bereits heute von Jahr zu Jahr weniger und bis 2030 erwartet das Prognos-Institut, dass bundesweit 2,2 Millionen Fachkräfte mit beruflichem Abschluss und 2,4 Millionen Akademiker mit Hochschulabschluss fehlen“. Mit diesen Zahlen veranschaulichte Gerhard Kopplin, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hagen, den Teilnehmern der Veranstaltung „Fachkräftemangel hausgemacht?!“ die generellen Trends am Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Entwicklungen, auf die sich auch unsere Region einstellen müsse. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr und die Wirtschaftsförderung der Stadt Witten, gekommen waren rund 50 Vertreter aus Unternehmen und Verbänden.
„Ein wichtiger Teil, um im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen zu können und damit langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist neben der Investition in moderne Technologie, die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter fest im Auge zu haben“, erläuterte Klaus Völkel, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Witten.
Wie vielfältig die Wege in Ausbildung sind, das rückten die Referenten in den Räumen der Wittener Karrierewerkstatt der Deutschen Edelstahlwerke in den Blickpunkt. Sie zeigten beispielsweise auf, welche Alternativen es neben der klassischen dualen Berufsausbildung gibt. Im Anschluss an die Fachvorträge wurde in einer Podiumsdiskussion mit Praktikern die Frage behandelt, wie Potenziale jugendlicher Bewerber erkannt und genutzt werden können.
So forderte Nina Krafft von der Agentur für Arbeit: „Die Handwerksunternehmen müssten mehr auf die Jugendlichen zugehen und umfangreicher über die verschiedenen Tätigkeiten in den Berufsfeldern informieren.“ Und Ute Dreher von den Deutschen Edelstahlwerken würde sich wünschen, „dass die Arbeitgeber nicht nur auf die Zeugnisnoten der Bewerber schauen, denn viele Schüler trauen sich erst gar nicht mit schlechten Noten auf Jobsuche zu gehen.“ Dramatische Folge: Potentiell sehr gute und engagierte Mitarbeiter blieben unentdeckt. Aus diesem Grund sollte man auch solchen Bewerbern eine Chance geben, die im ersten Anlauf nicht überzeugten. Beispielsweise könnte man durch ein Praktikum die Eignung testen. Anerkennung und Vertrauen steigern das Engagement und die Leistungsfähigkeit der Auszubildenden. „Man sieht dann das Glänzen in ihren Augen", hat Dreher mehr als einmal beobachtet.
Das Angebot in Witten war der Auftakt für eine Reihe weiterer Veranstaltungen. Die Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr und die Wirtschaftsförderung der Stadt Witten wollen in Kooperation mit der agentur mark, der Agentur für Arbeit Hagen, der IHK Mittleres Ruhrgebiet, dem JobCenter EN und der Deutsche Edelstahlwerke Karrierewerkstatt in nächster Zeit auch die Themen „An- und Ungelernte“, „betriebliche Potenziale erkennen und nutzen“, „Duale Studiengänge“, „Mittel zur Rekrutierung Hochqualifizierter“ und „Arbeitgeberattraktivität als Marke“ aufgreifen.
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Ansprechpartner für Interessierte ist Brigitte Drees von der EN-Agentur, Telefon 02324/5648 14, Email: drees@en-agentur.de.
Stichwort EN-Agentur
Seit 1996 unterstützt die EN-Agentur mit Sitz in Hattingen die Arbeit der örtlichen Wirtschaftsförderungen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Sie ist Dienstleister für Unternehmen, bearbeitet gemeinsam mit Partnern strategische Vorhaben und vermarktet die Region nach Außen. Die Arbeit der Agentur erstreckt sich im Einzelnen auf die Schwerpunkte Wirtschaftsförderung, Tourismusförderung und Regionalmarketing sowie Energieeffizienz und Klimaschutz. Internet: www.en-agentur.de.