11. Juli 2013. Die Energie der Sonne könnte in Kassel noch wesentlich intensiver genutzt werden, um Strom und warmes Wasser zu erzeugen. 30.000 Grundstücke mit geeigneten Dachflächen gibt es, doch nur auf etwa 1000 Dächern wird mittels Solartechnik Strom erzeugt. Ob ein Dach für eine Solaranlage geeignet ist, zeigt der Solardachfinder auf den Internetseiten der Stadt Kassel. Dieser wurde nun aktualisiert und um eine neue Funktion erweitert: Angezeigt wird jetzt nicht nur die Eignung für Photovoltaik – also die Stromerzeugung aus Sonnenlicht – sondern auch die Eignung für Solarthermie. Denn das Sonnenlicht kann auch genutzt werden, um Wärme zu gewinnen – ob als Heizungswärme oder für warmes Brauchwasser. Die aktualisierte Version des Solardachfinders Kassel ist ab sofort auf den Internetseiten der Stadt Kassel zu finden: www.solardachfinder-kassel.de
Die Stadt Kassel gehört seit dem Jahr 1991 dem Klima-Bündnis der europäischen Städte an: Durch Energiesparen, Steigerung der Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sollen die CO2-Emissionen reduziert werden. „Ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland trägt langfristig dazu bei, Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen zu verringern, Arbeitsplätze zu sichern und die menschgemachte Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes zu verlangsamen“, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda. „Gerade bei der Nutzung der Photovoltaik und Solarthermie haben wir in Kassel noch Potentiale, die wir unbedingt nutzen sollten.“ Der Solardachfinder als ein Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Kassel könne dabei helfen, diese Potentiale zu erschließen.
Rund drei Jahre nach Veröffentlichung der ersten Version des Solardachfinders sind die Daten jetzt auf den neuesten Stand gebracht worden. Wie bisher wird im Solardachfinder über die Eignung von Dachflächen für die Photovoltaiknutzung, also die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie informiert. Neu aufgenommen wurde eine Darstellung für die Eignung der Dächer hinsichtlich Solarthermie. Denn Strahlungsenergie der Sonne kann auch zur Wärmegewinnung genutzt werden. So können Kollektorsysteme einerseits das Brauchwasser aufwärmen, und andererseits einen wesentlich Beitrag zur Deckung des Heizwärmebedarfs decken.
Die Darstellung des Solardachfinders auf den Internetseiten der Stadt Kassel unterscheidet wie bisher die Eignungsstufen „bedingt geeignet, gut geeignet, sehr gut geeignet“. Neben der Aktualisierung der Geodaten konnte durch den Einsatz neuer technischer Verfahren auch die Qualität der Daten und damit der Informationsgehalt verbessert werden. Ein Abgleich der Solarpotentialdaten mit den mittlerweile durch Photovoltaikanlagen genutzten Dachflächen zeigt, dass bisher nur ein geringer Teil des in Kassel vorhandenen Potentials ausgenutzt wird. So stehen den rund 30.000 Grundstücken auf denen sich Gebäude mit geeigneten Dachflächen für Solartechnik befinden nur etwa 1000 Grundstücke gegenüber, von denen bereits heute schon Strom ins Netz eingespeist wird. Bezogen auf die beste Eignungsklasse wird derzeit nur auf deutlich unter zehn Prozent der Grundstücke mit Eignungsflächen die Sonnenenergie genutzt.
Die Sonne könnte theoretisch den Energiebedarf der Bundesrepublik Deutschland um ein vielfaches übertreffen. Der größte Teil der Energie wird aber nach wie vor durch die importierten Energieträger Öl, Gas, Kohle und Uran bereitgestellt Durch die weltweite Abnahme dieser Vorräte wird dies aber zukünftig schwieriger.
Der Solardachfinder wird seit seinem Start monatlich von rund 200 Nutzerinnen und Nutzern aufgerufen. Er ist Bestandteil des Stadtplan-Informationssystems, das neben dem Amtlichen Internetstadtplan zahlreiche weitere interaktive Themenkarten enthält. Wie bisher werden die Informationen zu einzelnen Dachflächen gelöscht, wenn Hauseigentümerinnen oder Hauseigentümer dieses wünschen. Ansprechpartner für den Solardachfinder sind: Volker Ballhausen (0561/787-3079) und Uwe Fischer (0561/787- 2573).
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