Ausstellung „Die Skelette vom Uni-Campus“ im Naturkundemuseum Kassel

05. Juli 2013. Eine Ausstellung über „Die Skelette vom Uni Campus“ ist ab Dienstag 9. Juli, 18 Uhr, bis zum 1. Mai, 2014 im Kasseler Naturkundemuseum zu sehen. Thema sind die bei Bauarbeiten am Uni Campus gefundenen Skelette. Durch genetische und anthropologische Untersuchungen ist festgestellt wurden, dass es sich bei den Toten um Soldaten Napoleons aus dem Raum Benelux aus dem Jahr 1813 handelt. Zwei der französisch-luxemburgischen Männer (ein Mann mittleren Alters und ein junger Soldat) wurden von der Berliner Künstlerin Lisa Büscher mit Hilfe von detaillierten Gesichtsrekonstruktionen lebensecht nachgebildet. Die originalen Skelette der beiden Männer sind in der Fundlage 2008 zu sehen. Die Ausstellung erklärt den geschichtlichen Hintergrund in der Zeit um 1813. Es wird eine Situation dargestellt wie sie sich wirklich abgespielt haben könnte. Der Herrscher des Königreiches Westfalen Jerome ( „König Lustik“) hat Kassel verlassen und die erkrankten und geschwächten Soldaten zurückgelassen. Außerdem werden die Folgen vieler Krankheiten und Mangelerscheinungen dieses Jahrhunderts anhand von originaler Knochenüberreste erklärt. Beteiligt an den noch immer andauernden Untersuchungen und Forschungen sind das Naturkundemuseum Kassel, die Universität Göttingen (Institut für Anthropologie), der Historiker Bruno v. Klobuczynski und die Universität Kassel (Institut für neuere und neuste Geschichte). Insgesamt wurden die Gebeine von 119 Menschen geborgen. Vermutlich ist dies jedoch nur ein Teil der damals ums Leben gekommenen Personen. Dabei handelt sich um männliche Personen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren. Sie waren im Herbst 1813 in den Wirren der Befreiungskriege im Kasseler Militärkrankenhaus Charité untergebracht. Die einmarschierten russischen Truppen nahmen das Krankenhaus für sich in Anspruch, die erkrankten Franzosen wurden in ein Behelfskrankenhaus verlegt. Dort ist der Großteil der Soldaten aufgrund der schlechten medizinischen Verhältnisse noch im Herbst 1813 verstorben, und verscharrt worden. Die Ausstellung ist der wichtigste Beitrag des Naturkundemuseum zum Stadtjubiläum Kassel 1100- der Tod der französisch-luxemburgischen Soldaten jährt sich dieses Jahr zum 200sten Mal. Somit stellt es ein eigenes, allerding trauriges Jubiläum dar.

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