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Pressemitteilung vom
11. Oktober 2013
Altersarmut im Blick – Gut besuchte Veranstaltung im Gemeindehaus Hofgeismar

Hofgeismar/Landkreis Kassel. Gut gefüllt war der große Saal im Gemeindehaus an der Altstädter Kirche in Hofgeismar, in den der Landkreis Kassel in Kooperation mit der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände im Landkreis Kassel zu einer Veranstaltung zum Thema „Armut im Alter“ eingeladen hatte.

„Bereits heute beträgt die Altersrente bei jedem zweiten Menschen, der im Jahr 2012 aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, weniger als 700 Euro monatlich und liegt damit unter dem Hartz-IV-Niveau“, erläutert Vizelandrätin Susanne Selbert die Herausforderung, vor denen alle gesellschaftlichen Akteure im Bereich Altersarmut stehen. Deshalb habe sich der Landkreis zusammen mit den in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Partnern entschieden, Altersarmut in den Mittelpunkt einer öffentlichen Veranstaltung zu rücken. Dass das Thema richtig gewählt ist, belege das große Interesse. „Über Altersarmut reden Betroffene in der Regel nicht und auch in der öffentlichen Wahrnehmung spielt diese Thematik keine große Rolle – deshalb ist es wichtig, dass mit solchen Veranstaltungen Öffentlichkeit hergestellt wird“, ergänzt Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel.

 

In ihrem Eingangsreferat ging Vizelandrätin Selbert auf die vorliegenden Fakten zur Einkommens- und Armutsentwicklung im Alter im Landkreis Kassel ein. „Nach den aktuellsten vorliegenden Zahlen der Steuerverwaltung haben im Jahr 2007 knapp 16 Prozent der Steuerpflichtigen im Landkreis über knapp 47 Prozent des im Kreis erzielten Gesamteinkommens verfügt“, berichtet Selbert. Dies zeige, dass die Schere zwischen Arm und Reich auch im Landkreis Kassel immer weiter auseinandergeht.

Zahlen des Bundesarbeitsministeriums verdeutlichen, dass durch die beschlossene Absenkung der Rentenniveaus von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent in 2030 die durchschnittliche Rentenhöhe in Deutschland auf 688 Euro sinkt. Selbert: „Das ist eine Einkommenshöhe, bei der heute eine finanzielle Unterstützung aus Mitteln der Grundsicherung sehr wahrscheinlich ist“.

Der Weg  zum Sozialamt sei vielen älteren Menschen peinlich – die Alternative für viele sei daher, auch im Rentenalter eine Arbeit anzunehmen. Ende März 2011 waren 1992 Rentnerinnen und Rentner als Mini-Jobber im Landkreis Kassel tätig. „Dies bedeutet eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber 2003“, informiert Selbert. Ende 2012 bezogen 989 über 65jährige Leistungen aus der Grundsicherung – „die Dunkelziffer wird hier sicherlich beträchtlich sein“, so die Vizelandrätin weiter. Daten und Fakten zur Armutssituation im Landkreis Kassel insgesamt stehen im Armutsbericht für den Landkreis Kassel, der noch im Oktober veröffentlicht wird.

 

„In fünf Arbeitsgruppen diskutierten die Veranstaltungsteilnehmer die unterschiedlichen Aspekte von Altersarmut: Arbeiten trotz Rente, Altersarmut und Krankheit, Mobilität im Alter, Sozialstrukturen für Ältere und Pflege“, erläutert Arnim Roß, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Kassel den Ablauf der Veranstaltung.

 

„Neben den allgemein politischen Forderungen nach höheren Löhnen und einer Rücknahme der Absenkung des Rentenniveaus spielt auf der lokalen Ebene der Netzwerkgedanke und die Sicherung der dörflichen Sozialstrukturen eine entscheidende Rolle“, fasst Meinolf Schaefers, Geschäftsführer des Caritasverbandes Nordhessen die Diskussion zusammen. Dieser Ansatz könne auch dazu beitragen, den zu erwartenden Pflegenotstand entgegen zu wirken, ergänzt Doris Bischoff, stellvertretende Vorsitzende des Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverbandes Hessen-Nord.

 

„Es kommt darauf an, die Potenziale ehrenamtlichen Engagements noch besser zu nutzen und gleichzeitig, die Vernetzung von professionellen Beratungsangeboten und privaten Initiativen zu optimieren“, sind sich alle Organisatoren der Veranstaltung einig. So könne für den Landkreis Kassel eine Aufmerksamkeits- und Betreuungsstruktur geschaffen werden, die Vereinzelung und soziale Ausgrenzung als Folgen von Altersarmut abmildert.

 

Hintergrund:

Die Veranstaltung „Armut im Alter“ wurde vom Landkreis Kassel in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, dem Paritätischen Hessen, dem Deutschen Roten Kreuz und der Diakonie durchgeführt.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


armutimalter.jpg
Auf dem Foto sieht man die angeregte Diskussion in den Arbeitsgruppen


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
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Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
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