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Hanau, 01. Oktober 2013
Weiss-Thiel: Das Tabuthema Demenz ans Licht geholt
Aktionswoche des Seniorenbüros mit großer Resonanz – Rund 800 Besucher

Demenz ist für  eine Woche ein  öffentliches Thema in Hanau geworden, das in der Bevölkerung auf große Resonanz gestoßen ist. Diese positive Bilanz zieht Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel zum Abschluss der Aktionswoche „Demenz in unserer Mitte“. Rund 800 Menschen besuchten die 25 Veranstaltungen, die das Seniorenbüro gemeinsam mit 20 Kooperationspartnern organisiert hatte. Eine gute Versorgungsstruktur für Betroffene und deren Angehörige zu schaffen sei das eine, so der Stadtrat. Viel wichtiger aber sei, dass die Erkrankung enttabuisiert werde. „In einer immer älter werdenden  Gesellschaft müssen wir das Thema weiterhin im Licht der Öffentlichkeit behalten.“

In der Brüder-Grimm-Stadt  sind geschätzt rund 1600 Menschen über 65 Jahre in unterschiedlichen Stadien an Demenz erkrankt. Ein Drittel  von ihnen lebt in stationären Einrichtungen, zwei Drittel werden zuhause versorgt. „Wir begegnen ihnen im Alltag, in Banken, in Geschäften, auf dem Marktplatz – und wissen oft nicht, wie wir  mit ihnen umgehen sollen“, sagt Axel Weiss-Thiel. „Scheuen Sie nicht die Begegnung, gehen sie auf diese Menschen zu, die nicht selten unsere Hilfe brauchen, weil sie sich  nicht mehr zurechtfinden. Zeigen Sie ihnen, dass sie auch mit ihren Einschränkungen in die Mitte der Gesellschaft gehören.“ 

Das Seniorenbüro möchte weiter daran arbeiten, so dessen Leiter Michael Stegmann,  bei Beschäftigten mit Kundenkontakt, beispielsweise in Arztpraxen, Verwaltungen oder im Einzelhandeln Hintergrundwissen und Verhaltensregeln im Umgang mit Demenzkranken zu verbessern. Das Thema sei im Dienstleistungssektor nach seinem Eindruck noch nicht stark genug verankert. „Wir wollen mit unseren Aktionswochen unter der Motto alt..stimmt!  einen nachhaltigen Effekt erzeugen und deshalb bleiben wir dran am Thema Demenz.“

Mit Pflegeheimen und ambulanten Diensten ist Hanau gut versorgt, ist sich Axel Weiss-Thiel sicher.  Und auch der Weg zu niedrigschwelligen Angeboten für Demenzkranke und deren Angehörige sei in Hanau bereitet – im Mehrgenerationenhaus  Fallbach und mit Möglichkeiten der Tagespflege beispielsweise in der Martin Luther  Stiftung. Im kommenden Jahr eröffnet das Demenzzentrum der Hanauer Gesellschaft für Altenhilfe (HGA) in der Alten Schule in Großauheim. Die evangelische Kirchengemeinde in Steinheim plant ein Tagespflegeangebot in ihrem Familien- und Generationenzentrum.

In den Veranstaltungen der  Demenzwoche und auch bei der Abschlussdiskussion unter der Überschrift „Wie soll ein demenzfreundliches Hanau aussehen?“ wurde deutlich, dass sich betroffene Angehörige in Hanau eine zentrale Anlaufstelle wünschen, wo sie Rat und Hilfe bekommen. Sozialdezernent Weiss-Thiel machte ihnen Hoffnung. Er ist im Gespräch mit niedergelassenen Ärzten und der Wirtschaft, um im Haus Am Steinheimer Tor, dem Domizil unter anderem des Seniorenbüros, ein Beratungszentrum zu etablieren. Das wäre ein wichtiger Baustein in unserem großen Netzwerk Altenhilfe.“



Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488

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