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documenta-Stadt Kassel

Ausstellung „Die Skelette vom Uni Campus“ im Naturkundemuseum

08. Juli 2013. Bei Bauarbeiten im Januar 2008 wurde auf dem Gelände der Universität Kassel eine Vielzahl menschlicher Gebeine entdeckt, die bereits wenig später auf dem Zentralfriedhof bestattet wurden. Nach deren erneuter Exhuminierung wurden bei den bis heute andauernden nachfolgenden Untersuchungen die Herkunft und das Schicksaal der Toten in viele Aspekten geklärt. Beteiligt sind hier das Naturkundemuseum Kassel, die Universität Göttingen (Institut für Anthropologie), der Historiker Bruno v. Klobuczynski und die Universität Kassel (Institut für neuere und neuste Geschichte). Insgesamt wurden die Gebeine von 119 Menschen geborgen. Vermutlich ist dies jedoch nur ein Teil der damals ums Leben gekommenen Personen. Die genetische und anthropologische Untersuchung der Universität Göttingen ergab eine Herkunft der Toten aus dem Raum Benelux- dabei handelt es sich um männliche Personen im Alter zwischen zirka 18 und 45 Jahren. Der historische Kontext deutet auf einen Zusammenhang zu zirka 400 erkrankte französische Soldaten Napoleons hin. Sie waren im Herbst in den Wirren der Befreiungskriege im Kasseler Militärkrankenhaus Charité untergebracht. Die einmarschierten russischen Truppen nahmen das Krankenhaus für sich in Anspruch, die erkrankten Franzosen wurden in die Stadt in ein Behelfskrankenhaus verlegt. Dort ist der Großteil der Soldaten aufgrund der schlechten medizinischen Verhältnisse noch im Herbst 1813 verstorben, und verscharrt wurden. Die Ausstellung: Die Berliner Künstlerin hat an Hand der Körpermaße und detailliert Gesichtsrekonstruktionen zwei der Gebeine lebensecht nachgebildet. Es handelt sich um einen Mann mittleren Alters und einen jungen Soldaten, die typisch für die gefundenen Toten sind. Ausgestellt wird eine Situation, wie sie sich im Herbst 1813 abgespielt haben könnte, als die Soldaten die Charité verlassen mussten, um das Behelfskrankenhaus zu beziehen. Die originalen Skelette der beiden Männer sind in der Fundlage 2008 zu sehen. Die Ausstellung erklärt den historischen Kontext im 19. Jahrhundert, als der Herrscher des Königreichs Westfalen Jerome („König Lustik“) Kassel verlassen hat und die Soldaten zurückließ. Viele Krankheiten und Mangelerscheinungen dieser Zeit werden anhand originaler Knochen gezeigt. Die Ausstellung ist der wichtigste Beitrag des Naturkundemuseum zum Stadtjubiläum Kassel 1100- der Tod der französisch-luxemburgischen Soldaten jährt sich dies Jahr zum 200sten Mal. Somit stellt es ein eigenes, allerding trauriges Jubiläum dar.

Die Ausstellung ist ab 9. Juli, 18 Uhr geöffnet bis 01. Mai .2014.



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