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Magdeburg, 23. Mai 2012
„Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen“
Buchvorstellung am Dienstag im Rathaus

Ottostadt Magdeburg.

 

Mit einem Forschungsvorhaben zum Magdeburger Recht untersucht die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig seit einigen Jahren die Verbreitung dieses Stadtrechts in Mittel- und Osteuropa. Nun haben die Wissenschaftler ein Buch vorgelegt, das sich der Verbreitung des Magdeburger Rechts in Polen widmet. Am kommenden Dienstag (29. Mai) um 18.00 Uhr wird die neue Publikation im Franckesaal des Alten Rathauses vorgestellt. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

 

Der Sachsenspiegel Eike von Repgows (um 1225) und das berühmte Stadtrecht von Magdeburg bilden – neben dem römischen und kanonischen Recht – die wichtigsten Grundlagen mittel- und osteuropäischer Rechtsordnungen. Die Erforschung dieser Rechtsquellen und ihrer Verbreitung in Ost- und Mitteleuropa ist Gegenstand des Akademie-Vorhabens „Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas“, das unter der Leitung Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Eichler (Leipzig) und Prof. Dr. Heiner Lück (Halle-Wittenberg) Anfang 2004 an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig seine Arbeit aufgenommen hat. Seit 2007 ist das Vorhaben auch mit einer Forschungsstelle in Magdeburg, dem Ursprungsort des Magdeburger Stadtrechts, präsent.

 

Anhand von Rechtsquellen werden sowohl aus rechts- als auch aus sprachgeschichtlicher Perspektive die Wege des Sachsenspiegels und des Magdeburger Stadtrechts nachgezeichnet. Auf der Basis der historischen Zusammenhänge wird es möglich, sich auch der gegenwärtigen Rechtskultur der untersuchten Länder zu nähern. Die Forscher des Akademie-Vorhabens stehen dabei in engem Kontakt mit Wissenschaftlern aus dem Verbreitungsgebiet dieses Rechts – Polen, Ukraine, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Weißrussland.

 

Ziel ist es, ein möglichst genaues und vollständiges Verzeichnis der Verbreitung dieses Rechts im mittel- und osteuropäischen Raum zu erstellen. Dazu werden rechtsinstitutionelle und rechtssprachliche Analysen der jeweiligen landessprachlichen Rechtstexte bis hin zu den Kodifikationen des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Handbüchern zu jedem Untersuchungsgebiet publiziert und parallel dazu auch im Internet zur Verfügung gestellt. So soll ein Rechtsbereich erschlossen werden, der für das Verständnis des neuen Europas einen wichtigen Beitrag leistet, indem er die Grundlagen des alten Europas neu beleuchtet.

 

 

 

 

Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen

Band 2 der Reihe IVS SAXONICO-MAIDEBVRGENSE IN ORIENTE

 

Inge Bily, Wieland Carls und Katalin Gönczi: Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen. Untersuchungen zur Geschichte des Rechts und seiner Sprache,

De Gruyter Recht, Berlin 2011.

VIII + 482 Seiten, 2 Kartenbeilagen, Leinen, ISBN 978-3-11-024889-0

eBook: ISBN 978-3-11-024890-6

Print + eBook: ISBN 978-3-11-220498-6

 

(= Band 2 der Reihe IVS SAXONICO-MAIDEBVRGENSE IN ORIENTE. Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas. Im Auftrag der Akademie hrsg. von Ernst Eichler und Heiner Lück)

 

 

Mit den Untersuchungen zur Verbreitung des Sachsenspiegels, des Magdeburger Stadtrechts und verwandter Rechtsquellen in Polen wird Band 2 der Projektreihe "IVS SAXONICO-MAIDEBVRGENSE IN ORIENTE" vorgelegt.

 

Der Band "Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen" geht den Einflüssen von und auf Rechtsnormen, aber auch den Wirkungen der Rechtssprache in Polen nach. Eine wichtige Rolle spielt die gründliche einleitende Darstellung der Forschungsgeschichte, welche gerade im 20. Jahrhundert mehreren ideologisch-politischen Brüchen unterlag und kritisch hinterfragt werden muss. So wurde eine handbuchartige Publikation geschaffen, die auf dem neuesten Stand der Forschung die komplexen rechtlichen und rechtssprachlichen Transferprozesse zwischen Mitteldeutschland und Polen dokumentiert.

 

 

Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Seit ihrer Gründung als Königlich Sächsischer Gesellschaft der Wissenschaften im Jahr 1846 sieht sich die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig der Tradition des von Leibniz geprägten Akademiegedankens verpflichtet, als Gelehrtengesellschaft führende Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen zum regelmäßigen Diskurs zusammenzubringen und darüber hinaus im Einzugsgebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen langfristige Forschung zu betreiben.

 

Derzeit betreibt die Akademie über 20 Vorhaben, viele davon in enger Kooperation mit Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. So wird mit der Erarbeitung von wissenschaftlichen Handwörterbüchern wie des Althochdeutschen Wörterbuchs eine große sprachwissenschaftliche Tradition fortgesetzt. Kommentierte Werkausgaben wie die Leipziger Mendelssohn-Gesamtausgabe, Quelleneditionen wie die der Sachsenspiegelglossen und Briefeditionen wie die des Schumann- oder des Gottsched-Briefwechsels, Geschichte und Landeskunde bilden weitere Arbeitsschwerpunkte, ebenso Forschung zur Wissenschafts- und Kulturgeschichte, z. B. das interakademische Projekt „Klöster im Hochmittelalter“ oder die „Enzyklopädie jüdischer Kulturen“. Auch die Gewässerqualität von Stauseen wird mit einzigartigen Langfrist-Messreihen an der Akademie untersucht.

 

Mit dem Akademie-Forum und dem Akademie-Kolloquium existieren Veranstaltungsreihen, in denen Experten aus Wissenschaft und Politik eingeladen werden, um den öffentlichen Diskurs über jeweils aktuelle gesellschafts- und wissenschaftspolitische Themen voranzubringen – ein transdisziplinärer Dialog, der auch im Akademie-Journal Denkströme fortgesetzt wird.

 

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften ist Mitglied der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Diese koordiniert das Akademienprogramm – eines der größten geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland.

 

Weitere Informationen unter www.saw-leipzig.de

 

 



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