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Pressemitteilung vom
07. Februar 2013
Zukunft des Nohl-Hauses gesichert
Finanzierung für Umbaumaßnahmen steht

Wahlsburg. Eine gute Nachricht für den Förderverein Klosterkirche e.V. und die Gemeinde Wahlsburg hatten Landrat Uwe Schmidt und der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Sparkasse Ingo Buchholz bei einem Besuch des Nohl-Hauses im Gepäck. „Aufgrund des überzeugenden Förderantrags und vorgelegten Konzeption für die neue Nutzung des Nohl-Hauses können wir eine Zuwendung in Höhe von 30.252 Euro bewilligen“, informiert Landrat Schmidt. Investitionen in Bildungs- und Kulturangebote an der Oberweser sind „Investitionen in die Zukunft“, so Schmidt weiter. Der Landkreis habe bereits bei Sanierung der Klosterpforte „tatkräftig unterstützt“ – gleiches gelte für den Bund, der die Sanierung der Klosterkirche gefördert habe. Die neue Nutzung für das Herman-Nohl-Haus sei eine logische Fortsetzung der Aufwertung des Klosterareals. Schmidt: „Ohne die Arbeit und das außergewöhnliche Engagement der Aktiven des Fördervereins wäre dies alles nicht möglich gewesen“. Er sei daher sicher, dass auch das Projekt Nohl-Haus eine Erfolgsgeschichte wird.

 

Mit dem Zuschuss wird die Einrichtung einer Bildungs- und Begegnungsstätte im Klosterhof von Wahlsburg gefördert. Die Förderung geht an die Gemeinde Wahlsburg als Eigentümer des bis Frühjahr 2012 im Besitz des Vereins „Freunde des pädagogischen Seminars Göttingen“ befindlichen Hauses. „Für uns besteht jetzt die Möglichkeit, die notwendigen Umbaumaßnahmen mit einem Gesamtetat von rund 60.000 Euro gemeinsam mit dem Förderverein Klosterkirche anzugehen“, freut sich der Wahlsburger Bürgermeister Jörg-Otto Quentin.

 

Für den Verein „Freunde des pädagogischen Seminars Göttingen“ übergibt Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper eine Spende in Höhe von 12.000 Euro für das „neue Nohl-Haus, das im Geist des Namensgebers weitergeführt wird“.

 

Eine weitere große Hilfe für die Realisierung der Umbaumaßnahmen ist eine Spende der Kasseler Sparkasse in Höhe von 10.000 Euro. „Als uns Landrat Schmidt das Projekt vorstellte, waren wir gern bereit zu helfen, da es sich hier um eine nachhaltige Investition in ein interessantes Bildungsangebot im ländlichen Raum handelt“, erläutert Vorstandsvorsitzender Buchholz. Die Kasseler Sparkasse unterstütze solche Initiativen, da es sich um „Engagement für die Zukunft der kleineren Orte in der Region handelt und dieses Engagement pflegen wir auch mit der Präsenz der Kasseler Sparkasse in der Fläche“, so Buchholz weiter.

 

Das nach dem Reformpädagogen Herman Nohl benannte frühere Haus des Klostervogtes stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht – wie der gesamte Klosterbezirk – unter Denkmalschutz. Die Pläne für eine vom Förderverein Klosterkirche betreute Bildungsherberge sehen vor, an die Geschichte des Gebäudes als Gästehaus des Klosters anzuknüpfen. „Das Konzept Bildungsherberge richtet sich an Menschen, die sich von der besonderen Ausstrahlung des Klosterareals angezogen, für einige Tage in die Ruhe dieses historischen Ensembles zurückziehen wollen“, berichtet Pfarrer Christian Trappe. Es werde daher keine „Luxussanierung“ geben, sondern „eher spartanisch zugehen“, so Trappe weiter. Der Förderverein wolle Menschen ansprechen, die sich für die mittelalterliche Lebenswelt interessieren, ein Angebot für studentische Wochenend-Seminare bieten und Jugendgruppen einen Ort der Bildung zur Verfügung stellen. Vorstellbar sei auch die Nutzung durch Musikgruppen, die hier ein „ideales Probenumfeld finden“, informiert Trappe.

 

Die Erfahrungen der Klosterpforte, die im Jahr von rund 4.000 Menschen besucht wird, zeigten, dass es für eine solche Nutzung Bedarf gibt. Trappe: „Wir profitieren hier vom Weserradweg und dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda – außerdem wird in diesem Jahr auch noch der Eco-Pfad Wahlsburg eröffnet“. Auch der Kultursommer Nordhessen mache regelmäßig Station im Klosterareal.

 

Die Umbaumaßnahmen für das Nohl-Haus sollen möglichst schnell realisiert werden, da der Förderverein bereits in diesem Jahr mit dem Betrieb der Bildungsherberge starten will.

 

Hintergrund:

Herman Nohl wurde 1879 als Sohn eines Gymnasiallehrers in Berlin geboren, wo er nach dem Abitur Philosophie bei Wilhelm Dilthey, dem Begründer der hermeneutisch geisteswissenschaftlichen Schule, studierte. Die Eindrücke des Ersten Weltkrieges  und die Kriegsfolgen weckten Nohls Interesse an der Not der Jugend und an den pädagogischen Möglichkeiten, diese Probleme zu lösen. Durch die Berufung nach Göttingen 1919 war Nohl der erste Professor in Deutschland, der sich als Sozialpädagoge dem Bereich der Jugendhilfe in Theorie und Praxis angenommen hat. Seine Analyse über die Entstehung der Sozialpädagogik aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Einflüssen heraus, ermöglichte es ihm, die auf Schulfragen verengte Pädagogik für gesellschaftliche Entwicklungen und die „soziale Frage“ zu öffnen und zur Idee der „Volkserziehung“, die bei ihm auch die Familien-, Schul- und Sozialpädagogik umfasste, weiterzuentwickeln. Nach den Jahren des Lehrverbotes 1937 bis 1945 engagierte sich Nohl sowohl beim Wiederaufbau der Göttinger Universität, als auch im Bereich der kommunalen Kultur- und Bildungspolitik.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


nohlhaus 1
Auf dem Foto sieht man die Aktiven des Fördervereins mit Landrat Uwe Schmidt (vierter von rechts), Bürgermeister Jörg-Otto Quentin (dritter von rechts), Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz (2. von rechts) und Prof. Dr. Schlömerkemper (ganz rechts)


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
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