Programm „Modellregionen Integration“ endet: Oberbürgermeister Bertram Hilgen zieht positives Fazit für Kassel

14. November 2013. Ein überaus positives Fazit zieht Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen zum Ende des vierjährigen Programms „Modellregionen Integration“. 16 Projekte wurden unter der Federführung des städtischen Zukunftsbüros entwickelt und umgesetzt. Gemeinsam mit Migrantenorganisationen und Akteuren der Integrationsförderung wurden sowohl neue Projekte erarbeitet, als auch bewährte weiterentwickelt und dadurch vorhandene Kooperationen gestärkt. „Integration gelingt mitten im gesellschaftlichen Alltag, im städtischen Leben. Ganz konkret in den Kindertagesstätten und Schulen, am Arbeitsplatz, in den Stadtteilen, in den vielen Kasseler Vereinen“, erklärt Oberbürgermeister Bertram Hilgen. „Hier haben die 16 Projekte angesetzt und gegriffen.“

So werden in den Kasseler Stadtteilen Bettenhausen, Forstfeld, Nord-Holland und Oberzwehren die Elternarbeit an den Schulen und die Sprachförderung im Kindergarten stärker an interkulturellen Aspekten ausgerichtet. Im Stadtteil Oberzwehren wurde ein Trainingsangebot für ältere Migrantinnen konzipiert, damit diese ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im Alter erhalten können. Dieses Projekt soll in den nächsten Jahren Modell für ähnliche Angebote in anderen Stadtteilen sein.

Stadtweit werden Kinder mit Migrationshintergrund mit der Initiative „Abenteuer Museum“ angesprochen. Die Kinder können sich sowohl mit ihren eigenen kulturellen Wurzeln und denen ihrer Heimatstadt Kassel auseinandersetzen. Dabei entstanden neue Wege der Kooperation zwischen Schulen, Museen und Ausstellungsorten. Ein weiteres Projekt hat im engen Austausch mit Kasseler Sportvereinen Migrantinnen als Übungsleiterinnen qualifiziert. Das Ziel: Die Übungsleiterinnen mit ausländischen Wurzeln sollen die Sportvereine vor allem auch für Frauen mit Migrationshintergrund öffnen und diesen erleichtern, den Weg in einen Verein zu finden.

Ein Mentoren-Netzwerk unterstützt Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Weg zum Abitur und in der anschließenden Orientierungsphase zur Aufnahme eines Studiums. In einem Medienprojekt setzten sich Auszubildende der Altenpflege und Fachoberschülerinnen und -schüler mit der Situation von demenzkranken Menschen mit Migrationshintergrund und deren Angehörige auseinander. Sie drehten Filme, die über die Krankheit aufklären, enttabuisieren und für die besondere Situation von Patienten mit Zuwanderungsgeschichte sensibilisieren. Gleichzeitig sollen mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung in der Pflege gewonnen werden, die Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste bei der Umstellung auf eine kultur- und geschlechtersensible Betreuung der Patienten unterstützen.

Die Laufzeit des hessischen Landesprogramms „Modellregionen Integration“ endet im Dezember nach vier Jahren Laufzeit. Bei einer Abschlussveranstaltung im Rathaus dankte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Handelnden, die als Projektträger und Kooperationspartner den wesentlichen Erfolg des Programms durch ihre engagierte Arbeit in den Projekten ermöglicht haben. Sein Dank galt auch Wiebke Schindel als Vertreterin des Hessischen Ministeriums der Justiz, für Integration und Europa für ihre unterstützende und beratende Begleitung während der Projektzeit.

Der Oberbürgermeister betonte, dass durch das Landesprogramm „Modellregionen Integration“ die Strukturen der Integrationsförderung, Vernetzung und Kooperation gefestigt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden konnten. Dabei hob er besonders die gute Zusammenarbeit von freien Trägern, Migrantenorganisationen, städtischen Ämtern und Landesbehörden in Verbundprojekten im Bereich Interkultur und Sport hervor. Hilgen: „Da wir in Kassel auf eine langjährige, erfolgreiche und im Vergleich zu anderen Städten eher geräuschlose und konfliktarme Integrationsarbeit zurückblicken können, bot uns das Landesprogramm neue Chancen, vorhandene Ansätze weiter zu vertiefen und neue Impulse zu setzen.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der „1. Runde Tisch der Integrationsförderung“ - ein Gedankenaustausch aller Akteure zur Weiterentwicklung des Integrationskonzeptes, das im Jahr 2012 unter dem Motto „Alle gehören dazu! Kassel ist bunt und lebt Vielfalt in allen Generationen“ verabschiedet wurde. Durch die Verknüpfung des Konzeptes mit dem im Rahmen der Modellregion entwickelten Integrationsmonitoring soll die Stadt Kassel ein strategisches Steuerungsinstrument zur Begleitung der Integrationsprozesse erhalten. Der „Runde Tisch“ soll einmal im Jahr zusammenkommen.

Hier warb Oberbürgermeister Hilgen um die dauerhafte Unterstützung durch die Akteure der Integrationsförderung. Hilgen: „Nur mit Ihrer Erfahrung, Ihrer Mitarbeit und in der engen Vernetzung mit Ihnen allen kann Integration und stadtgesellschaftliches Miteinander gelingen.“ Politik und Verwaltung alleine könnten die zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe nicht meistern.

Hintergrund „Modellregion Integration“: Das Landesprogramm „Modellregionen Integration“ hatte die Zielsetzung, die Integrationsprozesse in den Kommunen weiter zu intensivieren und lokal besser miteinander zu vernetzen. Themen wie interkulturelle Öffnung, die Entwicklung eines Integrationsmonitorings, der Aufbau einer vernetzen Zusammenarbeit zwischen Land und Kommune sowie die Förderung eines interkommunalen Austausches zur Initiierung struktureller Veränderungen im Integrationsprozess standen dabei im Vordergrund. Neben der Finanzierung einer Personalstelle zur Programmkoordination in Kassel, standen seit dem Jahr 2010 jährlich 153.000 Euro zur Finanzierung von Projekten in Kassel zur Verfügung.

In den drei Handlungsfeldern Bildung, Interkultur und Sport spiegeln die insgesamt 16 Kasseler Modellregionsprojekte die Vielfalt des Lebens und die Herausforderungen einzelner Lebensphasen wider.

Bildung

• Bengi e.V. „Müttertraining: Qualifizierung und Beratung für Mütter mit Migrationshintergrund“ • Förderverein der Joseph-von-Eichendorff-Schule „Interkulturelle Angebote in einer Bildungslandschaft Kasseler Osten“ | • Frauentreff Brückenhof e. V. „wir sind dabei – wir wollen`s wissen“ • Internationaler Bund Kassel und Caritasverband Nordhessen-Kassel „Kultursensible psychosoziale Beratung und Coaching für Jugendliche mit interkultureller Öffnung der offenen Jugendarbeit“ • Kulturzentrum Schlachthof e. V. „Sprache verbindet“ und „wir sind dabei – wir wollen`s wissen“ • Stadt Kassel, Jugendamt „Professionalisierung von Fachkräften für die Gestaltung von Übergängen in Ausbildung und Beruf für bildungsferne Jugendliche mit Migrationshintergrund“ • Schulverein DIALOG-Institut Dr. Kilian „Sag mir, wer ich bin … sag mir, wer ich war“ • SELF Kassel e. V. „Fuß fassen durch Bildungserfolg – Bildungsmentoren, Praktika und Workcamps in der Oberstufe“ • Theaterrat Palais Nord e.V. / SPIELRAUM–THEATER „Die Kunst des Erzählens“ • Zweckverband Diakonisches Werk Kassel „Interkulturelles Selbsthilfeprojekt – Stärkung familiärer Selbstversorgung für Familien mit und ohne Migrationshintergrund in Kooperation mit der ev. Kirchengemeinde Kassel Waldau“

Interkultur

• Stadt Kassel, Kulturamt „ABENTEUER MUSEUM Kultur baut Brücken – Kultur für alle Kinder“ und „Linnen und Seide“

Sport

• Frauentreff Brückenhof e. V. „Sport verbindet – eine Gesundheitsprojekt für ältere Migrantinnen“ • Landessportbund Hessen e. V. „Kassel bewegt Kulturen – Das Miteinander zählt“ • Stadt Kassel, Sportamt in Kooperation mit FSC Dynamo Windrad e.V., SV Türkgücü und der Sportjugend Hessen, Programm Integration durch Sport „Sport und Spaß – so leicht geht das“ Breiten- und Freizeitsport für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

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