Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 27. September 2013

Umweltreferat rät: Rohre isolieren

Altbauten müssen teilweise nachgerüstet werden / Beratungstermine am 10. und 11. Oktober

Bocholt (PID).

Sie ist verblüffend einfach und bringt laut städtischem Umweltreferat viel: die Isolierung von Heizungs- und Warmwasserrohren. Bei einem Einfamilienhaus mit 125 qm Wohnfläche, Baujahr 1983, beheizt mit Erdgas zum Preis von 8 ct/kWh beispielsweise seien das ca. 335 Euro Ersparnis pro Jahr.

„Rund drei Viertel der 18.600 Wohnhäuser in Bocholt sind älter als 25 Jahre und viele davon noch nicht saniert“, erklärt Bocholts Umweltreferentin Angela Theurich. Konkret empfiehlt sie Hausbesitzern zu prüfen, ob ihre Heizungs- und Warmwasserrohre isoliert seien. Jeder nicht isolierte Meter Heizungsrohr koste jährlich zwischen 15 und 26 Euro.

Der Gesetzgeber hat dies schon vor längerer Zeit erkannt und daher in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt, dass Besitzer unsanierter Altbauten Nachrüstpflichten haben, was die Dämmung der oberen Geschossdecke und die Heizung betrifft. Doch etliche Immobilienbesitzer haben diese noch nicht erfüllt; sie scheinen die Vorschriften der Verordnung zum Teil gar nicht zu kennen. Die  EnEV fordert, dass bei Häusern mit ungedämmten Dächern bis Ende 2011 entweder die oberste Geschossdecke oder das Dach hätte gedämmt werden müssen. Bei Neuerwerbung besteht eine Nachrüstpflicht. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es in Einzelfällen Ausnahmen. Warmwasser- und Heizleitungen, die durch unbeheizte Räume führen, müssen isoliert werden. Heizkessel müssen durch moderne Niedertemperaturkessel ersetzt werden, wenn folgende drei Faktoren zutreffen: Der Kessel wurde vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut, seine Nennleistung liegt zwischen 4 und 400 Kilowatt, und er wird mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben. Wer der Nachrüstung nicht nachkommt, riskiert Bußgelder, so Theurich.

Warmwasser- und Heizleitungen, die durch unbeheizte Räume führen, müssen isoliert werden. Aber auch ohne gesetzliche Reglungen mache dies Sinn, so Theurich. Die Umweltreferentin der Stadt Bocholt rät, noch vor dem Winter
aktiv zu werden. Eine sehr gute praktische Anleitung gibt es für Hauseigentümer im Internet auf der Homepage www.meine-heizung.de . In der Rubrik „Rohrisolierung“ findet auch der Hobby-Heimwerker praktische Anleitungen.

„Wer mehr tun möchte, kann durch eine  umfassende Sanierung seiner in die Jahre gekommenen Immobile den Energieverbrauch teilweise bis zu 70 Prozent reduzieren“, erläutert Stadtbaurat Ulrich Paßlick. „Aber auch 20 Prozent erzielen schon Effekte. Und dafür braucht es keine großen Investitionen.“ Bocholt fördert die Sanierung von Altbauten in der Stadt mit Zuschüssen aus dem Programm „Altbau Optimal“ mit bis zu 2.500 Euro. Das Programm ist Teil des integrierten Gesamtkonzepts der „NRW-Klimakommune Bocholt“. Gefördert werden Maßnahmen, die den Energieverbrauch dauerhaft senken und über dem gesetzlich geforderten Mindeststandard liegen. Um Sanierungsfehler zu vermeiden, schreibt die Stadt für einen Zuschuss die Beratung durch einen Fachmann vor.

Nächste Beratungstermine sind am 10. und 11. Oktober. Anmeldungen sind erforderlich. Informationen zum Förderprogramm Altbau Optimal gibt es unter http://www.bocholt.de/rathaus/umweltreferat/foerderprogramm-altbau-optimal/ oder telefonisch unter 02871/953 254.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Anmeldungen: Frau Nienhaus, Tel. 02871/953 254