Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
[Alle Meldungen]
[Medienarchiv]
[E-Mail-Abo]
[Suche]

[Druckansicht]

Magdeburg, 20. Juni 2013
Mauerstück soll mit Graffiti künstlerisch aufgewertet werden
Ideenwettbewerb wird gestartet

Das historische Mauerstück der Berliner Mauer in der Lothar-Kreyssig-Straße soll wieder angemessen gestaltet werden. Im Rahmen eines Jugendprojektes wird ein Ideenwettbewerb gestartet, um mit einer künstlerischen Graffiti-Gestaltung das Mauerstück und damit seine Identität als Teil der Deutschen Geschichte aufzuwerten. Auftakt ist am kommenden Donnerstag (27. Juni) um 18.00 Uhr im Franckesaal des Alten Rathauses. Interessierte jugendliche Sprayer ab 14 Jahren sind herzlich eingeladen.

 

Der Wettbewerb wird im Rahmen des Graffiti-Projektes vom Jugendamt organisiert und umgesetzt. Angesprochen werden graffitiinteressierte Jugendliche, die sich mit ihren Ideen im Rahmen der Neugestaltung des Mauerstücks einbringen möchten. Bei der Ideenfindung ist der geschichtliche Hintergrund zu berücksichtigen. Seinen Abschluss soll das Projekt zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober finden.

 

Hintergrund ist ein Beschluss des Stadtrates, das historische Mauerstück wieder angemessen zu gestalten, nachdem im April 2012 Unbekannte das 3,60 Meter hohe und 2,7 Tonnen schwere Teil verunstaltet haben.

 

 

Hintergrundinformationen

Graffiti hatte der Berliner Mauer ein bleibendes Gesicht gegeben. Anfangs handelte es sich um einfache Sprüche, politische Parolen und jede Menge Kritzeleien („I was here“, „Die Mauer muss weg“ usw.). Mit dem Aufstellen der Mauer der 4. Generation (vorgefertigte L-förmige Mauerelemente aus hochwertigem Stahlbeton) änderte sich das Erscheinungsbild der Mauer. Dieser Mauertyp erfüllte immer noch seine grausame technische Funktion, war von seiner Oberfläche aber optimal zur Bemalung geeignet. Die einsetzende künstlerische Gestaltung (Graffiti, Installationen usw.) hatte der Mauer ein Erscheinungsbild als „längste Leinwand der Welt“ gegeben.

 

Postkarten mit Mauergraffiti sind noch heute bei Berlin-Touristen sehr beliebt. Anfangs war es einzelnes Straßengraffiti in Anlehnung an die Sprayer der New Yorker Bronx. Mitte der 1980er-Jahre  entstanden farbenfrohe Kunstwerke von zum Teil namhaften Künstlern. Viele der Künstler sind auch durch ihre Arbeiten an der Mauer bekannt geworden.

 

Nach dem Fall der Mauer konnte auch die Ostseite der Mauer bemalt werden. Im Frühjahr 1990 wurde dieses Teilstück von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf einer Länge von 1316 Metern bemalt – die sogenannte East Side Gallery entstand. Die Künstler kommentierten in rund 100 Gemälden auf der ehemaligen Ostseite der Mauer mit den unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln die politischen Veränderungen der Jahre 1989/90.

Wegen städtebaulicher Maßnahmen ist sie mittlerweile nicht mehr durchgehend erhalten. Anstelle der Originale existieren heute nur noch die im Jahr 2009 entstandenen Repliken.



[Zurück]


Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
FAX: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
URL: www.magdeburg.de

Die Pressestelle "Landeshauptstadt Magdeburg" ist Mitglied bei presse-service.de [http://www.presse-service.de/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren. presse-service.de