Bau des neue Gemeindezentrums rückt näher
Wallonisch-Niederländische Kirche erhält Grundstück in Erbpacht
Der Grundsatzbeschluss für einen Neubau liegt schon seit 2011 vor, doch jetzt ist die Wallonisch-Niederländische Kirche der Realisierung ihrer Pläne für ein zeitgemäßes Gemeindezentrum in der Hanauer Innenstadt einen wichtigen Schritt näher gekommen. Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte, hat der Magistrat dieser Tage dem Abschluss eines Erbbaurechtsvertrag zugestimmt, der die Überlassung des Grundstücks für die Dauer von 99 Jahren an die Kirche regelt. Folgt die Stadtverordnetenversammlung der Vorlage, kann auf dem Areal in der Gärtnerstraße auf der Rückseite des neuen Kinopolis-Filmpalasts das neue Gemeindezentrum entstehen.
„Es ist auch ein historisch interessanter Platz“, erinnert Pfarrer Torben W. Telder daran, dass in der Nachbarschaft zur künftigen Heimstatt im 18. Jahrhundert nicht nur die Zeichenakademie zu finden war, sondern auch die Reformierte Kirche schon einmal einen Versammlungsort hatte. Für den neuen Standort spreche, so der Pfarrer weiter, aber vor allem die räumliche Nähe zur Kirche an der Französischen Allee, wo benachbart auch die Räume der Kathinka-Platzhoff-Stiftung im Wallonischen Ruinenteil untergebracht seien. Die geplante Gestaltung und die Lage des neuen Gemeindezentrums ergänze hervorragend das dort bestehende Raumkonzept könne das Gemeindeleben sowie die Stiftungsangebote durch weitere Optionen bereichern.
Die aktuellen Entwürfe, die von den verantwortlichen Gremien noch genehmigt werden müssen, sehen nach seinen Worten einen zweigeteilten Gebäudekomplex vor, der mit rund 1.000 Quadratmetern Nutzfläche aus einem kleineren Büro- und einem größeren Gemeindetrakt bestehen soll. Die zweigeschossigen Baukörper werden durch einen schmalen Glaskubus verbunden. Herzstück des künftigen Gemeindezentrums wird nach den Plänen der Architekten dann ein über zwei Geschosse verlaufender Multifunktionssaal sein, der sich durch variable Trennwände in insgesamt fünf Räume unterteilen lässt.
Die Fläche, auf der der neue Gebäudekomplex in sogenannter Straßenrandbebauung entstehen wird, ist durch eine öffentliche Grünfläche von den etwa 450 Quadratmeter großen Stellplatzflächen getrennt, so dass der Gemeinde insgesamt rund 1.500 Quadratmeter überlassen werden. Auf dem vonseiten der Stadt geplanten Quartiersplatz soll auch, so sieht es der Fahrplan für „Kunst und Kultur im öffentlichen Raum“ vor, der im Sommer 2011 erworbene barocke Ziehbrunnen seinen Platz finden und damit an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren. Das sandsteinerne Kleindenkmal stammt aus dem Nachlass von Generalkonsul Bruno H. Schubert aus Frankfurt und konnte auf Vermittlung des Hanauer Geschichtsvereins erworben werden. Der Brunnen wurde ursprünglich 1692 auf dem Grundstück im Knick der Rebengasse (heute Gärtnerstraße) errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen aus dem Trümmerschutt geborgen und an den Unternehmer nach Frankfurt am Main abgegeben. Bis vor kurzem stand auf dem Areal die Pedro-Jung-Schule.
Zusammen mit dem neu gestalten Platz wird das künftige Gemeindezentrum der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde eine positive Strahlkraft für das gesamte Quartier entwickeln, freut sich OB Kaminsky über das Projekt, das nach seinen Worten auch mit der neuen Wohnbebauung am Westcarré und der damit einhergehenden Aufwertung des Stadtteils korrespondiere.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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Vorläufiger Planungsentwurf des neuen Gemeindezentrums Gärtnerstrasse / Bild: WNG
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