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Hanau, 24. Juli 2013
Wenn Bäume Geschichten erzählen könnten
In Hanau gibt es 38 Naturdenkmäler - Viel Wissenswertes auf der Homepage

Dr. Elisabeth Görge deutet auf die mächtige Winterlinde am „Druckhaus“ in Steinheim: „Dieser Baum könnte bestimmt Geschichten erzählen.“ Könnte er sicher, denn das im Volksmund „Gerichtslinde“ genannte Naturdenkmal ist schon 320 Jahre alt. Davon gibt es in Hanau immerhin 38 – egal ob als Solitär oder in Baumgruppen  –  und die ältesten sind Stieleichen im Klein-Auheimer Wald nahe der Fasanerie mit sage und schreibe 520-jähriger Geschichte. 

Dr. Görge vom Rathaus-Fachbereich Bauaufsicht, Denkmal- und Umweltschutz weiß zu berichten, dass der Name der alten Linde am Steinheimer Mainufer quasi auf das Ortsgericht zurückgeht, das dort in früheren Jahrhunderten tagte. Gar sieben Stämme hatte das ungewöhnliche Gewächs einmal, verantwortlich für diese Art Spaltung soll ein Blitzeinschlag gewesen sein. - Ein Bild aus den Anfangszeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie um 1870 zeigt das. - Wetter- und Umwelteinflüsse waren es dann auch, die dem Baum zusetzen und ihn  quasi auf das heutige, allerdings immer noch imposante Format stutzten.

Frühere Geschichten, die um die Gerichtslinde ranken, drehen sich beispielsweise um das Geäst als Spielunterschlupf für Steinheimer Kinder – und in der heutigen Zeit sicher um so manchen in der dortigen Gartenwirtschaft gepetzten Schoppen. Anekdoten zu solchen Naturdenkmälern möchte Dr. Görge (elisabeth.goerge@hanau.de, Telefon 06181-295786) sammeln und auf die städtische Homepage stellen. Dort hat die Fachfrau vom Umweltamt zusammen mit Kolleginnen schon  viel Wissenswertes zu Hanaus Naturdenkmälern zusammengestellt (http://www.hanau.de/lih/denkmal/natur/index.html),  ebenso in der eindrucksvollen Broschüre „Die Stadt Hanau und ihre Bäume“, die im Frühjahr 2013 erschienen ist. Darin werden Wesen und Bedeutung von Bäumen beschrieben, ebenso deren reiches Vorkommen in der Brüder-Grimm-Stadt, deren mögliche Krankheiten, deren Schutz und Pflege sowie deren besondere Ausprägung in Gestalt der Naturdenkmäler.

Was ist ein Naturdenkmal? Laut Bundesnaturschutzgesetz handelt es sich dabei um „rechtsverbindlich festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechenden Flächen bis fünf Hektar, deren besonderer Schutz erforderlich ist.“ Charakteristisch ist demnach ihr besonders hohes Alter, ihre ausgefallene Größe oder eine besondere Optik. Kenntlich gemacht werden diese Bäume mit einer grün umrandeten Plakette am Stamm.

Die Charakteristika von Naturdenkmälern gelten auch für die Pyramideneiche im 1823 angelegten Schlossgarten, die unverwechselbar in der Nähe der kleinen eisernen Brücke am Teich zu finden ist. Der Baum reckt sich mehr als 30 Meter in die Höhe und gilt als fast 200-jähriger Abkömmling einer berühmten Pyramideneiche aus der Nähe von Babenhausen. Dort gefundene Eicheln sollen sogar Napoleons Soldaten mit nach Frankreich genommen haben, woraus vor allem in der Gegend um Versailles Ableger gezogen worden sein sollen.

Die Broschüre „Die Stadt Hanau und ihre Bäume“ verrät auch, dass der älteste Baum der Welt mehr als 9550 Jahre alt ist. Die Gemeine Fichte „Old Tjikko“ steht im schwedischen Nationalpark „Fulufjället“.  Der dickste Baum der Welt, eine Mexikanische Sumpfzypresse,  hat übrigens einen Stammumfang von 58 Metern. Zum Vergleich: Hanaus dickster und ältester Baum misst „nur“ 7,20 Meter.         



Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

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Die Pyramideneiche im Schlossgarten ist fast 200 Jahre alt. Foto: Stadt Hanau


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Der imposante Stamm der Pyramideneiche im Schlossgarten. Foto: Stadt Hanau


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Die Platane im Schlossgarten ist rund 140 Jahre alt und hat einen Stammumfang von sechs Metern. Die Nilgans ist beeindruckt. Foto: Stadt Hanau


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Die Gerichtslinde am "Druckhaus" in Steinheim. Foto: Stadt Hanau


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