Taucher inspizierten Becken und bescheinigten: Hanaus Gruppenkläranlage in gutem Zustand
Ein Klärwerk wie das in Hanau ist jeden Tag 24 Stunden lang in Betrieb. Funktionsunterbrechungen sind eigentlich nicht vorgesehen, dennoch ist hin und wieder etwas zu reparieren. Die Herausforderung die Mitarbeiter des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) besteht darin, rechtzeitig zu erkennen, wenn etwas nicht in Ordnung ist, auch wenn sich dies unter dem Wasserspiegel befindet.
Hinzu kommen turnusmäßige Wartungsarbeiten an und in den Becken. Um festzustellen, was gegebenenfalls an Ersatzteilen gebraucht wird und welche Reparaturen vorbereitet werden müssen, ist der Einsatz von Industrietauchern nötig. Diese sind darin geschult, auch in ziemlich undurchsichtiger Umgebung Einbauteile zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten.
Würde HIS auf den knapp einen Tag dauernden Tauchereinsatz verzichten, bliebe nur, die Becken - mit Zustimmung der Wasserbehörde - außer Betrieb zu nehmen, zu entleeren, zu reinigen, zu inspizieren, wieder zu füllen und in Betrieb nehmen. Für gewöhnlich dauert dies etwas drei bis fünf Tage, in denen die Anlage nicht mit voller Kapazität zur Verfügung steht. Im Reparaturfall kommt HIS zwar nicht darum herum, auch mal ein Becken außer Betrieb zu nehmen, doch lässt sich der Aufwand durch den Einsatz der Taucher in einem überschaubaren Rahmen halten.
Die im Hanauer Hafen ansässige Firma Kerlen Taucher untersuchte nun – inmitten von Abermillionen von Mikroorganismen im Klärschlamm – im Auftrag von HIS ein Belebungs- und beide Nachklärbecken. Dabei war nicht nur hinsichtlich der Sicherheit, sondern auch der Hygiene besondere Vorsicht geboten. Das zu beachten, ist für Profis wie Kerlen Taucher aber Berufsalltag.
Zur Freude der HIS-Verantwortlichen verlief der Tauchereinsatz planmäßig. Kerlen Taucher stellte keine Schäden fest. „Wie es aussieht, kann die große Revision mit Beckenentleerung, -reinigung etc. terminlich noch etwas nach hinten geschoben werden“, meint Michael Ruess, bei HIS zuständiger Abteilungsleiter für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz.
Beim Tauchgang konnte das nach den Worten von Ruess „sehr professionell arbeitende“ Kerlen-Team sogar kleinere Reparaturarbeiten ausführen wie das Anziehen loser Schrauben unter Wasser. Kerlen bestätigte, dass er keine Ablagerungen auf dem Boden des Belebungsbeckens und keine Verzopfungen an den Belüftungselementen habe feststellen können. „Ein Beleg dafür, dass die Vorreinigung einwandfrei arbeitet“, findet Ruess.
Auch in den beiden Nachklärbecken mit einem Durchmesser von je 60 Metern wurden keine Mängel festgestellt, die eine Außerbetriebnahme und Entleerung erfordern. Hier mussten ebenfalls nur ein paar Schrauben nachgezogen werden, was Kerlen gleich mit erledigte.
Angesprochen auf die Möglichkeit, auch die beiden Faulbehälter mit je 3,5 Millionen Litern Inhalt in mit Klärschlamm gefülltem Zustand zu untersuchen, entlockte dem Tauchmeister ein strahlendes Gesicht. Eine derartige Untersuchung stelle die „Königsdisziplin“ für Industrietaucher dar, meinte er, da im Inneren der Faulbehälter Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad herrschen, am Boden ein Druck entsprechend einer Wassersäule von mehr als 20 Metern auf einen einwirke und die Sicht gleich Null ist. Ein derartiger Tauchgang bedarf einer entsprechenden Vorbereitung und Organisation, nicht zuletzt wegen der erhöhten Sicherheitsanforderungen. Die Faulbehälter-Inspektion fasst HIS für das Frühjahr 2014 ins Auge.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
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Inspektionstauchen 1
Ein Tauchunternehmen inspizierte die Becken und bescheinigte:
Hanaus Gruppenkläranlage in gutem Zustand
Inspektionstauchen 2
Für Industrietaucher Alltag:die Inspektion von Klärbecken unter Wasser
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