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documenta-Stadt Kassel

200 Jahre Germanistik in Deutschland

- Vortrag und Ausstellung im Brüder Grimm-Museum Kassel

23. April 2012. „Die Brüder Grimm und die Begründung der Germanistik vor 200 Jahren“ lautet der Titel eines Vortrages, zu dem das Brüder Grimm-Museum am Mittwoch, 25. April, um 18.30 Uhr in seine Räume in der Schönen Aussicht 2 einlädt. Mit dem Vortrag eröffnet Museumsleiter Dr. Bernhard Lauer eine Kabinettausstellung, die sich mit der sprach- und literaturwissenschaftlichen Leistung von Jacob und Wilhelm Grimm beschäftigt.

Bereits während ihrer Marburger Studienzeit wollten Jacob und Wilhelm Grimm mit ihren „altdeutschen“ Studien die heimische Literatur wieder zum Leben erwecken und für die Gegenwart unmittelbar fruchtbar machen. Sie leisteten damit einen bestimmenden Beitrag zur Schaffung einer deutschen Identität und zur Begründung einer nationalen Bewegung im damals noch in viele Teilstaaten und kleine Territorien zerstückelten Deutschland.

Den datierten Beginn der modernen Sprach- und Literaturforschung in Deutschland markiert dann im Sommer 1812, also vor fast genau 200 Jahren, die kritische Ausgabe der beiden ältesten deutschen Gedichte, des althochdeutschen „Hildebrandliedes“ und des „Wessobrunner Gebets“ durch die Brüder Grimm. Bahnbrechend war die historisch-vergleichenden Methode, mit der die Brüder Grimm nicht nur die „Germanistik“, begründeten, sondern alle moderne Philologie – auch die Keltistik, die Romanistik, die Slawistik und sogar die Finno-Ugristik – mitprägten.

Durch ihren bedingungslosen Rückgriff auf alle erreichbaren primären Sprachzeugnisse, durch sorgfältigen Vergleich alter Handschriften und Fragmente sowie durch die Einbeziehung literarischer und nicht-literarischer Quellen gelang es ihnen, Sprach- und Literaturdenkmäler ohne fremde Zusätze und Umdichtungen aus der ihnen jeweils eigenen Zeit heraus zu verstehen. Auf diese Weise konnten sie bedeutende kritische Texteditionen alt- und mittelhochdeutscher sowie anderer mittelalterlicher Dichtungen vorlegen.

Die große Bandbreite ihrer kritischen editorischen Tätigkeit zeigen Ausgaben der „Merseburger Zaubersprüche“, des „Rolandliedes“, der Werke Hartmanns von Aue und Konrads von Würzburg, des Spruchdichters Freidank, der altnordischen „Edda“, der Tiersagen von „Reinhart Fuchs“ bis hin zu umfangreichen rechts- und religionsgeschichtlichen Sammlungen. Wilhelm Grimm lieferte mit seinem Hauptwerk über „Die germanische Heldensage“ (1829) eine in sich geordnete Zusammenstellung der wichtigsten Heldendichtungen. Jacob Grimm gelang in seiner mehrere tausend Seiten umfassenden „Deutschen Grammatik“ (1819–1837) die Formulierung des Gesetzes über die germanische und die hochdeutsche Lautverschiebung. Das 1838 noch in Kassel begonnene große „Deutsche Wörterbuch“ krönte die einmalige Leistung der Brüder Grimm.

In der Ausstellung werden die Meilensteine in der Wiederentdeckung des "Deutschen" von Conrad Celtis und der Renaissance bis zu den Brüdern Grimm gezeigt.



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