Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 30. Oktober 2012
Deutsches Riga-Komitee tagt in Magdeburg

Ottostadt Magdeburg.

 

Vom 2. bis zum 4. November 2012 sind die Landeshauptstadt Magdeburg und der Landesverband Sachsen-Anhalt der Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V. Gastgeber für das erste Symposium des Riga-Komitees. Der Einladung des Oberbürgermeisters Dr. Trümper und des Landesvorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge  Dieter Steinecke folgen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Städten aus ganz Deutschland, die sich im Riga-Komitee zusammengefunden haben. Sie wollen aktiv das Gedächtnis an ihre jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner bewahren, die während der Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in Deutschland deportiert und ermordet worden sind.

 

Nahe der lettischen Hauptstadt Riga liegt der Forst von Bikernieki, auch Wald der Toten genannt. Dort erschossen Verbände der SS und ihre lettischen Verbündeten von 1941 bis 1942 über 25.000 Menschen jüdischen Glaubens, die aus deutschen Städten auf zahlreichen Transporten deportiert worden waren. Im Sommer 1943, nach den Niederlagen an der Ostfront und dem Beginn des Rückzuges der Wehrmacht, wurden auf Befehl des SS-Reichsführers Himmler die Massengräber geöffnet und die Leichen verbrannt. Die Verbrechen des Nazi-Regimes sollten vertuscht werden.

 

Noch Anfang der 90-er Jahre war diese Stätte des Grauens ein verlorener und vergessener Ort - ein Grabmal ohne Inschrift, ohne Gedenken.

Im Jahr 1996 wurde das deutsch-lettische Kriegsgräberabkommen unterzeichnet. Die Bundesregierung verpflichtete sich, auch den deutschen Opfern der Deportation in Lettland würdige Grabstätten zu schaffen. Die Anlage im Wald von Bikernieki wurde am 30. November 2001, 60 Jahre nach Beginn der Deportation, eingeweiht. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gestaltet in den Wäldern um Riga die Gedenkstätten. Jugendliche aus Lettland und Deutschland nehmen seit 2002 an dessen jährlichen Workcamps teil.

 

Am 23. Mai 2000 gründeten Repräsentanten von 13 deutschen Städten das Riga-Komitee in Berlin. Am 25. Februar 2008 trat auf Beschluss des Stadtrates auch die Landeshauptstadt Magdeburg dem Riga-Komitee bei. Mittlerweile gehören ihm 40 Städte an. Symbolisch aufgenommen worden sind die Städte Brno, Prag, Riga und Theresienstadt.

 

Im Juli 2010 trafen sich in Riga, der Hauptstadt Lettlands, Vertreterinnen und Vertreter von 22 Mitgliedsstädten des Riga-Komitees, um der Opfer zu gedenken und ein „Band der Erinnerung“ zwischen den beteiligten Städten zu knüpfen. An diesem Treffen nahmen als Magdeburger Repräsentanten Dieter Steinecke, Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., sowie Hans-Werner Brüning, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Landeshauptstadt Magdeburg, teil.

 

Das erklärte Ziel des Riga-Komitees ist es, die Erinnerungs- und Gedenkkultur weiter zu entwickeln. Die Ermordeten sollen wieder Gesichter und Namen erhalten. So bot es sich an, zum Abschluss der Veranstaltung zu einem Symposium nach Magdeburg einzuladen.

 

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist damit die erste Mitgliedsstadt, die nach Riga zu einem solchen Treffen einlädt, um einen Beitrag für die Nachhaltigkeit der wichtigen Erinnerungsarbeit weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus zu leisten. Die Tage des Symposiums der Städte des Riga-Komitees sind als Erfahrungsaustausch über die Erinnerungskultur in den deutschen Städten vorbereitet worden. Auch Vertreterinnen und Vertreter Magdeburger Organisationen und Institutionen werden über ihre Arbeit berichten.

 

 

 

 

 

 



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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