14. Februar 2013. Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Kassel empfiehlt den Verkehrsteilnehmern weiterhin, den Baustellenbereich der Loßbergstraße weiträumig zu umfahren – zum Beispiel über die Rasenallee / Tulpenallee oder die Wolfhager Straße. Die Arbeiten auf der Baustelle in der Loßbergstraße werden, sobald die Witterung es zulässt, unter Hochdruck fortgesetzt.
Es ist vorgesehen, schnellstmöglich nach Wiederaufnahme der Arbeiten eine zweite Fahrspur in Richtung Wilhelmshöhe zu schaffen, erklärt Ingrid Steinbach, Leiterin des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes der Stadt Kassel. Dadurch wird die Problematik des Linksabbiegens von der Loßbergstraße in Richtung Teichstraße / Berliner Brücke bei Gegenverkehr mit den damit verbundenen Rückstaus vermindert und die umliegenden Wohnquartiere können vom Verkehr entlastet werden. Bis dahin sind leider keine wesentlichen Verbesserungen für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer möglich. Grundsätzlich zeichnet sich allerdings ab, dass die veranschlagte Bauzeit bis Ende 2013 nicht in voller Länge in Anspruch genommen werden muss und die Bauarbeiten in der Loßbergstraße früher als geplant abgeschlossen werden können.
Sobald sich im Rahmen des Baufortschrittes Möglichkeiten ergeben, die Verkehrsführung anzupassen und damit eine Verbesserung der Situation zu erzielen, werden diese umgesetzt werden, erklärt Steinbach weiter.
Grundsätzlich wird immer versucht, die Baustellen unter Berücksichtigung aller Interessen zu koordinieren und die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Die baustellenbedingte Verkehrsführung im Bereich Loßbergstraße wurde immer wieder überprüft und, wo es möglich war, mittels Beschilderung, Markierung oder Anpassung der Lichtsignalanlagen optimiert, berichtet die Leiterin des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes. Auf die Baustelle in der Loßbergstraße wird großräumig durch Ankündigungstafeln hingewiesen, um den Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit zu geben, über die Hauptverkehrsstraßen auszuweichen und Schleichverkehre durch die Wohnquartiere zu verhindern.
„Dies wird leider nicht von allen Kraftfahrern berücksichtigt“, sagt Steinbach. Viele Autofahrer nutzen die Straßen Zum Berggarten, Riedwiesen, Mergellstraße und Hessenallee um die Zentgrafenstraße und die Loßbergstraße zu umfahren. Alternative Umleitungsstrecken im Nahbereich der Baustelle, die eine Entlastung für die Gesamtsituation schaffen könnten, stehen allerdings nicht zur Verfügung.
Das Straßenverkehrsamt der Stadt Kassel hat die Verkehrssituation im Bereich Loßbergstraße / Riedwiesen in den vergangenen Monaten mehrfach überprüft und nach Möglichkeiten gesucht, steuernd einzugreifen. „Die Vorschläge der Anlieger nehmen wir dabei als Anregungen auf und prüfen sie im Detail“, erklärt Steinbach. So haben Anwohnern vorgeschlagen, im Bereich Zum Berggarten in Höhe der Kirche eine Einbahnstraßenregelung einzurichten, um die Einfahrt in das Quartier zu unterbinden. Bei der Frage der Sperrung von Straßen sind der Straßenverkehrsbehörde der Stadt enge rechtliche Grenzen gesetzt. Die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken kann gemäß der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs beschränkt oder verboten werden. Örtliche Anordnungen von Verkehrszeichen sind nur dort zu treffen, wo dies aufgrund besonderer Umstände zwingend geboten ist. Insbesondere Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs sind nur dort anzuordnen, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht. Die Voraussetzungen für einen solchen Eingriff sind in den Straßen Zum Berggarten, Riedwiesen, Mergellstraße und Hessenallee allerdings nicht erfüllt, eine besondere Gefahrenlage oder gar ein Unfallschwerpunkt besteht nicht. Gründe der Verkehrssicherheit, die eine so gravierende Änderung der Verkehrsführung notwendig machen würden, sind auch vor dem Hintergrund des erhöhten Verkehrsaufkommens nicht erkennbar.
Eine Sperrung zur Verhinderung des erhöhten Verkehrsaufkommens würde zudem bedeuten, dass nicht nur die Durchgangsfahrten des Schleichverkehrs, sondern auch ein nicht unerheblicher Anteil der Autofahrer dann große Umwege in Kauf nehmen müsste, die das Wohnquartier erreichen wollen (Quell- und Zielverkehr). Darüber hinaus ist zu befürchten, dass die Verkehrsteilnehmer - wie zum Teil auch jetzt schon - über Ochsenallee / Vor der Prinzenquelle ausweichen, um schließlich wiederum in die Straße Riedwiesen zu gelangen.
Auf Anfrage aus der Anwohnerschaft, die sich um die Verkehrssicherheit im Zuge der Schulwege sorgte, wurde im November 2012 das Verkehrsaufkommen im Bereich Zum Berggarten/Herrenwiesen gezählt. Dort verläuft der Schulweg über die Straße Zum Berggarten. Die Zählung ergab ein deutlich erhöhtes Fahrzeugaufkommen, das zum Teil Durchgangsverkehr ist, der den Rückstau der Baustelle umfährt. Dazu kommen weitere Fahrten, die auf die Umorientierung der Anwohner aus dem Quartier aufgrund der Baustelle zurückzuführen sind. Trotz des spürbar erhöhten Verkehrs waren immer wieder ausreichend Lücken im Verkehr vorhanden, die es ermöglichten, die Straße gefahrlos zu überqueren. Dass man dazu bei ungünstigen Verkehrssituationen in Einzelfällen länger warten muss ist möglich - kommt aber auch an anderen Stellen im Stadtgebiet bei ungünstigen Voraussetzungen selbst an signalgeregelten Querungsmöglichkeiten (Fußgängerampeln) vor. Extrem lange Wartezeiten wurden vor Ort nicht beobachtet. Um eine erhöhte Aufmerksamkeit der Kraftfahrer im Hinblick auf die die Straße überquerenden Fußgänger und insbesondere die Kinder zu erregen, wurde eine entsprechende Warnbeschilderung aufgestellt.
Die Anwohner kritisierten in einem Zeitungsbericht, dass Autofahrer auf den Gehweg fahren, um entgegenkommenden Autos auszuweichen. Die Straßenverkehrsbehörde weist alle Autofahrer in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich laut Straßenverkehrsordnung jeder Verkehrsteilnehmer so zu verhalten hat, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen vermeidbar behindert oder belästigt wird. Dazu zählt selbstverständlich auch, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten und das Verbot, Gehwege zu befahren. Die Mitarbeiter der städtischen Verkehrsüberwachung führen in diesem Bereich bereits verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durch.
Das Straßenverkehrsamt hat auch weitere Anregungen aus der Anwohnerschaft - wie eine mögliche Verteilung des Verkehrs auf die umliegenden Straßen Oberbinge und Weimersgasse geprüft. Die Straße Oberbinge ist von der Straße Zum Berggarten aufgrund der bestehenden Einbahnstraßenregelung nicht anfahrbar. Begegnungsverkehr ist aufgrund der geringen Fahrbahnbreite nicht möglich, weshalb die Einbahnstraße nicht für beide Fahrtrichtungen geöffnet werden kann. Die Weimersgasse ist ein verkehrsberuhigter Bereich und endet in einer Sackgasse. Der sich anschließende Fußweg ist für eine verkehrssichere Befahrung nicht geeignet, so dass keine direkte Anbindung an die Wahlershäuser Straße besteht. Somit stellen beide Straßen keine Alternative dar, erläutert Amtsleiterin Steinbach.
Eine Verkürzung der Grünphase zur Verringerung von Durchgangsverkehr über Raabestraße und Hessenallee wurde 14 Tage lang getestet und hat sich nicht bewährt. Die längeren Wartezeiten haben nicht zu einer Verringerung des Verkehrs, sondern lediglich zu einer Erhöhung der Emissionen und Immissionen geführt. Eine Beschilderung sämtlicher Zufahrten in das Quartier mit „Verbot für Fahrzeuge aller Art – Anlieger frei“ stellt keine praktikable Lösung dar. Zwar ist eine solche Beschilderung grundsätzlich möglich, allerdings lässt die geltende Rechtsprechung zu dem Begriff „Anlieger frei“ eine tatsächliche Kontrolle – ungeachtet des erforderlichen, immensen personellen Aufwandes praktisch nicht zu.
Auch die Freigabe weiterer Fahrstreifen im Bereich der Baustelle Loßbergstraße ist nur mit erheblichem Aufwand und Umbau der beiden Lichtsignalanlagen an den Kreuzungen Loßbergstraße / Teichstraße und Loßbergstraße / Zentgrafenstraße möglich. Darüber hinaus ist eine entsprechende Änderung der Verkehrsführung nur unter Aufbringung entsprechender Markierungen verkehrssicher umzusetzen. Dies ist witterungsbedingt zurzeit nicht möglich, da eine trockene, saubere und salzfreie Fahrbahn vorhanden sein muss und der Untergrund durchgängig eine Mindesttemperatur von plus fünf Grad aufweisen muss. Zudem werden zur Fortsetzung der Bauarbeiten nach der Winterpause die Verkehrsräume komplett uneingeschränkt benötigt. Dadurch ist es dann möglich, die Bauarbeiten beschleunigt fortzusetzen.
Hintergrund
Die Baumaßnahme in der Loßbergstraße wurde im Juni 2012 begonnen und umfasst die Neuordnung und Erweiterung der Verkehrsflächen für alle Verkehrsteilnehmer mit dem Ziel der deutlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses. Durch zusätzliche Fahrspuren wird der Verkehr zukünftig entflochten und Rückstaus werden verringert. Die Gehwegbreiten werden optimiert, Radverkehrsanlagen geschaffen und die Straßenbeleuchtung sowie die Lichtsignalanlagen erneuert. Für die Straßenbauarbeiten waren ca. 1,5 Jahre veranschlagt. Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei ca. 5 Millionen Euro. Grundsätzlich zeichnet sich allerdings ab, dass die veranschlagte Bauzeit bis Ende 2013 nicht in voller Länge in Anspruch genommen werden muss und die Bauarbeiten in der Loßbergstraße früher als geplant abgeschlossen werden können.
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