21. Oktober 2013. „Die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kassel will ihren erfolgreichen Weg der differenzierten Angebote für Jungen und Mädchen fortsetzen. Da Jungen bislang oft leichter Zugang zu den Jugendzentren finden, sollen ab 2014 die Mädchen noch stärker in den Blick genommen werden“, kündigte Stadträtin Anne Janz, Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit, jetzt an.
Mädchenzentrum 2014 stärkt die stadtweiten Kompetenzen
Mit der neuen Einrichtung eines Mädchenzentrums als offenem Jugendzentrum für Mädchen verbindet sich eine zentrale Anlaufstelle für Mädchen in Kassel mit dezentralen pädagogischen wie fachlichen Angeboten. Die Kinder- und Jugendförderung geht davon aus, dass so eine Fokussierung und Verstärkung der bereits vorhandenen Angebote erreicht werden kann.
Das neue Mädchenzentrum soll neben offenen Bildungs- und Freizeitangeboten für Mädchen und junge Frauen auch Beratungsangebote zu mädchenspezifischen Themen haben. „Darüber hinaus soll es mit seinen Mitarbeiterinnen mobile stadtweite Angebote in den Einrichtungen und Angeboten der Kinder- und Jugendförderung, auch der freien Träger, anbieten und damit die vorhandene Struktur Mädchen bezogener Arbeit vor Ort stärken“, erklärte Janz. Es ist an konkrete Kooperationsprojekte in den Stadtteilen, aber auch gegenseitige fachliche Beratung und Unterstützungen in der Mädchenarbeit gedacht. Ferner sollen die Mitarbeiterinnen des geplanten Mädchenzentrums im stadtweiten Mädchenarbeitskreis das Thema fachlich forcieren und unterstützen, zum Beispiel in Form von Fortbildungen, Fachtagen oder anderen Veranstaltungsformaten.
Das Konzept des Mädchenzentrums wurde mit der fachlicher Begleitung der Kinder- und Jugendförderung von einer breiten Gruppe von Aktiven aus der Mädchenarbeit im Rahmen einer Zukunftswerkstatt und weiterer Treffen vorbereitet. Alle bisherigen Träger der Projekte, die städtische Frauenbeauftragte und Fachfrauen, waren in diesen Prozess eingebunden.
Für die Ausgestaltung des Konzeptes soll nach den Planungen der Kinder- und Jugendförderung ab 2014 eine Trägergemeinschaft bestehend aus dem 1. Mädchenhausverein und dem Kasseler Jugendring gebildet werden. Ein entsprechender Beschluss des Jugendhilfeausschusses ist nach der Aufstellung des Haushaltes 2014 noch zu fassen.
Jugendarbeit muss sich verändern dürfen
„Die Stadt Kassel verfügt über ein breites und gut aufgestelltes Angebot der Förderung von Kindern und Jugendlichen in offenen Einrichtungen, das sowohl von der kommunalen Kinder- und Jugendförderung, als auch von freien Trägern umgesetzt wird“, unterstrich Stadträtin Janz. Die Interessen von Jugendlichen seien Entwicklungen und Trends unterworfen, denen eine bedarfsgerechte Jugendarbeit nachkommen müsse. „Jugendarbeit muss sich verändern und verändern dürfen“, sagte Stadträtin Janz. Die Veränderung von Konzepten und Einrichtungen der Jugendarbeit sei daher eine permanente Aufgabe und ein Qualitätskriterium dieser Arbeit.
Gemeinsam haben die Vertreter des Jugendamtes und der freien Träger die notwendigen Veränderungen diskutiert. „Wir nehmen nichts weg, sondern verteilen klug neu“, erklärt die Dezernentin. Neben der geplanten Fokussierung im Bereich der Mädchenarbeit gelte es auch, die aufsuchende Jugendarbeit auf neue Füße zu stellen und in Ergänzung zu den Kinder- und Jugendzentren in den Stadtteilen künftig Jugendstreetworker in zentralen Stadtbereichen einzusetzen. Der Aufbau dieser stadtweiten Jugendstreetwork wird derzeit in enger Abstimmung mit dem Themenbereich des präventiven Jugendschutzes vorangetrieben und greift die Entwicklung auf, dass sich Jugendliche heute häufiger im öffentlichen Raum aufhalten als früher. Ab 2014 sollen zwei Mitarbeiter aus dem vorhandenen Personalbestand der kommunalen Kinder- und Jugendförderung das neue Aufgabengebiet aufbauen.
Stadträtin Janz betonte, Veränderungsbedarf bestehe auch in den Kinder- und Jugendzentren, deren Aufgaben sich im Kontext der Ganztagsschulen verändern und differenzierter werden. Die kommunalen Jugendzentren seien in diesem Bereich bereits breit aufgestellt und hätten die Veränderungen beispielsweise durch Aktivtäten in Schulen und Stadtteilnetzwerken, durch Projekte im Bereich Gesundheitsernährung, Familienförderung und Medien sowie an der Schnittstelle Schule-Beruf aufgenommen.
Auch im Boom der Trendsportarten wie Skaten, BMX-Fahren, Dirtbiken und Parkours zeigen sich Veränderungen der Jugendszene, auf die eine lebendige Jugendförderung reagieren müsse. Mit der Kesselschmiede in Rothenditmold, die als Skate-, Kunst- und Kulturzentrum unter Regie einer Trägergemeinschaft aufgebaut wurde, sei ein erstes Angebot dieser Art an den Start gegangen, dass ebenso wie andere Angebote Unterstützung aus dem städtischen Haushalt benötigt.
Da zur Umsetzung der beschriebenen Veränderungen die Mittel für Jugendarbeit im städtischen Haushalt nicht ausgeweitet werden können, müssen die vorhandenen Mittel anders und neu verteilt werden, um den Bedarfen der Jugendlichen gerecht werden zu können, erläuterte die Dezernentin. Damit werde im Bereich der Mädchenarbeit dann ein deutlich breiteres Angebot erreicht.
Neue Angebote
In der Innenstadt hat in diesen Tagen die Cross Jugendkulturkirche eröffnet. Durch die Zusammenlegung mehrerer bisher überwiegend in der Mädchenarbeit angesiedelter Teilförderungen steht den Besucherinnen und Besucher des Treppenstraßencafés nun eine neue Anlaufstelle zur Verfügung steht. Auch für das Boxcamp in der Nordstadt ist eine Lösung in greifbarer Nähe.
Hintergrund
Mit einer vielfältigen Palette an Angeboten und Projekten unterstützt die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kassel auf der Grundlage der §§ 11 und 13 des achten Sozialgesetzbuches die Persönlichkeitsbildung sowie die schulische und berufliche Entwicklung von Mädchen und Jungen. Der Unterstützungsbedarf von Mädchen und Jungen ist dabei geschlechtsbezogen unterschiedlich, von den individuellen Ressourcen, aber auch gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Im Rahmen der genderorientierten Arbeit der Kinder- und Jugendförderung wird diesen Unterschieden mit geeigneten Angeboten begegnet und das mit Erfolg:
Alle Einrichtungen und Angebote der Kinder- und Jugendförderung, die speziell auf Mädchen zugeschnittene Angebote bieten, erzielen höhere Besucherinnenzahlen und ebenso individuelle pädagogische Erfolge. Dies gilt für die Kinder- und Jugendzentren, die Schulbezogene Sozialarbeit oder auch das Übergangsmanagement Schule-Beruf.
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