Herten will „Fairtrade Town“ werden
24.06.2013 | Herten
Fairer Handel für bessere Arbeitsbedingungen
Mehr als 1100 Menschen sind im Mai bei dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch gestorben – dieses Unglück hat die schlechten Arbeitsbedingungen von Menschen weltweit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. „Fair Trade“ – fairer Handel – ist das Stichwort, auch für die Stadt Herten. Eine Initiative will das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern schärfen und Herten so zur „Fairtrade Town“ machen.
„Geiz ist geil“ war lange das Motto beim Einkaufen. „Fair Trade“, also fairer Handel, bleibt dabei auf der Strecke. Fünf Euro für ein T-Shirt oder zehn Euro für eine Jeans – solche Preise sind nur möglich, wenn Betriebe ihre Waren überwiegend in Billiglohnländern fertigen lassen. Durchschnittlich 16 Arbeitsstunden am Tag, gesundheitliche Schäden und ein Lohn von 27 Euro im Monat – das sind zum Beispiel die Arbeitsbedingungen von Näherinnen in Bangladesch.
Die Kampagne „Fairtrade Towns“ will ökonomische, soziale und ökologische Standards im Handel schaffen und dafür Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringen. Ganz konkret bedeutet dies beispielweise, nur fair gehandelten Kaffee oder Tee zu kaufen und zu verkaufen. Über 160 „Fairtrade Towns“ gibt es mittlerweile in Deutschland. Damit Herten die Auszeichnung erhält, müssen fünf Kriterien erfüllt werden:
- Bei allen Sitzungen der Verwaltung werden nur Fair-Trade-Kaffee und ein weiteres, fair gehandeltes Produkt verwendet, wie zum Beispiel Zucker oder Orangensaft.
- Eine Steuerungsgruppe aus Vertretern von Stadt, Einzelhandel, Gastronomie, Gemeinden und Vereinen hat den fairen Handel im Blick.
- Lokale Geschäfte verkaufen Produkte aus fairem Handel und in jeweils mindestens zwei Cafés und Restaurants werden Fair-Trade-Produkte angeboten.
- Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen verwenden Fair-Trade-Produkte.
- Das Thema Fair Trade wird an die Bürgerinnen und Bürger herangetragen.
Viele Hertenerinnen und Hertener sind bereits sehr aktiv, was den fairen Handel angeht. Die Eine-Welt-Gruppe der Friedenskirche Disteln zum Beispiel hat sich bereit erklärt, die Funktion der lokalen Steuerungsgruppe zu übernehmen. Seit vielen Jahren setzen sich die Mitglieder der Gruppe für die Belange der Hilfsbedürftigen der Welt ein. An jedem Sonntag nach dem Gottesdienst zum Beispiel verkaufen die Gemeindemitglieder fair gehandelte Waren wie den „Herten Kaffee“. Die Eine-Welt-Gruppe war es auch, die Herten für das „Fairtrade Town“-Siegel vorgeschlagen hat und das Verfahren begleiten wird. Auch viele Gastronomen und Händler zeigen sich interessiert an dem Verkauf von fairer Ware. Im Rathaus wird seit Jahren nur fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt.
Das Ziel ist es, alle Kriterien bis zur Fairen Woche im September 2013 zu erfüllen.
Hintergrund
Fair-Trade-Initiativen schaffen Standards, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. Bauern und Arbeiter von Plantagen zum Beispiel, die Fair Trade zertifiziert sind, erhalten für ihre Produkte ein regelmäßiges Einkommen, bezahlten Urlaub und soziale Vorsorge.
Pressekontakt: Pressestelle, Maximiliane Plöger (Volontärin), Tel: 02366/303 227, Mail: m.ploeger@herten.de, www.herten.de, www.facebook.com/stadtherten, www.youtube.com/pressestelleherten



