Ehrengräber in Kassel

12. November 2013. Der Lutherplatz inmitten der Innenstadt ist ein geschichtsträchtiger Ort. Zahlreiche bedeutende Grabdenkmäler von Kasseler Persönlichkeiten weisen noch heute darauf hin, dass der Platz bis ins Jahr 1843 als „Altstädter Friedhof“ genutzt wurde.

Sechs Ehrengräber der Stadt Kassel befinden sich auf dem Lutherplatz, die in den letzten beiden Jahren im Auftrag des städtischen Umwelt- und Gartenamtes saniert und aufgewertet wurden:

Carl Friedrich Gerstäcker, Dorothea Grimm, Friedrich Wilhelm I. Kurfürst von Hessen, Heinrich Christoph von Jussow, Karl Schomburg, Johannes von Müller

Carl Friedrich Gerstäcker (1788 bis 1825), verheiratet mit der Operndiva Louise Friederike geb. Herz (1797 bis 1897) und Vater des Reiseschriftstellers Friedrich Gerstäcker, war einer der bedeutendsten und berühmtesten Bühnensänger und Tenore seiner Zeit. Er verstarb früh an Tuberkulose. Sein Grabstein besteht aus einem Sandsteinblock mit Sockel und Abdeckplatte in Pyramidenform. Der Grabstein wurde in diesem Jahr überarbeitet, die Abdeckplatte erneuert und die Grabinschrift wieder sichtbar gemacht. Diese stammt von dem Dichter (Ernst) Otto von der Malsburg und lautet „Was seine Lippen uns gesungen, war so von Herz zu Herz gedrungen Es lebt zu unvergess´ner Lust Unsterblich fort in jeder Brust.“

Die Grabsteine von Dorothea Grimm (1755 bis 1808) und der Grimm-Familie sowie des ersten Oberbürgermeisters dieser Stadt, Karl Schomburg (1791 bis 1841), wurden ebenso überarbeitet und erhielten jeweils eine großzügige Pflanzfläche mit Stauden, Farnen, Gräsern und Rosen.

Im südlichen Bereich des Lutherplatzes befinden sich neben Grabstätten der kurfürstlichen Familie auch die Ehrengräber des letzten Kurfürsten von Hessen-Kassel, Friedrich Wilhelm I. (1802 bis 1875), sowie des Kasseler Architekten Heinrich Christoph Jussow (1754 bis 1825), zu dessen Hauptwerken die Umgestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe mit der Erweiterung der Wasserspiele, der Bau der Löwenburg und die Entwicklung des Schlossteichs, des heutigen Lacs, zählen. Bei beiden Ehrengräbern wurden die Grabsteine gereinigt, ergänzt und imprägniert.

Bereits in 2009 war es möglich, das Grabmal des Schweizer Geschichtsschreibers, Publizisten und Staatsmann Johannes von Müller (1772 bis 1809) auf dem Lutherplatz aufzustellen. Sockel samt Inschrift wurden rekonstruiert und mit dem auf dem Hauptfriedhof erhaltenen und restaurierten Fragment des Grabsteines auf dem ursprünglichen Standort Lutherplatz zusammengeführt.

Einige Maßnahmen konnten nur durch zusätzliche Mittel von verschiedenen Sponsoren realisiert werden, u.a. von dem Verein für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834 e.V. und dem Lions Club Kassel – Brüder Grimm.

Im Oktober 2013 hat das Umwelt- und Gartenamt um die Ehrengräber frühjahrs- und herbstblühende Blumenzwiebeln (Narzissen, Traubenhyazinthen, Anemonen und Krokusse) stecken lassen, so dass man sich bereits jetzt auf den zarten Frühjahrsblütenflor freuen kann.

Insgesamt hat die Stadt Kassel jedoch 63 Ehrengräber. Die weiteren Ehrengräber befinden sich auf dem Hauptfriedhof (38), weitere sind auf den Friedhöfen Harleshausen (1), Kirchditmold (1), Niederzwehren (2), Wahlershausen (4), Wehlheiden (8), dem Israelitischen Friedhof in Bettenhausen (2) sowie dem Friedhof Bad Arolsen-Schmillinghausen (1). Auch hier verbergen sich hinter den bestatteten Persönlichkeiten interessante Lebensgeschichten.

Ein Ehrengrab bedeutet die Ehrung von Verstorbenen, die sich während ihres Lebens durch besondere Verdienste hervorgehoben haben. Die Ernennung erfolgt durch die Beschlüsse der Kulturkommission und des Magistrates der Stadt Kassel. Erkennbar ist ein Ehrengrab durch eine liegende Steintafel mit dem Namen des Bestatteten und dem Schriftzug ‚Ehrengrab der Stadt Kassel’.

Das Umwelt- und Gartenamt organisiert die Instandhaltung und Pflege der Ehrengräber in enger Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung. Eine Sanierung und Restaurierung erfordert ein intensives Auseinandersetzen mit den bestatteten Persönlichkeiten und ihren Grabstätten. Eine Ehrengräberbroschüre ist beim Umwelt- und Gartenamt erhältlich.

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