16. Januar 2013. An bis zu 35 Tagen im Jahr darf nach EU-Verordnung der Tagesmittelwert für Feinstaub (PM 10) überschritten werden. Seit 2006 lagen die Werte in Kassel immer darunter. Die Summe von Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub (PM 10) fiel im vergangenen Jahr in Kassel mit 13 Tagen an der Luftmessstation „Fünffensterstraße“ und sieben Überschreitungstagen an der Station „Mitte“ so günstig aus wie noch nie, teilte Stadtbaurat Christof Nolda jetzt mit.
An der Luftmessstation „Fünffensterstraße“, die wegen ihres hohen Fahrzeugaufkommens als Ort mit dem höchsten Schadstoffrisiko in der Innenstadt gilt, seien noch niemals weniger Feinstaub-Überschreitungstage als im Vorjahr registriert worden. Die Station „Fünffensterstraße“ bildet die Spitzenwerte ab, die Station „Mitte“ ist repräsentativ für die städtische Hintergrundbelastung.
Stadtbaurat Nolda bewertet die Situation verhalten positiv: „Beim Feinstaub zeichnet sich offenbar eine gewisse Entspannung ab, der Trend entwickelt sich positiv.“ Maßnahmen wie z. B. die weitere Attraktivierung des ÖPNV (Linie 1 nach Vellmar), der Ausbau des Radwegenetzes, das Fahrradvermietsystem KONRAD, schadstoffärmere Heizungsanlagen und die Modernisierung der Fahrzeugflotten zeigen offenbar Wirkung. Daneben haben auch günstige Witterungsverhältnisse eine Rolle gespielt. Die Hauptquellen für Feinstaub in Kassel seien in erster Linie der Kraftfahrzeugverkehr, gefolgt von der Gebäudeheizung und den Industrieanlagen.
Anders als bei den erfreulichen Feinstaub-Daten stelle sich die Situation beim Stickstoffdioxid (NO2) dar. Hier wird der Grenzwert für den Jahresmittelwert nach wie vor an der Messstation „Fünffensterstraße“ überschritten, erklärte Nolda. Ursache dafür sei auch in diesem Fall der Kraftfahrzeugverkehr, insbesondere die Fahrzeuge mit Dieselmotor. Konstruktionsbedingt sei der Ausstoß von Stickstoffdioxid bei Dieselmotoren um ein Vielfaches höher als bei Ottomotoren. Erst mit Einführung der Norm EURO 6 in 2014, bei der bei Dieselmotoren der zulässige Ausstoß an Stickstoffdioxid deutlich reduziert werde, sei eine nachhaltige Verbesserung der Situation zu erwarten.
„Das ist aus meiner Sicht unbefriedigend, aber nach Lage der Dinge ist das Problem mit städtischen Maßnahmen allein nicht zu lösen“, bedauert Nolda abschließend. Dennoch komme bei der Erstellung des in Arbeit befindlichen Verkehrsentwicklungsplans dem Thema Luftreinhaltung eine hohe Bedeutung zu.
Hintergrundinformationen zur Feinstaub-Thematik sowie veranschaulichende Messtabellen sind im Internet unter http://stadt-kassel.de/aktuelles/meldungen/19012/ zu finden.
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