19. Februar 2013. Wilhelm Genazino erhält am Samstag, 23. Februar, um 17 Uhr im Kasseler Rathaus den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Zugleich wird der junge Leipziger Schriftsteller Wolfram Lotz mit dem Förderpreis Komische Literatur ausgezeichnet. Die Preise in Höhe von 10.000 beziehungsweise 3.000 Euro werden von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel unter Beteiligung der Kasseler Sparkasse vergeben. Die Preisverleihung, zu der auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann sprechen, ist zugleich die Auftaktveranstaltung des 6. Kasseler Komik-Kolloquiums. Bis zum 2. März wird dieses einzigartiges Festival zur Literatur und Wissenschaft des Komischen mit Lesungen, Ausstellungen, Gesprächen und einer Fachtagung zum Thema „Komik und Religion“ veranstaltet. Die Feierstunde im Rathaus ist für alle Interessierten öffentlich. Da es keine Sitzplatzgarantie gibt, wird ein rechtzeitiges Erscheinen empfohlen.
Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor würdigt mit Wilhelm Genazino einen Autor, dessen Werk, zugleich gesellschaftskritisch und poetisch, als hervorragendes Beispiel literarischer Komik zu gelten hat, so der Stiftungsrat. Wilhelm Genazinos ironische Erzählprosa beobachte so heiter wie melancholisch und mit feinsinniger Sprache, zu welchen Zumutungen Arbeit, Liebe, Alter, Körper oder auch Kunst durch Fremdbestimmung werden.
Die Hörspielregisseurin Marlene Breuer wird dies in ihrer Laudatio näher erläutern. Außerdem wird während der Preisverleihung ein Filmporträt des Preisträgers gezeigt, das das hr-Fernsehen wie jedes Jahr gedreht hat. Danach wird Wilhelm Genazino, der vor kurzem 70 Jahre alt geworden ist, Kostproben aus seinem Werk vortragen.
Der Leipziger Autor Wolfram Lotz, Jahrgang 1981, wird für seine brillanten Stücke, Erzählungen und Gedichte ausgezeichnet, die das Komische auf überraschende, vielseitige und unverwechselbare Weise gestalten. Darin folgte der Stiftungsrat dem Vorschlag von Lotz’ Verlag S. Fischer. Das Alberne, Absurde oder Tragikomische seiner Texte sei dabei nicht Selbstzweck. Sie dienten vielmehr einer sinnlichen, doch ungemütlichen Anleitung zum Widersinn. Friederike Emmerling, die Lektorin des jungen Dichters, wird dazu einige Lobworte sprechen, bevor Lotz einen kurzen Einakter vorträgt.
Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Kasseler Trio „Tonträger“ (Frank Pecher, Hartmut Schmidt und Hugo W. Scholz) mit eigens zum Anlass arrangierten Stücken von Hans Jungherr, Anton Karas und Nino Rota.
Gäste des Kasseler Komik-Kolloquium in den darauf folgenden Tagen sind unter anderem Wiglaf Droste, Franzobel, Eckhard Henscheid, Ulrich Holbein, Felicitas Hoppe, Ingomar von Kieseritzky, Michael Lentz & Uli Winters, Aiman Mazyek, Nina Petri & Christian Maintz, Pigor & Eichhorn und andere mehr. Mit der dreitägigen wissenschaftlichen Fachtagung hat sich das Komik-Kolloquium zum einzigen kontinuierlichen Ort für kulturwissenschaftliche Humorforschung entwickelt. Diesmal widmen sich die Forscher verschiedener Fachdisziplinen dem hochaktuellen Zusammenhang von „Komik und Religion“. Ein Podiumsgespräch mit Vertretern aus Literatur, Recht, Christentum und Islam fragt: „Hat Gott Humor?“
Näheres unter www.brueckner-kuehner.de und www.komik-kolloquium.de
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