28. November 2012. Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am Samstag, 1. Dezember, hat die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller, eindrücklich davor gewarnt, AIDS auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Behandlung von HIV und AIDS habe in den vergangenen Jahren zwar viele Fortschritte gemacht. Anders als noch vor wenigen Jahren könne man mittlerweile mit der Infektion in vielerlei Hinsicht ganz gut leben und arbeiten. „Dennoch ist eine Diagnose HIV-positiv ein erheblicher Einschnitt für alle Betroffenen. Die Medikamente müssen lebenslang genommen werden, Langzeitfolgen sind nicht absehbar“, so Dr. Müller im städtischen Pressedienst.
Der Umgang mit dem Partner oder der Partnerin ändere sich. Die weitere Lebensplanung müsse vielleicht überdacht werden. Eine vollständige Heilung sei noch nicht in Sicht, erläuterte die Leiterin des Gesundheitsamtes.
„Aus all diesen Gründen sollte die Prävention neuer Ansteckungen eines unserer wichtigsten Gesundheitsziele sein“, formulierte die Gesundheitsexpertin. Die gemeinsamen Kampagnen der AIDS-Hilfe, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Gesundheitsbehörden zum Thema Safer Sex und zur Solidarität mit Betroffenen ob auf Plakaten oder in Kinospots seien aktuell nicht zu übersehen.
Für den einzelnen sei ein HIV-Antikörpertest oft der erste Schritt Verantwortung für sich und seinen Partner zu übernehmen und gegebenenfalls sein Verhalten zu überdenken. Die Testbereitschaft in der Bevölkerung sei noch nicht ausreichend, so Dr. Müller abschließend. „Die neue Generation der Schnelltests ist mittlerweile genauso sicher und zuverlässig wie die bisherigen Labortests.“ Bei beiden Tests müsse jedoch eine Wartezeit von zwölf Wochen ab dem möglichen Ansteckungsrisiko eingehalten werden.
Beratung und Information zum Thema HIV und AIDS sowie einen Test bieten die AIDS-Hilfe und die Aidsberatungsstelle des Gesundheitsamtes Region Kassel (Telefonnummer 0561/1003-1960) an.
Hintergrund: Weltweit sind etwa 35 Millionen Menschen mit HIV infiziert, jedes Jahr sterben 1,8 Millionen Menschen an AIDS. Jährlich gibt es 2,5 Millionen Neuansteckungen.
In Europa sind die Neuansteckungen, die Zahl der Infizierten und die Todesfälle weitgehend gleichbleibend. Rund 2,4 Millionen Menschen leben auf dem europäischen Kontinent mit HIV.
Für Kassel wurden für das aktuelle Jahr zwölf neue HIV-Fälle gemeldet, für den Landkreis Kassel sind 14 Neuerkrankungen in 2012 zu verzeichnen (Stand: 1. November).
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