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| Pressemitteilung vom 18. Oktober 2013 |
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Ur-Tier im Miniformat – Wolfhager Ur-Handtier vorgestellt Wolfhagen/Region Kassel. Die Region Wolfhagen vor 250 Millionen Jahren: Vorsichtig bewegte sich ein schuppiges Tier auf vier Beinen vorwärts, vorbei an den spärlich wachsenden baumartigen Pflanzen der Urzeit. Normalerweise ist es rund um das heutige Wolfhagen trocken wie in einer Wüste oder Steppe. Durch die außergewöhnlich starken Regenfälle der letzten Wochen entwickelten sich Landschaft und Flora außergewöhnlich. Die klauenbewehrten Füße des Urtieres – menschlichen Händen sehr ähnlich – hinterlassen im feuchten Sand eindrucksvolle Spuren.
250 Millionen Jahre später – genauer: im Jahr 1999 – finden der Kasseler Paläontologe Dr. Jürgen Fichter und sein Wolfhager Kollege Dr. Reiner Kunz, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel, die Spuren des urzeitlichen Spaziergangs in einem ehemaligen Wolfhager Steinbruch. Die Spuren haben sich im nassen Sand erhalten und sind im Laufe der Zeit versteinert. Die handförmigen Abdrücke gaben dem Ursaurier seinen Namen: Wolfhagener Ur-Handtier. „Die Abdrücke waren so gut, dass man sogar noch die Schuppen der Tiere erkennen“, berichtet Dr. Kunz. Um sich ein besseren Eindruck über den als Protochirotherium wolfhagense wissenchaftlich bekannten Ur-Saurier zu erhalten, haben sich die Stadt Wolfhagen, der Landkreis Kassel und der National Geopark GrenzWelten in Korbach dazu entschieden, ein Modell des „urtümlichen Wesens“, so Dipl.-Ing. Norbert Panek vom Projektbüro Nationaler Geopark GrenzWelten, zu erstellen.
„Mit diesem Modell können wir für die Einmaligkeit des Wolfhager Landes werben und ich könnte mir gut vorstellen, dass sich das Ur-Handtier zu einem weiteren Erkennungsmerkmal für die Besonderheit unserer Region und der Stadt Wolfhagen entwickeln kann“, ist sich der Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake sicher. Das Ur-Handtier ist gelungen und wird – so der Wunsch des Bürgermeisters – auch Symbol und Sympathieträger für den Geopark GrenzWelten, der mit dem Thema „Zwischen Feuerbergen und Saurierspuren“ die geologisch einmalige und vielfältige Region präsentiert und viele interessierte Gäste anlockt. Da sich der Sandsteinbruch mit den Saurierfährten im Wolfhager Stadtwald befindet und von vielen Wanderern besichtigt wird, gilt dieser Fund als Höhepunkt an der zum Habichtswaldsteig gehörenden Extratour H7. Auch auf Tourismusmessen soll das Modell als neuer Werbeträger für das Wolfhager Land und den Habichtswaldsteig eingesetzt werden. Schaake: „Wir freuen uns auf viele interessierte Gäste, die die Spuren des Wolfhager Ur-Handtiers und deren Präsentation im Regionalmuseum Wolfhager Land besuchen“.
„Wir reden immer über Alleinstellungsmerkmale – mit dem Ur-Handtier haben wir eines und wir sollten dies auch für die touristische Vermarktung nutzen“, ergänzt Kreispressesprecher Harald Kühlborn.
Auf der Basis der gefundenen Abdrücke – die Länge der Schritte, die Tiefe der Abdrücke und die Stellung der Hände und Füße – schlossen Dr. Kunz und Dr. Fichter auf das mögliche Aussehen der Ur-Handtiere. Zusammen mit dem Modellbauer Martin Kroniger aus dem niedersächsischen Rehburg-Loccum entwickelten sie in akribischer Kleinarbeit nach und nach ein wirklichkeitsnahes Modell des Urzeitsauriers. Hergestellt wird die hochwertige rund zwanzig Zentimeter große Figur von der Firma BULLYLAND.
„In Wirklichkeit war unser ‚Hand-Tier‘ natürlich größer“, berichtet Dr. Kunz. Er und Fichter hätten Spuren von etwa dreißig Zentimeter großen Jungtieren bis hin zu über zwei Meter langen ausgewachsenen Tieren entdeckt. Allein ein Skelettfund fehle noch, um die Berechnungen für das Modell zu bestätigen. Aber: „Wenn nicht das tote Tier schnell luftdicht abgedeckt wurde, hat die normale Verwesung eingesetzt und die Spuren schnell beseitigt“, so Dr. Kunz nüchtern.
„Unser Wolfhager Ur-Handtier ist als Protochirotherium wolfhagense in den wissenschaftlichen Fachdiskussionen mittlerweile weltbekannt“, informiert Dr. Kunz. So wurde die Bedeutung der Spuren 2010 unter anderem von der Geological Society in London gewürdigt.
Das Modell des Wolfhafer Ur-Handtiers ist im Regionalmuseum Wolfhager Land und bei der Tourist-Info der Stadt Wolfhagen ab sofort zu einem Preis von 10 Euro erhältlich.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: urhandtier 001.jpg Auf dem Foto sieht man von links nach rechts den Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake, Museumsleiterin Beate Bickel, Dr. Reiner Kunz, Norbert Panek und Dr. Jürgen Fichter. Im Vordergrund ist auch das Modell des Ur-Handtieres zu erkennen.
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Harald Kühlborn
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