
(pen) „10 Jahre Gewaltschutzgesetz im Ennepe-Ruhr-Kreis“ so lautet der Titel einer Veranstaltung, die am Dienstag, 4. September von 10.30 bis 13 Uhr im Schwelmer Kreishaus stattfindet. Nach der Begrüßung durch Landrat Dr. Arnim Brux und einem Grußwort von Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen rücken Vertreter von Polizei, Frauenhaus, Frauenberatung, Jugendamt, Weißer Ring und Staatsanwaltschaft den Gewaltschutz im Ennepe-Ruhr-Kreis in den Blickpunkt.
Das Gewaltschutzgesetz verbessert seit dem 1. Januar 2002 die Situation für Frauen, die Gewalt in ihrer eigenen Wohnung oder in ihrer Partnerschaft erleben müssen, erheblich. Häusliche Gewalt gilt seit 10 Jahren nicht mehr als reine Privatsache, vielmehr hat es sich der Staat zur Aufgabe gemacht, Betroffene zu schützen und ihnen zu helfen.
Bereits 1999 und damit noch vor dem in Kraft treten des Gewaltschutzgesetzes war im Ennepe-Ruhr-Kreis der runde Tisch gegen häusliche Gewalt gegründet worden. Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung arbeiten seither gemeinsam daran, die Situation gewaltbetroffener Frauen nachhaltig zu verbessern und Gewalt öffentlich zu ächten. Schirmherr ist Landrat Dr. Arnim Brux.
Die Botschaft der am runden Tisch Beteiligten ist eindeutig: „Häusliche Gewalt darf weder tabuisiert werden noch ist sie Privatsache. Da die Opfer - meist Frauen und Kinder - dringend auf Hilfe angewiesen sind, muss die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert werden.“
Um diese in die Öffentlichkeit zu tragen, hat der runde Tisch in den letzten Jahren regelmäßig auf kreisweite Aktionen gesetzt. 2004 wurden über die Bäckereien im Kreisgebiet 200.000 Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilt, 2005 überreichten die Apotheken ihren Kunden 50.000 Taschentücherpäckchen. Die Botschaft: „Keine Gewalt gegen Frauen. Wir haben die Nase voll!“. 2006 hieß es dann auf 180 Plakaten in Bussen „Gewaltfrei fahren Frauen besser - Keine Gewalt gegen Frauen“, 2007 verkündeten Banner, die über Straßen und an Rathäusern im Ennepe-Ruhr-Kreis hingen: „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt!“ und 2008 lautete die Aufschrift auf 10.000 Taschenkalendern „Die Zeit ist reif - Keine Gewalt gegen Frauen!“. 2009 ließen 1.000 Schirme „die Frauen nicht im Regen stehen“ 2010 wurden 2.500 Eiskratzer mit dem Aufdruck „Eiskalt gegen häusliche Gewalt“ verteilt und 2011 stand die Aktion unter dem Motto „Mir geht ein Licht auf!“.