07. November 2013. Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit werden ab sofort in einem Ausstellungsteilbereich des Naturkundemuseums in Kassel präsentiert. Unter den Funden, die bei der Erschließung eines Baugebietes im Jahr 2007 in Gudensberg entdeckt worden waren, sind auch zwei gut erhaltene Skelette. Die Besucherinnen und Besucher des Naturkundemuseums erhalten dabei Informationen, wie die Menschen vor rund 7.000 Jahren hier in der Region sesshaft wurden und wie sie lebten. Alle Funde sind eine Leihgabe der Stadt Gudensberg.
Neben den konservierten Skeletten eines Kleinkindes - bestattet in Hockstellung - und einer 20- bis 25-jährigen Frau sind in der Ausstellung auch entdeckte Keramikscherben und Werkzeuge mit bandförmig verzierten Motiven aus dieser Epoche zu sehen. An ihnen lässt sich erkennen, dass die Menschen in der Jungsteinzeit an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten. Sie töpferten Keramik, verzierten Gefäße mit geschlängelten Mustern und mahlten Getreide per Hand zwischen schweren Steinen. In Anlehnung an die Töpfer-Kunst nennt man ihre Kultur heute Bandkeramik. Die Bandkeramik ist die älteste Bauernkultur Mitteleuropas und dauerte etwa von 5.500 bis 4.900 vor Christus.
Während die Menschen vorher in Gruppen auf der Suche nach Nahrung und Schutz umherzogen, wurden sie damals sesshaft. Auf fruchtbarem und geschütztem Boden bauten sie vor rund 7.000 Jahren unterhalb des Gudensberger Schlossbergs Richtung Maden ihre Häuser. Diese waren fast 50 Meter lang, erbaut aus Holz und geflochtenen Lehmwänden sowie mit Stroh gedeckt. Weitere Funde rund um Gudensberg zeigen, dass es dort eine durchgehende Besiedlung von der Jungsteinzeit bis heute gegeben hat.
Hintergrund:
Im Jahr 2007 wurde bei der Erschließung eines Neubaugebiets am Fuße des Schlossbergs in Gudensberg in der Gemarkung Maden eine jungsteinzeitliche Siedlung entdeckt. Unter anderem stieß man auf Überreste von sechs Menschen. Über 1.000 archäologische Objekte wurden in mehrmonatigen Ausgrabungen unter der Leitung von Dr. Eberhard Kettlitz sichergestellt. Sie zeigen, dass dort, wo nun ein modernes Wohngebiet entstanden ist und viele junge Familien leben, vor tausenden Jahren die ersten sesshaften Bauern 32 Langhäuser errichtet hatten.
Eintritt und Öffnungszeiten:
Der Eintritt ins Naturkundemuseum im Ottoneum, Steinweg 2, beträgt für Erwachsene vier Euro. Jugendliche (sechs bis 16 Jahre), Ermäßigte und Gruppen (pro Person) zahlen 2,50 Euro, Schulklassen (pro Person) ein Euro. Geöffnet ist das Naturkundemuseum dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr.
Weitere Informationen unter der Telefonnummer 05 61/7 87-40 66, E-Mail naturkundemuseum@kassel.de oder im Internet unter www.naturkundemuseum-kassel.de.
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