OB und Weiss-Thiel: Land bezahlt endlich seine Schulden bei den Kommunen
Das Land habe zwar endlich der Realität ins Auge gesehen, allerdings mit halb geschlossenen Lidern, denn der Kita-Kompromiss beschere den Kommunen nur eine kleine Entlastung bei der Bewältigung der Mammutaufgabe Kinderbetreuung. Mit diesen Worten kommentieren Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtrat Axel Weiss-Thiel die Rahmenvereinbarung zwischen Landesregierung und Kommunalen Spitzenverbänden über den finanziellen Ausgleich für die Mindestverordnung in Kitas.
Durch die Einigung erhält die Stadt Hanau in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich 930.000 Euro jährlich an Landesmitteln. Dadurch werden rund zwei Drittel der Zusatzkosten gedeckt, die durch die Mindestverordnung verursacht worden sind. Nach der zum 1. September 2009 geänderten Mindestverordnung waren die Kommunen verpflichtet, jede Kindergartengruppe in Hessen mit 1,75 statt zuvor mit 1,5 Fachkräften zu besetzen. „Wir mussten unseren städtischen Haushalt drei Jahre zusätzlich mit fast einer Million Euro belasten, um diesen durch das Land verursachten Mehraufwand zu schultern. Jetzt endlich wurde das Land Hessen durch die Klage und das Urteil des Staatsgerichtshofs gezwungen, seinen Verpflichtungen nachzukommen und seine Schulden bei den Kommunen zu begleichen“, so die Dezernenten unisono. Es sei an der Zeit gewesen, dass damit der Verfassungsgrundsatz der Konnexität endlich in harte Zahlen gegossen worden sei. „Wenn die Landregierung den Kommunen weiterhin kostenträchtige neue Aufgaben aufbürdet und höhere Standards in der Kinderbetreuung setzt, kann sie sich nun nicht mehr bei der Finanzierung aus der Verantwortung stehlen, sondern muss den Kommunen Lasten abnehmen.“
Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488
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