documenta-Skulptur „Penone-Baum“: Fachleute sollen Standort-Frage klären

20. März 2013. Eine Kommission aus fünf Fachleuten soll klären, ob die documenta-Skulptur „Idee di Pietra“ von Giuseppe Penone, der so genannte „Penone-Baum“, an seinem derzeitigen Standort in der Kasseler Karlsaue bleiben kann. Das haben die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann und Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf Initiative der Ministerin beschlossen.

Auf diese Weise soll eine einvernehmliche Lösung der Standort-Frage erreicht werden, bei der sich in der öffentlichen Diskussion zurzeit nur schwer miteinander vereinbare grundsätzliche Positionen gegenüberstehen:

Nach Ansicht der Gartendenkmalpflege ist fraglich, ob ein zeitgenössisches Kunstwerk nicht ein Fremdkörper in dem barocken Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Karlsaue wäre. Die Ministerin für Wissenschaft und Kunst ist zur Wahrung der Belange der Denkmalpflege verpflichtet. Zudem stellt sich die Frage, ob die Anlage „Freiraum“ für die jeweils nächste documenta wäre, wenn dort Kunstwerke dauerhaft blieben. Für die Nutzung der im Besitz der Museumslandschaft Hessen Kassel befindlichen Karlsaue zur documenta 13 war im Einvernehmen aller Beteiligter die Zeit vom 10. Juni 2012 bis 31. Oktober 2012 vertraglich festgelegt worden.

Dem steht der Wunsch gegenüber, die von den Kasseler Bürgerinnen und Bürgern so geschätzte Skulptur, die zu den beliebtesten Kunstwerken der documenta 13 gehörte und mittels zahlreicher Spenden von Bürgern und Unternehmen für die Stadt angekauft wurde, dauerhaft an ihrem jetzigen Standort zu belassen. Oberbürgermeister Hilgen unterstützt diesen Wunsch und verweist darauf, dass die Karlsaue eine künstlich geschaffene Landschaft sei, die im Lauf der Zeiten immer wieder Veränderungen unterworfen war.

Das Land benennt für die Kommission den Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), Prof. Dr. Bernd Küster, und den Gartenhistoriker und ehemaligen stellvertretenden Landeskonservator von Berlin, Klaus von Krosigk. Die Stadt benennt ihre Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier und die Leiterin des städtischen Umwelt- und Gartenamts, Regula-Maria Ohlmeier. Den Vorsitz des Gremiums soll der Verwaltungsdirektor und Vorstand der Kulturstiftung des Bundes, Alexander Fahrenholtz, übernehmen. „Die Kommission soll ergebnisoffen prüfen, ob der jetzige Standort für den endgültigen Verbleib der Skulptur der Geeignetste ist. Land und Stadt werden die Empfehlung des Gremiums akzeptieren“, erklärten Ministerin Kühne-Hörmann und Oberbürgermeister Hilgen. „Bis zur endgültigen Entscheidung kann der „Penone-Baum“ an seinem jetzigen Standort bleiben“, fügte Kühne-Hörmann hinzu.

Ministerin Kühne-Hörmann stellte klar, dass die Karlsaue auch künftig als einzigartige Plattform für Kunst während der documenta-Ausstellungen zur Verfügung stehen werde. Diese Nutzung sei vertraglich zwischen der MHK und der documenta GmbH zu regeln. Sie hob hervor, dass es ebenso wichtig sei, dass Objekte der weltweit einzigartigen documenta-Ausstellungen im öffentlichen Raum präsent blieben, um dem Prädikat Kassels als documenta-Stadt gerecht zu werden.

Oberbürgermeister Hilgen begrüßte die Entscheidung der Ministerin, den Penone-Baum bis zur Klärung der Standortfrage in der Karlsaue stehen zu lassen: „Die Einberufung der Kommission ist eine gute Möglichkeit, eine Lösung der festgefahrenen Diskussion zu finden“.

(Gemeinsame Presseerklärung der Stadt Kassel und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst)

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