Der Vorwurf, der Ennepe-Ruhr-Kreis hätte die Ampel für den Ratsbürgerentscheid zur Zukunft der Wittener Bibliothek bereits vor gut zwei Jahren auf rot stellen müssen, wird auch von der Bezirksregierung Arnsberg nicht geteilt.Die Bürgermeisterin der Stadt Witten hat noch im Verlauf des Verfahrens die beteiligten Kommunalaufsichten ausdrücklich gebeten, vor weiteren Verfahrensschritten die Verhandlungen über die Bürgerbeteiligung abzuwarten, um den ausgehandelten Kompromiss nicht zu gefährden. Diesem Wunsch haben der Ennepe-Ruhr-Kreis und die Bezirksregierung Arnsberg im Sinne der Sache entsprochen. Die Bezirksregierung teilt jedoch die Rechtsauffassung des Ennepe-Ruhr-Kreises hinsichtlich der Unzulässgkeit des Ratsbürgerentscheids.
Über die schwierigen und am Ende erfolglosen Gespräche in der Bürgerwerkstatt hat die Stadt die Kommunalaufsicht dann aber nicht mehr informiert. Zu keiner Zeit ist gefragt worden, wie der ausgehandelte Kompromiss rechtlich zu bewerten ist. Eine derartige Initiative hätte von der Stadt ausgehen müssen. Die Kommunalaufsicht, die keine Holschuld hat, wurde hierzu niemals förmlich eingebunden.
Mit dem Versand des Ratsbeschlusses am 7. Dezember 2012 an die Kreisverwaltung hat sich die Lage geändert. Die dann notwendige Prüfung hat ergeben, dass der Ratsbeschluss beanstandet werden muss. Darüber hat der Kreis nach Abstimmung mit der Bezirksregierung die Bürgermeisterin am 12. Dezember telefonisch informiert. Warum die Bürgermeisterin den Ernst der Lage nach eigenen Angaben erst am 8. Januar erkennen konnte, ist für die Kommunalaufsichten nicht erklärbar.