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Essen, 24.09.2013
Ingenieurkammer-Bau NRW informiert in Essen über die neue HOAI 2013

Auf großes Interesse ist die Info-Veranstaltung der Ingenieurkammer-Bau NRW zur neuen HOAI 2013 gestoßen. Mehr als 350 Ingenieurinnen und Ingenieure kamen am 23. September ins „Haus der Technik“ in Essen, um sich über Fakten und Hintergründe der aktuellen Honorarordnung zu informieren. Die Honorarordnung sei unverzichtbar, weil Ingenieurleistungen nicht einfach „vom Markt geregelt“ werden dürften, sagte der Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, zur Begrüßung. Namhafte Referenten informierten im Anschluss über die Neuerungen der aktuellen HOAI und gaben Tipps für die Umsetzung in der Praxis. Die Moderation übernahm das Vorstandsmitglied der IK-Bau NRW, Dipl.-Ing. (FH) Udo Kirchner, der auch Leiter der AHO-Fachkommission „Brandschutz“ ist.

 

Abgesehen von der nicht erfolgten Rückführung der sogenannten Beratungsleistungen in den verbindlichen Teil der HOAI sei man mit der neuen Honorarordnung durchaus „zufrieden“, sagte Kammer-Präsident Bökamp. Durch die 7. Novelle der HOAI seien „die Leistungsbilder modernisiert“ und den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst worden. Allerdings sei es nicht hinnehmbar, dass bestimmte Planungsleistungen weiterhin vom verbindlichen Preisrecht ausgeschlossen blieben. In diesem Zusammenhang betonte Bökamp, dass es mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen zur Bildung der künftigen Bundesregierung darum gehe, die Zuständigkeit für die HOAI vom Bundeswirtschaftsministerium in das entsprechende Fachministerium, das Bundesbauministerium, zu verlegen.

 

Dr. Wolfgang Koeble, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Mitautor eines Kommentars zur neuen HOAI, betonte, dass die Honorare der Ingenieure gegenüber der HOAI 2009 im Durchschnitt um 17 Prozent gestiegen seien. Probleme könnte in der Praxis allerdings die Tatsache bereiten, dass laut § 15 der neuen HOAI vor der Schlusszahlung durch den Auftraggeber eine Abnahme der Ingenieurleistung vorgesehen ist. Hier sei allerdings „noch nicht ausreichend geklärt“, wie eine solche Abnahme umgesetzt werden soll, sagte Koeble.

 

Die HOAI 2013 mit ihren neuen Honorartafeln und neuen Vorschriften gilt für Verträge, die seit dem 17. Juli dieses Jahres abgeschlossen wurden. Dr.-Ing. Erich Rippert, der vor Kurzem zum Vorstandsvorsitzenden des AHO gewählt wurde, berichtete über das Zustandekommen der neuen HOAI und die Auswirkungen für das Leistungsbild „Objektplanung Ingenieurbauwerke“. Nach seinen Worten nimmt die neue Honorarordnung die Ingenieure künftig „stärker in die Verantwortung“ – sowohl bei den Grund- wie bei den Besonderen Leistungen. Das gelte unter anderem bei der Kostenkontrolle, dem Prüfen von Nachträgen und der örtlichen Bauüberwachung.

 

Dipl.-Ing. (FH) Peter Mayer, der die AHO-Fachkommission Tragwerksplanung leitet, nahm aus Sicht der Tragwerksplaner Stellung zur HOAI. Die neue Honorarordnung biete einen besseren Zustand als die HOAI von 2009, erklärte er. Im Vergleich zwischen Arbeitsaufwand und Einkommen bewege man sich in etwa wieder auf dem Niveau der HOAI-Novelle von 1996. „Bis Sie von den neuen Honoraren allerdings profitieren, dauert es noch etwa ein bis drei Jahre“, erklärte er den Anwesenden. Die neue HOAI biete eine „Fülle von Parametern und Stellschrauben“, um ein „nachvollziehbares Honorar“ gegenüber dem Bauherrn einzufordern.

Michael Bosse
Pressesprecher
Ingenieurkammer-Bau NRW
Zollhof 2
40211 Düsseldorf

Tel. 0211-130 67 132
Fax 0211-130 67 150
Mobil 0170-6341750
E-Mail bosse@ikbaunrw.de

Die Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen (IK-Bau NRW) ist die berufsständische Selbstverwaltung und Interessenvertretung der im Bauwesen tätigen Ingenieurinnen und Ingenieure in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 10.000 Mitgliedern ist sie die mitgliederstärkste Ingenieurkammer in Deutschland.

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