14. August 2012. Eines der ambitioniertesten Projekte für die künftige Museumslandschaft in Kassel, die neue Grimm-Welt auf dem Weinberg, nimmt Schritt für Schritt weiter Gestalt an: Nachdem Standort- und architektonische Fragen geklärt sind, wird nun auch die Feinkonzeption mit den genauen Inhalten der Grimm-Welt erarbeitet. Der Magistrat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Firma Holzer Kobler Architekturen aus Zürich/Berlin mit der Erstellung des sogenannten „Drehbuchs“ zu beauftragen. „Wir sind von der Professionalität und internationalen Erfahrung unserer neuen Partner überzeugt und inhaltlich wie zeitlich voll auf Kurs“, begründete Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen die Entscheidung.
Das Auftragsvolumen umfasst insgesamt Leistungen in Höhe von 1,124 Millionen Euro brutto und enthält unter anderem Exponatrecherche, Ausstellungsschwerpunkte sowie inhaltliche Leitthesen und Leitobjekte. Außerdem geht es um die Gestaltung der Präsentations- und Veranstaltungsflächen sowie Marketing und Betrieb. Grundlage ist die vorliegende Grobkonzeption der Büros Themata/Dr. Hermanns. Inhaltlich und organisatorisch wird das Büro durch das Kulturamt der Stadt Kassel, die zuständigen Fachämter der Stadt Kassel sowie weitere betroffene Institutionen begleitet.
Das Büro Holzer Kobler Architekturen wurde aufgrund einer europaweiten Ausschreibung in einem zweistufigen Verhandlungsverfahren mit vorhergehender öffentlicher Aufforderung zur Teilnahme ermittelt. Die Bietergespräche hatten im Juni stattgefunden. Dabei überzeugten die Schweizer sowohl durch Qualität und Strukturierung des Angebotes als auch unter den Aspekten Ästhetik und Kreativität.
Mit Holzer Kobler Architekturen wurde ein Büro gewonnen, das aus Sicht des Magistrates hochqualifiziert und erfahren ist. Seit 2004 leiten Barbara Holzer und Tristan Kobler gemeinsam das Büro Holzer Kobler Architekturen und realisieren erfolgreich Projekte aus Kultur und Wirtschaft im internationalen Kontext. Das Büro zeichnet sich dadurch aus, dass es für jedes Projekt eine individuelle Antwort auf die spezifischen Anforderungen von Ort und Funktion gestaltet. Zu den bisherigen Projekten gehörten unter anderem die Arche Nebra in Wangen (Sachsen-Anhalt), Ausstellungsgestaltungen für das Schweizerische Nationalmuseum Zürich, die Grube Messel als UNESCO-Weltnaturerbe-Stätte und das Militärhistorische Museum in Dresden sowie verschiedene Ausstellungen im Jüdischen Museum in Berlin und im Museum für Kommunikation in Bern.
Das Büro Holzer Kobler kooperiert für die Erstellung der inhaltlichen Konzeption und des „Drehbuchs“ der Grimm-Welt mit den Berliner Ausstellungskuratorinnen Professorin Nicola Lepp und Annemarie Hürlimann, die sich im Kuratorenverband der „Praxis für Ausstellungen und Theorie“ einen Namen gemacht haben. Die besondere Qualität ihrer Ausstellungen ergibt sich durch die Verbindung aktueller wissenschaftlicher Forschungsansätze aus den Geistes- und Naturwissenschaften mit einer präzisen Ausstellungsregie und innovativen Gestaltungs- und Vermittlungsideen. Lepp und Hürlimann haben verschiedene Literaturausstellungen, zum Beispiel zum 100. Geburtstag von Max Frisch im Museum für Literatur in Zürich und zu Wilhelm Meister im Goethehaus Frankfurt, entwickelt. Zu ihren Projekten aus jüngster Zeit gehört auch eine Fassadenprojektion mit romantischen Texten für das zukünftige Museum der Romantik in Frankfurt.
Für den Bereich Marketing und Betrieb arbeitet das Büro Holzer Kobler mit Dr. Thomas Köstlin zusammen, der umfangreiche Erfahrungen im Management von Kultureinrichtungen vorweisen kann. Bis 2003 war er Direktor der Generalverwaltung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, danach kaufmännischer Geschäftsführer der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin. In 2010 gründete er die Firma Exponatus, einem Büro für Ausstellungsmanagement, deren Geschäftsführer er ist.
Oberbürgermeister Hilgen zeigte sich abschließend überzeugt, dass nunmehr mit dem bereits ausgewählten Architekturbüro KADAWITTFELDARCHITEKTUR und dem Büro Holzer Kobler Architekturen das Projekt Grimm-Welt zielstrebig und mit hoher Qualität im vorgesehenen Zeitplan umgesetzt werden könne.
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