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Hanau, 04. Juni 2013
Gaukler und Künstler erobern die Hanauer Altstadt
377. Lamboyfest bietet vom 7. bis 9. Juni viele Höhepunkte

Einmal im Jahr steht die Hanauer Altstadt unter einer Belagerung der ganz besonderen Art und erinnert damit an eine historisch bedeutsame Befreiung am 13. Juni 1636. Immer um dieses bedeutsame Datum herum gehören drei Tage lang die Straßen und Gassen rund um das Goldschmiedehaus den Gauklern und fahrenden Händlern, den Musikern und Bands, aber vor allem den großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern des Lamboyfestes. Das Hanauer Traditionsfest kann mit der 377. Wiederkehr auf eine lange Tradition zurückblicken und bietet auch in diesem Jahr ein facettenreiches Programm, das einen gelungenen Bogen von Irish Folk mit Anne Wylie über hochklassigen a Capella-Gesang mit den „Medlz“ bis hin zu unterhaltsamer Comedy mit Robert Capitoni und ezwei Tribute-Shows schlägt, die europaweit für Furore sorgen. Abgerundet wurde das Angebot durch eine informative Ausstellung zur Geschichte des Festes und den Ereignissen in Hanau während des 30-jährigen Krieges. „Obwohl es zu den der ältesten Volksfeste Hessens gehört, präsentiert sich das Lamboyfest auch in diesem Jahr attraktiv und lebendig mit einem Programm, das für jeden Geschmack und jedes Alter etwas bietet“, freut sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky über die gelungene Zusammenstellung und betont, dass es keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von engagierter Mitwirkung vieler sei, dass es allen Widrigkeiten zum trotz gelungen sei, das Traditionsfest bis heute fest im Hanauer Kulturleben zu verankern.

Dabei wundert sich manch einer beim Blick in die Historie, dass die Hanauerinnen und Hanauer gar nicht den Befreier vom 13. Juni 1636 feiern, sondern ihr Fest nach dem einstigen Belagerer Graf Wilhelm von Lamboy (Guillaume de Lamboy) benannt haben. Fast ein Dreivierteljahr harrte dieser vor den Stadtmauern aus, bis Wilhelm V. von Hessen-Kassel auf Bitten seiner Hanauer Gemahlin Amalie Elisabeth im Trutzbündnis mit der schwedischen Armee mit 10.000 Mann nach Hanau ausrückte, um dort nach heftigem Kampf General Lamboy und die kaiserlichen Truppen in die Flucht zu schlagen. In Erinnerung an die ersehnte Befreiung ordnete seinerzeit Graf Philipp Moritz einen Dank-, Bet- und Bußtag an, den die Hanauer Bürgerschaft alljährlich am 13. Juni begehen sollte.

Einen anschaulichen Eindruck von den Ereignissen um die Belagerung und den Strapazen, die die Menschen im 30-jährigen Krieg in Hanau ertragen mussten, vermittelt eine Tafelausstellung „375 Jahre Lamboyfest – Hanau im 30-jährigen Krieg“ mit Originalexponaten, die unter der Federführung des Hanauer Geschichtsvereins erstellt wurde, und die auch in diesem Jahr wieder an allen drei Festtagen von 11 bis 20 Uhr im Goldschmiedehaus zu sehen ist.

Daneben gehört natürlich auch das große Gauklerfest mit Abschlussparade durch die Straßen der Altstadt am Samstag und Sonntag, das „Lamboyfest für Kids“ auf dem Marienkirchplatz mit Spiel- und Bastelangeboten für die jüngeren Besucher des Festes sowie unzählige Marktstände zum vielfältigen Angebot.

Mit mehr als 50 Bands und Künstlern, die auf den fünf Bühnen verteilt über die Altstadt auftreten, bietet das 377. Lamboyfest einmal mehr ein Unterhaltungsprogramm, das im Veranstaltungskalender der Region seinesgleichen lange suchen muss. „Denn bei hoher Attraktivität und Aktualität sind alle Veranstaltungen nach wie vor kostenfrei zu besuchen“, weist Oberbürgermeister Kaminsky auf diesen ganz wichtigen Aspekt hin.

Um 19 Uhr startet am Freitag das Festtreiben auf der Binding-Bühne auf dem Schlossplatz mit „Keller & Verstärkung“, die mit ihrem Rock, Pop und Funpunk aus Frankfurt an die Musik von Bands wie „Die Ärzte“ oder „Rammstein“ anknüpfen. Um 20.15 Uhr gehört die Bühne dann Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der das 377. Lamboyfest offiziell eröffnen wird. Mit „PC Bryant & Friends“ geht es um 20.30 Uhr weiter. Den Abschluss-Auftritt des Tages bieten die „Companions“: sie servieren dem Publikum ihr rundum unorthodoxes Coverprogramm aus Klassikern, All-Time-Rockern und seltenen Perlen der Popmusik.

Der erste Höhepunkt des Samstags, 8. Juni, ist zweifelsohne der Poetry-Slam, der ab 13 Uhr auf der Sparkasse Hanau-Bühne beim Goldschmiedehaus stattfindet, und das Publikum auf ganz eigene Weise unterhält, bis dann die „Wingerts“ mit „acoustic a la carte“ um 15 Uhr übernehmen.

Auf der IGHA-Bühne in der Steinstraße gibt die Paul-Hindemith-Musikschule ein Konzert. Ein Wiedersehen mit Leslie Link und Peter Bischof bietet sich um 18.30 auf der Sion-Bühne neben dem Florist Holzschuh.

Auf eine musikalische Zeitreise von 1990 bis 2010 nehmen die „Medlz“ ihr Publikum ab 19.15 Uhr auf der Binding-Bühne mit. Mit ihrer Show „Unsere Zeit“ präesentieren sie a capella die Tophits aus 20 Jahren, angefangen bei „Nothing compares to you“ bis „Satellite“. Nach Abschluss der Gauklerparade auf dem Schlossplatz darf sich das Publikum hier auf „Falco – The Show“ freuen. Nebenan auf der Sparkasse Hanau-Bühne spielt die „Van Baker Band“ deutsche Partyhits vom Feinsten. Auf der Corona-Bühne in der Rappengasse sorgt „Helium 6“ für gute Stimmung im Publikum.

Nicht wie sonst die Marienkirche, sondern die Sparkasse Hanau-Bühne ist am Sonntag der Ort, an dem Pfarrerin Heike Lisker um 10 Uhr zum evangelischen Gottesdienst einlädt.

Auf der Binding-Bühne beginnt der Sonntag um 10.30 Uhr mit dem Jazz-Frühschoppen. Um 12 Uhr steht der Freibieranstich und Leberkäs-Anschnitt auf dem Programm. Auf einen erster musikalischen Höhepunkt darf sich das Publikum um 15.30 Uhr mit Anne Wylie freuen, die Irish Folk der Extraklasse bietet. Roberto Capitoni wird ab 18.30 Uhr die Zuschauerschar mit Comedy unterhalten und gleichzeitig auf die Abschlussparade der Gaukler einstimmen, die um 19.45 Uhr noch einmal durch die Straßen der Altstadt zum Schlossplatz ziehen. Während auf der Corona-Bühne mit „Banjoory“ die letzte Band des Abends zu sehen ist, gibt es um 20.45 Uhr auf der Sparkasse Hanau-Bühne ein Wiedersehen mit „Claudia Rudek & Band“. Die Binding-Bühne am Schlossplatz bietet am letzten Abend eine weitere Tribute-Show: Mit „Just Pink“ tritt eine Formation an, die dem Original in nichts nachsteht und auf dem Schlossplatz für einen furiosen Abschluss des 377. Lamboyfestes sorgen wird.

Das vollständige Programm zum 377. Lamboyfest liegt ab sofort im Stadtladen sowie in den Stadtteilläden aus und ist im Internet unter www.hanau.de zu finden.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929

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