Stadt Kassel richtet zwei weitere Unterkünfte für Flüchtlinge ein

18. November 2013. Um die stark steigende Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern unterzubringen, wird die Stadt Kassel in den kommenden Wochen zwei zusätzliche Gemeinschaftsunterkünfte einrichten. Das Gebäude der nicht mehr genutzten Heinrich-Steul-Schule im Stadtteil Forstfeld soll für sechs bis zwölf Monate als Unterkunft für etwa 70 Flüchtlinge genutzt werden. Zusätzlich ist vorgesehen, auf einem städtischen Grundstück in der Bunsenstraße im Stadtteil Nord-Holland eine Gemeinschaftsunterkunft in Modulbauweise zu errichten. Dort sollen bis zu 150 Asylbewerber untergebracht werden.

Seit dem Jahr 2012 steigt die Zahl der Flüchtlinge aus den Krisengebieten Afghanistan, Syrien, Somalia, Iran, Irak und den Westbalkan-Staaten erheblich an. In diesem Jahr nahm die Zahl der Flüchtlinge nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge um 83 Prozent zu. Das Land Hessen hat aktuell mitgeteilt, dass die Zugangszahl allein im Oktober 2013 bundesweit bei 13.956 Personen lag, für Hessen 1017. Anhand der Quote für die Stadt Kassel bedeutet dies ein Zugang von 34 Personen in nur einen Monat.

Das Land Hessen weist die Flüchtlinge den Städten zu, die verpflichtet sind, diese unterzubringen und zu versorgen. Das Land Hessen hat die Zuweisung an die Stadt Kassel von 212 im vergangenen Jahr auf 290 in diesem Jahr erhöht. Bis Ende dieses Jahres sind in Kassel noch bis zu 70 Personen aufzunehmen. Es ist davon auszugehen, dass das Land Hessen die Quote im kommenden Jahr nochmals erhöht und erneut mehr Asylbewerber in Kassel untergebracht werden müssen. „Es ist deshalb dringend erforderlich, weitere Gemeinschaftsunterkünfte einzurichten“, erklärt Stadtkämmerer und Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel. Der Magistrat hat der Einrichtung der Unterkünfte in der Heinrich-Steul-Schule und in der Bunsenstraße am Montag zugestimmt.

Die Heinrich-Steul-Schule – mit Ausnahme der Turnhalle - soll vorübergehend für einige Monate als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Dort kann die erforderliche Infrastruktur recht kurzfristig hergestellt werden. Die notwendigen Renovierungs- und Bauunterhaltungsarbeiten übernimmt – nach einer europaweiten Ausschreibung - die Firma Vinber GmbH als privater Dienstleister im Auftrag der Stadt. Die Heinrich-Steul-Schule wird nicht mehr als Schule genutzt. Die Stadt beabsichtigt, das Gebäude zu verkaufen. Im kommenden Jahr soll dazu ein städtebauliches Konzept für die Liegenschaft entwickelt werden und eine öffentliche Ausschreibung erfolgen. In der Bunsenstraße wird der von der Stadt beauftragte Dienstleister eine Gemeinschaftsunterkunft in Modulbauweise errichten. Dieses soll voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren genutzt werden. Beraten und betreut werden die Flüchtlinge in beiden Einrichtungen vom Caritasverband Nordhessen e.V.

Die Stadt Kassel betreibt derzeit zwei Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber: In der Jägerkaserne (Südstadt), mit einer maximalen Aufnahmekapazität von etwa 145 Personen. Und im Druseltal (Bad Wilhelmshöhe), wo maximal 150 Personen wohnen können. Beide Gemeinschaftsunterkünfte sind nahezu voll belegt. . Darüber hinaus versucht die Stadt Kassel, vor allem für bereits anerkannte Flüchtlinge (Einzelpersonen und Familien) Wohnungen zu vermitteln. Das ist – auch mit Unterstützung der Wohnungsbaugesellschaften in Kassel – jedoch nur im Einzelfall möglich und nicht ausreichend, um die Menschen, die dauerhafte in Deutschland leben dürfen, mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Eigentümer, die den bereits anerkannten Flüchtlingen Wohnungen im Stadtgebiet anbieten wollen, können sich an Mario Neumann unter 0561 / 787 – 5002 wenden. Neben der Miete, die direkt überwiesen werden kann, können auch Kautionen zur Senkung des Vermieterrisikos übernommen werden, sofern die Flüchtlinge noch Leistungen vom Sozialamt der Stadt oder dem Jobcenter Kassel erhalten.

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