Die Leistungen für den persönlichen Schulbedarf (kein Antrag erforderlich) haben 2011 kreisweit 8.366 Kinder erhalten. Die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung ist die am häufigsten beantragte Leistung des Bildungspakets (3.644 Kinder), gefolgt von den Gutscheinen für Klassenfahrten und Ausflüge der Kindertageseinrichtung (2.532 Kinder) und den Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (zum Beispiel Sportvereine, 2.256 Kinder). Lernförderung und Schülerbeförderung (zusammen 280 Kinder) werden nur in Einzelfällen beantragt.
Dass Leistungen unterschiedlich häufig genutzt werden, hängt stark davon ab, ob es überhaupt einen Bedarf gibt (beispielsweise Lernförderung nur bei ernsthaften Schulproblemen) oder ob die Angebote überhaupt vorhanden sind: So verfügt nicht jede Schule über eine Kantine, in der die Schulkinder an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung teilnehmen können.
Der Verwaltungsaufwand, der betrieben werden muss, ist dabei aber nicht unerheblich, so Dr. Lüttmann weiter. „Wir bemühen uns aber, für alle Beteiligten den Aufwand möglichst gering zu halten und das gelingt uns immer besser.“
Einfache Antragstellung
Ein Grund für die gute Inanspruchnahme im Kreis Steinfurt ist unter anderem das sehr einfach gestaltete Antragsverfahren. Die Eltern der leistungsberechtigten Kinder erhalten in den Rathäusern Gutscheine, die von ihnen beim sogenannten Leistungserbringer, also bei der Schule, dem Kindergarten oder dem Sportverein, abgegeben werden, womit das Verfahren für sie erledigt ist. Die Gutscheine werden anschließend an das jobcenter Kreis Steinfurt weitergeleitet. „Die Zusammenarbeit mit den Kindergärten, Schulen und Vereinen bei der Abrechnung der Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets verläuft zunehmend reibungslos. Es ist wirklich lobenswert, dass die zusätzliche Arbeit im Interesse der Kinder in der Regel gern gemacht wird“, so Jürgen Kockmann, der Leiter des jobcenters.
Schulsozialarbeit
Vor allem im Bereich der sozialen und kulturellen Teilhabe (Gutschein für Vereine etc.) erhofft sich Amtsleiter Jürgen Kockmann noch eine verbesserte Nutzung des Angebotes. Zum Schuljahr 2012/2013 werden kreisweit 15 Schulsozialarbeiter als „Bildungs- und Teilhabe-Lotsen“ eingesetzt. Diese sollen die Kinder und Jugendlichen an die Bildungs- und Teilhabeangebote heranführen. „Hierdurch wird das Bildungspaket im Kreis Steinfurt weiter an Fahrt gewinnen“, verspricht sich Kockmann einen weiteren Schub bei der Inanspruchnahme der Leistungen.