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Pressemitteilung vom
30. Januar 2013
Beratungsangebot wird gut genutzt
erste Bilanz des Pflegestützpunktes Landkreis Kassel

Region Kassel. Wenn plötzlich der 76jährige Vater oder die achtzigjährige Mutter aus dem Krankenhaus kommenen und viele Dinge schnell geregelt werden müssen, stellt man leider immer noch fest, dass die Wege aus dem „Pflege-Dschungel“ nicht so leicht zu finden sind. Seit Februar 2011 hilft in diesen und anderen Fällen im Landkreis Kassel der im KulturBahnhof Kassel eingerichtete Pflegestützpunkt. „Die ersten zwei Jahre Pflegestützpunkt haben gezeigt, dass die zentrale Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an der richtigen Stelle untergebracht ist und gut genutzt wird“, betont Vizelandrätin Susanne Selbert bei der Vorstellung der ersten Bilanz des Pflegestützpunktes im Südflügel des Kasseler Regionalbahnhofs. 2011 und 2012 wurden insgesamt 489 Ratsuchende betreut. „Die drei Mitarbeiter des Beratungsteams waren voll ausgelastet – insbesondere wenn man bedenkt, dass die Beratung auf Wunsch auch vor Ort bei den Ratsuchenden erfolgt“, informiert Selbert. Häufig seien auch mehrere Beratungsgespräche erforderlich.

Grundlage für die Einrichtung von Pflegestützpunkten war das Pflegeweiterentwicklungsgesetz aus dem Jahr 2008 – die Beratung durch die Pflegestützpunkte soll mit dazu beitragen, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich zuhause wohnen können. Selbert: „Man erhält hier aber auch Rat, wenn es um die Suche nach der richtigen stationären Einrichtung geht“.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass besonders Menschen, die älter als 80 Jahre sind, Hilfe benötigen“, so die Vizelandrätin weiter.

Im Landkreis Kassel seien aktuell 14.322 Menschen über 80 Jahre alt, das sind 6,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe erhalte finanzielle Unterstützung aus der Pflegeversicherung. Die einzelnen Beratungsfälle seien dabei häufig komplexer Natur. „Die Bandbreite reicht von der Hilfestellung bei der Beantragung finanzieller Leistungen bis hin zu konkreten Vermittlung einer Haushaltshilfe in Kooperation mit einer Sozialstation vor Ort“, berichtet Selbert.

Die Angebotspalette des Pflegestützpunkts ist daher vielfältig: Von Informationen über regelmäßige Mittagessensangebote, Unterstützung bei Fragen rund um die barrierefreie Ausstattung der Wohnung bis hin zur Organisation von Versorgungs- und Betreuungsangeboten in Absprache mit den Betroffenen.

„Das Angebot richtet sich nicht nur an ältere Menschen – es steht allen offen, die Pflege dauerhaft oder für eine Übergangszeit nach einer schweren Erkrankung benötigen“, erläutert Selbert. So sei die Zahl der Beratungen von Menschen mit Behinderung von 2011 auf 2012 von 2 auf 20 gestiegen.

Neben der direkten Hilfe und Beratung, die auch in Form von Hausbesuchen erfolgen kann, kümmern sich die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes um die Vernetzung von Pflege- und Betreuungsangeboten im Landkreis. Dazu gehört der regelmäßige Kontakt zu Ärzten, Selbsthilfegruppen, ambulanten Pflegediensten und ehrenamtlich Tätigen. „Wir arbeiten eng mit den bestehenden sechs Beratungsstellen für Ältere und den Mitarbeiter/innen der Koordinierungsstellen für die niederschwelligen Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz im Landkreis zusammenarbeiten“, informiert Beraterin Doris Brandstetter-Weddig. So entstehe keine Konkurrenz, sondern eine gemeinsame Verbesserung der Beratungs- und Pflegeunterstützungsangebote entstehen. Der Pflegestützpunkt bietet den großen Vorteil, dass ratsuchende Bürger nicht Kontakt zu mehreren Stellen aufnehmen müssen, sondern aus einer Hand umfassend informiert werden können. „Dazu ist es notwendig, dass die Beraterinnen alle Möglichkeiten und Angebote in der Region kennen“, ergänzt Beraterin Simone Dippel.

Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wie Vorträge und der Teilnahme an zielgruppenrelevanten Veranstaltungen, beispielsweise am Markt der Möglichkeiten für behinderte Menschen in Wolfhagen-Istha, sei es gelungen, das Angebot des Pflegestützpunktes bekannt zu machen, erläutert Martina Opfermann-Kersten von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in Kassel.

Wie weit das Angebot des Pflegestützpunktes auch räumlich reicht, wird auch an den Anfragen von Angehörigen deutlich. Brandstetter-Weddig: „Wir hatten Anfragen aus Bayern, Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Dresden und der Lüneburger Heide“.

Der Pflegestützpunkt ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises mit den Kranken- und Pflegekassen in Hessen. Der Landkreis Kassel arbeitet mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zusammen. Die Kosten für die Beratungsstelle teilen sich die Kassenverbände und der Landkreis – auch das Personal stammt von beiden Trägern.

„Die Beratung erfolgt unabhängig und neutral“, erläutert Vizelandrätin Selbert. Das für die Bürger kostenlose Angebot sei nicht von den Interessen des Landkreises oder der Kassen geleitet.

Hintergrund:

Der Pflegestützpunkt ist Montags, Mittwochs und Freitags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr geöffnet, Mittwochs auch von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle sind telefonisch  unter den Nummern 0561/1003-1371 und 1003-1399. Die Adresse des Pflegestützpunktes lautet: Südflügel des KulturBahnhofs Kassel (direkt neben dem Büro der Verbraucherzentrale Kassel), Rainer-Dierichs-Platz 1 in Kassel



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


pflegestützpunkt
Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Beraterin Simone Dippel, Beraterin Doris Brandstetter-Weddig, Vizelandrätin Susanne Selbert, Kreisaltenhilfeplanerin Karin Tietz und SVLFG-Vertreterin Martina Opfermann-Kersten


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

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