27. Mai 2013. Pünktlich zum Stadtjubiläum hat der CDU-Stadtbezirksverband Kassel-Mitte zwei Tafeln fertig gestellt, die an den ehemaligen Vierflüssebrunnen am Scheidemannplatz erinnern. Sie wurden am Freitag, 24. Mai, feierlich von Kassel 1100-Projektleiter Hans-Jochem Weikert enthüllt.
„Wir haben lange überlegt, was wir der Stadt Kassel zum Geburtstag schenken“, berichtete der CDU-Vorsitzende Jochem Ziemer. „Schließlich haben wir uns auf die Erinnerung an einen fast vergessenen Brunnen verständigt, der einst ein wichtiges Kasseler Baudenkmal war.“ Die Recherche über den Brunnen sei dabei einer Schatzsuche gleichgekommen. „Nach einem Aufruf in der Presse haben sich etliche Menschen bei uns gemeldet“, sagte Ziemer. So sei ein bis dato unbekanntes Bild des Brunnens aus dem Jahr 1880/81 aufgetaucht. Zudem gab es einen Kasseler Bürger, der ein 30 Zentimeter hohes Modell des Brunnens zur Verfügung stellen konnte. „Am Ende wurde es dann sogar noch romantisch, als uns eine Dame berichtete, dass sie ihren späteren Mann im Jahr 1942 erstmals am Vierflüssebrunnen getroffen hat“, teilte Ziemer mit.
Er und sein Team haben nach und nach etliche Informationen über das verlorene Bauwerk zusammengetragen und mit Hilfe von Stadtmuseum, Handwerkskammer und Kasseler Verkehrsgesellschaft zwei Erinnerungstafeln erstellt, die seit heute am Scheidemannplatz an den Vierflüssebrunnen erinnern, erklärte Ziemer weiter.
Der Vierflüssebrunnen - der an die vier heimischen Flüsse Fulda, Werra, Eder und Lahn erinnerte - war mit seinen 7,50 Metern Höhe ein stattliches Bauwerk, das bis zum Jahr 1952 am Scheidemannplatz stand. Gestiftet wurde der Brunnen von Konsul Schmidt und am 21. August 1881 feierlich auf dem damaligen Friedrich-Wilhelms-Platz enthüllt. Für die Gesamtplanung des Brunnens war der Kasseler Akademiedirektor Hugo Schneider verantwortlich. Die Steinmetzarbeiten führte L. Herzog aus Hildesheim aus und die vier allegorischen Frauenfiguren wurden von dem Kasseler Bildhauer Carl Echtermeyer angefertigt. Der Brunnen überstand den Krieg unzerstört. Bei Umbaumaßnahmen für die autogerechte Stadt wurde er 1952 demontiert und im Bauhof eingelagert, wo sich seine Spur verlor.
„Wir freuen uns sehr, dass diese Spur nun wieder aufgegriffen wurde und so zum Stadtjubiläum ein Stück Kasseler Geschichte wieder lebendig wird“, sagte Kassel 1100-Projektleiter Hans-Jochem Weikert. Er lobte darüber hinaus die informative Broschüre, die der CDU-Kreisverband aufgesetzt hat.
Bis zum 10. Juni 2013 gibt es eine Ausstellung zum Vierflüssebrunnen und dem Friedrich-Wilhelms-Platz in den Räumen der Handwerkskammer, Scheidemannplatz 22, zu sehen. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 15.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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