Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 24. Oktober 2012

Europa: Euro = Teuro? 10 Vorurteile zu Europa

Diskussionsabend zu europäischen Themen im Europa-Haus Bocholt

Bocholt (PID).

Ist der Euro wirklich ein Teuro? Liegt Brüssel zu weit weg? Sind die Bürgerinnen und Bürger nicht am europäischen Geschehen beteiligt? Diesen und vielen weiteren Aussagen widmete sich der 8. kreative Dialog zu Europa zum Thema "10 Vorurteile zum € und zu Europa".

Eingeladen hatten zu dieser offenen Diskussion im Europa-Haus das Europe-direct Informationszentrum (EDI) Bocholt und die Europa-Union (Kreisverband Bocholt). Die Diskussionsleitung hatte der Politikwissenschaftler, Europa-Fachmann sowie Innovations- und Kommunikationsberater Dr. Sven Pastoors.

Der Vorsitzende der Bocholter Europa-Union, Peter W. Wahl, begrüßte die zahlreichen Anwesenden und lud sie dazu ein, "das, was uns zu Europa im Kopf herumgeistert" an diesem Abend einfach anzusprechen. So kamen nicht nur die Eurokrise zur Sprache, sondern auch der Umgang mit Geld in der Europäischen Union. Auch Fragen wie "Europa erweitert sich zu Tode?" oder "Europa ist viel zu teuer?" sowie "Deutschland ist der Zahlmeister Europas?" wurden aufgelistet und in verschiedene Bündel gepackt. So diskutierten die Anwesenden die EU-Aussenpolitiik, die EU-Bürokratie, die Identität, die Kosten und die Frage "Was bringt uns Europa?". Ein separater Block widmete sich dem Euro.

Kompetent und locker nahm Pastoors zu diesen Aussagen Stellung. Und siehe da, manche Vorurteile entbehren jeder Grundlage, andere stimmen teilweise oder ganz. So geht es z. B. bei der Erweiterung Europas nicht um die im Erdkundeunterricht einmal erlernten Grenzen. "Jeder Staat im Europa-Rat mit seinen rund 50 Mitgliedern könnte ein potentieller Beitragskandidat zur EU werden," so Pastoors. Im Europa-Rat sind u.a. auch Israel und die palästinensischen Gebiete sowie fast alle ehemaligen Sowjet-Republiken vertreten. Pastoors betonte, dass der EU-Beitritt nur möglich sei, wenn die potienziellen Beitrittskandidaten 35 Kriterien für die Aufnahme erfüllten.

Ein anderer Punkt widmete sich dem Vorurteil, dass die EU zu teuer sei. Hier führte Pastoors Zahlen ins Feld, nach denen die Deutschen einen Brutto-Gesamtbeitrag für die gesamten Aufgaben der EU von jährlich rund 270 Euro pro Kopf zahlen. Der Netto-Betrag belaufe sich lediglich auf 78 Euro pro Kopf und Jahr. Deutschland steht dabei als "Zahlmeister" an der 7. Stelle im EU-Ranking der Beitragszahler. Die Niederlande oder auch Luxemburg und Belgien seien viel weiter vorn.

Auch stellte der Europa-Experte klar, dass der Euro nicht gleichzeitig der "Teuro" ist. Verglichen zur D-Mark sei die neue Währung im Hinblick auf die Inflation viel stabiler. Schuld an den hohen Preisen, die die Verbraucher mit der Einführung des Euros verbinden, seien die weltweit gestiegenen Rohstoffpreise oder auch die Preise für bestimmte Lebensmittel.

Insgesamt  wurden an diesem Abend noch viele weitere Themen genannt, die nicht alle ausführlich behandelt werden konnten. Deshalb planen die beiden Veranstalter, zu einzelnen Themen wie Euro-Krise oder Erweiterung der EU eigene "Kreative Dialoge zu Europa" anzubieten.

Mit einem Dank für die vielfältigen Beiträge zur Europa-Diskussion verabschiedeten Peter W. Wahl und der Leiter des Europe-direct Informationszentrums Bocholt, Lukas Kwiatkowski, die Teilnehmer. Unterstützt wurde diese Veranstaltung auch von der Europastadt Bocholt.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Zentrale Verwaltung, Partnerschaftsbeauftragte Petra Taubach, Telefon 0 28 71 95 33 28, E-Mail: ptaubach@mail.bocholt.de