(pen) Wer am Dienstag, 16. April, Open-Air im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs sein möchte, der muss sich beeilen. „Nicht nur der Termin für diese Premierentour des Cabriobusses rückt immer näher, auch die Zahl der verkaufen Tickets steigt täglich. Noch gibt es aber freie Plätze“, berichtet Organisator Stefan Tigges. Mit Blick auf die Wettervorhersage für Dienstag (Sonne/Wolken Mix, 19 Grad) könnten es sogar Plätze an der Sonne werden. „So wie es aussieht, werden wir das durchsichtige Dach auf dem Oberdeck öffnen und damit 53 Passagieren ein ganz besonderes Fahrvergnügen bieten“, hofft Tigges.
Der Doppelstock-Cabriobus ist im Ennepe-Ruhr-Kreis kein Unbekannter. Seit April letzten Jahres ist er regelmäßig bei Rundfahrten unterwegs. Neu in der Saison 2013: Erstmals widmet sich eine Tour ausschließlich dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis. Ziele sind die zahlreichen baulichen Zeitzeugen der Vor- und Frühindustrialisierung in Ennepetal und Breckerfeld. „Wir folgen den Spuren der Elemente Wasser und Eisen, die den Ennepe-Ruhr-Kreis schon seit mehr als 2.000 Jahren zu einem wichtigen industriellen Zentrum machen. Die Stationen werden den Teilnehmern interessante Einblicke in die regionale Wirtschaftsgeschichte ermöglichen“, weckt Tigges die Neugier. Buchbar ist das Angebot, das es bis Oktober an jedem dritten Dienstag geben wird, bei der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr in Hattingen.
Ausgangspunkte der Tour sind der Busbahnhof in Hattingen (9.30 Uhr) und das Haus Ennepetal (10 Uhr). Nur einen Steinwurf vom Eingang der Kluterthöhle, einer der größten Natur- und Schauhöhlen Deutschlands, entfernt, beginnt dann die fünfstündige Rundreise. Durch das idyllische Heilenbecker Tal geht es zum ersten Stopp an der Heilenbecker Talsperre, der ältesten in der Region. Dem Aufstieg in das Höhendorf Rüggeberg und dem von dort möglichen Fernblick Richtung Sauerland und Ruhrgebiet folgt der Abstecher zum Krenzer Hammer. Dort wartet neben einer Führung durch die letzte noch produzierende Freiformschmiede der Umgebung auch eine Schmiedevorführung.
„Jeder Teilnehmer wird erkennen, warum es die Wasserkraft gewesen ist, die hier vor Ort bereits ab Mitte des 13. Jahrhunderts das Weiterverarbeiten des Eisens revolutionierte. Die Teilnehmer werden erfahren, wie sich die wirtschaftlichen Aktivitäten, wie sich Talsperren und der Bedarf an Holzkohle Zug um Zug auf die Landschaft ausgewirkt haben und diese mehr und mehr prägten“, kündigt Tigges an.
Nach einem kräftigen Mittagsimbiss rollt der Cabriobus an der Ennepetalsperre vorbei und über den Wengeberg, mit 442 Metern höchster Punkt im Ennepe-Ruhr-Kreis, Richtung Breckerfeld. Bei einem Rundgang werden in der kleinsten der neun kreisangehörigen Städte die Altstadt und die beiden Jakobus-Kirchen erkundet. Anschließend folgen abschließend ein kurzer Stopp in Ennepetal-Voerde und ein kleiner Spaziergang durch das sehenswerte „Zönchen“ bevor mit dem Haus Ennepetal wieder der Ausgangspunkt der Rundfahrt erreicht wird.
Buchung und Cabriobus
Die Tour kostet für Erwachsene inklusive Mittagsimbiss und Reiseleitung 29 Euro. Telefonische Auskünfte und Buchungsmöglichkeiten gibt es bei der EN-Agentur, Telefon 02324/5648 19. Zwei Doppelstock-Cabriobusse sind seit 2012 regelmäßig im gesamten Ruhrgebiet und damit auch im Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs. In diesem Jahr gibt es bis Oktober Monat für Monat insgesamt drei verschiedene Touren durch den Kreis. „Kohle, Schnaps und Stahl“ steht an jedem ersten Dienstag auf dem Programm, am gleichen Tag heißt es auch immer „Witten in 90 Minuten“ und an jedem dritten Dienstag bricht der Cabriobus zu einer Fahrt durch den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis auf.
Stichwort Stefan Tigges
Der Unternehmer aus Münster ist im Ennepe-Ruhr-Kreis seit 2005 als Geschäftsführer der RuhrtalBahn aktiv. In Zusammenarbeit mit dem Kreis und den Städten hat er das Angebot des nostalgischen Schienenverkehrs Zug um Zug ausgebaut. Aktuell werden auf zwei Linien jährlich rund 80 Fahrtage geboten, sechs von neun kreisangehörigen Städten werden so regelmäßig per Dampfzug oder Schienenbus angesteuert. In den letzten acht Jahren konnte Tigges mehr als 240.000 Passagiere in den Zügen begrüßen.