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Kreis erweitert Kunststoffverwertung, Städte ziehen mit

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26. März 2013
Kreis erweitert Kunststoffverwertung, Städte ziehen mit

(pen) „Mehr und besseres Recycling, hierfür wird sich schnell eine Mehrheit finden lassen. Zustimmung oder gar Begeisterung für eine weitere Tonne vor der Haustür wird es dafür bei vielen Bürgern aber sicher nicht geben. Auch aus diesem Grund haben wir uns entschieden, zukünftig für ganz bestimmte Kunststoffarten Abgabestellen auf unseren Umladeanlagen einzurichten.“ Elisabeth Henne, zuständige Abfallfachfrau der Kreisverwaltung, kündigt ein neues Angebot für die Bürger im Ennepe-Ruhr-Kreis an. Da die Container nicht nur auf den vom Kreis betreuten Anlagen in Gevelsberg und Witten, sondern auch auf den städtischen Wertstoffhöfen in Hattingen, Herdecke und Wetter stehen werden, ist es nahezu flächendeckend.

Gefüllt werden sollen die 36 Kubikmeter großen Behälter ausdrücklich nicht mit dem Kunststoff, der bisher bereits im gelben Sack gelandet ist. „In die gelben Säcke gehört ausschließlich Verpackungsmüll. Die Finanzierung erfolgt über Lizenzentgelte, die unmerklich bei jedem Kauf, beispielsweise eines Joghurtbechers, mitbezahlt werden. Der Verpackungsmüll mit dem grünen Punkt wird nach wie vor direkt vor den Haustüren abgeholt. Unser Ziel ist es darüber hinaus auch Kunststoffprodukte die keine Verpackungen sind, aber die Zeichen PE und PP tragen, zu verwerten, Im amtsdeutsch werden sie als ´wertstoffgleiche Nichtverpackungen´ beschrieben “, erläutert Henne. Im Klartext: Gemeint sind beispielsweise Faltkörbe, Stapelkisten und Wäschekörbe, leere Kanister, Wassertonnen und Gießkannen, Gartenmöbel, Komposter und Kunststoffpaletten, Bobby-Cars, Sandkastenspielzeug und Kunststoffschlitten. Das im Rahmen der Gesetzgebung vieldiskutierte Quietscheentchen gehört jedoch weder in den gelben Sack noch in die neu aufgestellten Container. Es ist keine Verpackung und besteht aus PVC.

Die vollen Container rollen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis Richtung Bochum, wo der Kunststoff zu Ballen gepresst wird. „Diese werden dann von einer Firma in Thüringen zu Granulat verarbeitet und bilden die Grundlage für Fensterprofile, Haushaltswaren, Rohre, Gartengeräte, Eimer, Büromöbel oder auch Transportverpackungen. Dies ist natürlich allemal sinnvoller, als die Kunststoffprodukte als Restmüll einfach zu verbrennen“, wirbt Henne dafür, dass möglichst viele Bürger die erweitere Erfassung von Wertstoffen annehmen.

Den mit dem neuen Angebot verbundenen Kosten für Umladung, Transport und Verarbeitung stehen Einnahmen durch den Verkauf des Kunststoffes gegenüber. „Je nach Qualität sind zwischen 50 und 110 Euro pro Tonne zu erzielen. 80 Euro dürften realistisch sein“, kalkuliert Henne. Für die Umladeanlagen des Kreises in Gevelsberg und Witten kündigt sie an, dass die Bürger ihren Kunststoff dort gebührenfrei abgeben können.

Wer Kunststoffprodukte abgeben möchte, sollte sich diese vorab allerdings genau ansehen. „Finden sich die Zeichen PVC, PA, PS oder ABS ist eine kostenlose Annahme leider nicht möglich. Betroffen sind beispielsweise Kabel, Kartuschen oder Rohre aus dem Bauaußenbereich, Duschvorhänge, Rollläden oder Kunststoff-Bodenbeläge aus dem Bauinnenbereich sowie Autoteile mit Schrauben und Lack, Computer oder Planschbecken und aufblasbares Spielzeug“, verrät Henne.

Stichwort Wertstofftonne
Die Lösung im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigt. Was in der öffentlichen Diskussion „Wertstofftonne“ genannt wird, muss nicht immer eine Tonne werden. Es geht vielmehr um die Frage: Wie kann es organisiert werden, dass neben Verkaufsverpackungen aus Metall, Kunststoff oder Verbundmaterial, die in Deutschland seit über 20 Jahren per gelben Sack oder Tonne getrennt gesammelt werden, auch weitere Wertstoffe aus denselben Materialien wieder zu verwerten sind. „Mit dem jetzt geschaffenen Angebot sehen wir da auch beim Kunststoff gut aus. Für Nichtverpackungen aus Metall wie Töpfe oder Besteck gibt es ja bereits seit Jahren Abgabemöglichkeiten an Umladeanlagen und Wertstoffhöfen. Und falls Metall dann doch im Restmüll landet, sorgt für die Magnetabscheidung vor der Müllverbrennung für das gewünschte Recycling“, so Henne.




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Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Pressesprecher Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
Telefon: 02336/93 2062, Fax: 02336/93 12062
Mail: pressestelle@en-kreis.de, Internet: www.en-kreis.de