Seltene Sorten auf städtischen Obstwiesen – Teil biologischer Vielfalt

11. Februar 2013. Einige äußerst seltene und nur lokal vorkommende Sorten sind auf den städtischen Obstwiesen in Kassel heimisch. Das ist das Ergebnis entsprechender Sortenbestimmungen. Dieses besondere Genpotenzial zu sichern und zu vermehren, hat sich das städtische Umwelt- und Gartenamt vorgenommen.

Unter den Äpfeln seien unter anderem „Ausbacher Roter“, „Harberts Renette“, „Vaterapfel“, „Gelbe Sächsische Renette“ und „Naumburger Schafsnase". Der versierte Kaufunger Pomologe Jan Bade habe Sorten entdeckt, die er selbst noch nicht kannte und für die es noch keine Bezeichnung gebe. Da nicht alle Bäume regelmäßig tragen, ist die Sortenbestimmung eine Fleißarbeit, die man erst nach einigen Jahren komplett abschließen kann.

Seit 2010 widmet sich das Umwelt- und Gartenamt intensiv den Pflegemaßnahmen an den Obstwiesen. „Dies ist ein Baustein zur Umsetzung der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“, der sich die Stadt damals verpflichtet hat“, sagte Umweltdezernent Christof Nolda.

Zu den Aktivitäten gehört unter anderem, erhaltenswerte Bestände von Konkurrenzgehölzen freizustellen und viele alte und junge Obstbäume zu schneiden, um sie zu verjüngen, zu erziehen oder um seltene Sorten zu erhalten. Dabei geht es nicht um einen höheren Ertrag, sondern um den Erhalt der Bäume unter Berücksichtigung ihres typischen Erscheinungsbildes (Habitus). Totes Holz wird deshalb nur entfernt, wenn eine unmittelbare Gefahr besteht, da es im Biotop Obstwiese auch eine Lebensgrundlage darstellt. Aus dem gleichen Grund werden an geeigneten Stellen aus dem Schnittgut Totholzhaufen aufgesetzt, die Insekten, Vögeln, Igeln und anderen Kleinsäugern als Rückzugsgebiet und Lebensraum dienen.

Auch in diesem Frühjahr gehen die Pflegemaßnahmen weiter, zurzeit in den Stadtteilen Nordshausen, Niederzwehren und Süsterfeld-Helleböhn. Neben Schnittmaßnahmen werden auf den einzelnen Flächen auch Nachpflanzungen durchgeführt, um die Obstbaumbestände dauerhaft zu erhalten. In Betracht kommen dabei bevorzugt ältere, regionale Sorten.

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