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Lesung mit Beatrice von Weizsäcker
Fragen zu Gott und Glauben im gut besuchten Kapitelshaus und ökumenischer Gottesdienst in der Remigius-Kirche
30. November 2012. Im fast vollbesetzten Kapitelshaus, es kamen über 100 Zuhörer und Zuhörerinnen, gab es zum Abschluss der Woche „Nein gegen Gewalt“ eine Lesung mit Beatrice von Weizsäcker aus ihrem Buch „ist da jemand? Gott und meine Zweifel.
Aus mehreren Kapiteln vorlesend, kommt Beatrice von Weizsäcker zur Quintessenz: Jeder Mensch hat seine eigenen Erkenntnisse zum Glauben. Sie stellte sich zum Tod ihres Bruder, dem sie sich sehr verbunden fühlte, folgende Fragen: Warum musste der Bruder sterben? Wie konnte Gott das zulassen? Fragen, die die überzeugte Christin an ihrem Glauben zweifeln lassen. Es sind die uralten Fragen, die die Menschen immer wieder von neuem umtreiben. Beatrice von Weizsäcker führt sie weiter: Gibt es überhaupt einen Gott? Kann es ihn geben? Warum gibt es den Menschen, das Universum und nicht nichts? Die Autorin nimmt ihren Glauben unter die Lupe, bedenkt anhand der Bibel, was Glauben ausmacht und ebenso was der Glaube aus den Menschen macht.
Brauchen wir den christlichen Gott, die Handlungsanweisungen der Kirchen, die Vorstellungen von Sünden und Schuld, vom ewigen Leben? Sie, die Kirchentagschristin, die Bibelarbeiterin, hat zwar keine einfachen Antworten parat. Aber sie weiß auch, dass ohne Zweifel der Glaube nicht bestehen kann. Sie kommt zu der Erkenntnis „die Ewigkeit ist jetzt“ und somit ist sie auch mit ihrem verstorbenen Bruder verbunden.
Beatrice von Weizsäcker, geboren 1958, ist promovierte Juristin und arbeitete viele Jahre als Journalistin in Berlin. Seit 2003 lebt sie als freie Autorin in München. Sie ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Ihr Buch „Warum ich mich nicht für Politik interessiere …“ stand auf der Spiegel-Bestsellerliste.
In der anschließenden Frage- und Signierstunde, entstand viel Nähe zur Autorin, die offen und ehrlich die Fragen beantwortete. Ihre Einfachheit und Klarheit überzeugte.
Ein gelungener Abschlussabend, so das Resümee der Veranstalterinnen. Gemeinsam mit kfd Borken,der Remigius-Bücherei, der Evangelischen Frauenhilfe und der Gleichstellungsstelle der Stadt Borken. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Apfeltee und Schnittchen, zubereitet von Frauen aus dem Multikulturellen Frauentreff, sorgten für eine gute Atmosphäre.
Vorangegangen war ein Ökumenischer Gottesdienst in der Remigius-Kirche, gestaltet zum Thema „Nein zur Gewalt“ - Wie konnte ich das nur solange aushalten? „Mensch, schau hin! von der kfd Borken, begleitet vom Assante Chor Heiden, unter Leitung von Heike Brauckmann. Das Repertoire der ausgesuchten Lieder sorgte für eine meditative Stimmung, was alle Teilnehmenden auf den Abend einstimmte. „Es ist schon eine besondere Atmosphäre voller Gemeinschaft und Solidarität“, so Anna Grütering-Woeste, „die besonders im jährlichen ökumenischer Gottesdienst spürbar wird.“. Konnte sie doch viele Männer wie Frauen am Abend begrüßen, die auch schon im letzten Jahr dabei waren. Die gesammelte Kollekte, immerhin 235 EUR, geht an das Frauenhaus in Bocholt.
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