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Netzwerk macht Jagd auf gefährliche Bakterien

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17. April 2013
Netzwerk macht Jagd auf gefährliche Bakterien

(pen) „Im Rahmen einer breit angelegten Studie haben wir im letzten Jahr untersucht, wie viele Krankenhauspatienten im Ennepe-Ruhr-Kreis bei der Aufnahme mit multiresistenten Keimen belastet waren. Ermittelt wurde ein Anteil von 2,4 Prozent. Dieser ist zum einen mit Resultaten aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens identisch, zum anderen darf der auf den ersten Blick niedrige Wert uns allerdings nicht dazu verleiten, die Hände in den Schoss zu legen.“ Gleich zu Beginn einer Veranstaltung machten Dr. Sabine Klinke-Rehbein und Andrea Heeren im Wittener Lukaszentrum deutlich: Der Einsatz gegen widerstandsfähige Bakterien, die auch mit Antibiotika nur schwer zu behandeln sind, ist nach wie vor eine der Herausforderungen für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens. Um diese zu bestehen, koordinieren Klinke-Rehbein und Heeren für die Kreisverwaltung die Arbeit eines Netzwerkes, das Jagd auf die Bakterien macht.

Das Informationsangebot in Witten nutzten rund 90 Teilnehmer, die in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen sowie Heimen der Behindertenhilfe arbeiten, in ambulanten Pflegediensten und im Rettungsdienst beschäftigt sind oder als niedergelassene Ärzte praktizieren. „Kooperation und Austausch spielen eine entscheidende Rolle. Schließlich sollten die Bakterien, deren bekannteste Form MRSA sein dürfte, nicht nur im Krankenhaus besondere Aufmerksamkeit erfahren. Immer dann, wenn über die Infektion nicht informiert wird und notwendige Hygienemaßnahmen ausbleiben, können auch andere Personen nach der Entlassung mit dem Bakterium in Kontakt kommen. Dies gilt beispielsweise für Mitarbeiter, die im Krankentransport oder in der ambulanten Betreuung eingesetzt werden“, warb Amtsarzt Dr. Hans-Joachim Boschek für eine intensive Netzwerkarbeit. MRSA sei nur im Kollektiv zu bewältigen.

Als Referenten schilderten Mariandl Bartz-Swienty, Leiterin des Alten- und Pflegeheimes Haus am Voß´schen Garten in Witten, Prof. Dr. med. Sören Gatermann, Leiter des Institutes für Medizinische Laboratoriumsdiagnostik der Ruhr-Universität, Dr. med. Herwig Kasper vom St. Elisabeth-Krankenhaus Hattingen-Niederwenigern und Andreas Kintrup, Leiter des Geschäftsbereiches Versorgungsqualität bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe die Probleme und Ansätze im Umgang mit den multiresistenten Erregern. Thematisiert wurde beispielsweise die Problemlage aus Sicht eines Pflegeheimes, vorgestellt wurde ein MRSA-Nachweis, der bereits bei der Patientenaufnahme eingesetzt werden kann und deutlich schneller Ergebnisse liefert als das bisher übliche Verfahren.

„In allen Beiträgen wurde deutlich: Wirkungsvolle Strategien gegen die Keime können tatsächlich nur greifen, wenn alle am Versorgungssystem Beteiligten Hand in Hand arbeiten. Gelingt uns das, könnte am Ende möglicherweise jede dritte Infektion vermieden werden“, zogen Klinke-Rehbein und Heeren eine Bilanz.

Stichwort MRSA
Das Methicillin-resistente Bakterium Staphylococcus aureus (MRSA) und andere multiresistente Erreger (MRE) können bei Menschen schwere Infektionen verursachen. In Deutschland kommt es jährlich neben 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen zunehmend auch zu ambulant erworbenen Infektionen, die bei besonders geschwächten Patienten tödlich verlaufen können. Für den Ennepe-Ruhr-Kreis geht der Fachbereich Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung von mindestens 200 Fällen pro Jahr aus. Um diese Zahl zu senken, soll das Netzwerk dazu beitragen, Fälle einheitlich zu erfassen, Standards für die Behandlung von MRSA-Patienten zu entwickeln, Personal zu schulen und Einrichtungen aller Versorgungsbereiche zum Informationsaustausch anregen.




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Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Pressesprecher Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
Telefon: 02336/93 2062, Fax: 02336/93 12062
Mail: pressestelle@en-kreis.de, Internet: www.en-kreis.de