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Stadträtin Anne Janz: Frauen in Kassel vor Gewalt schützen und Hilfe anbieten

22. November 2013. „Schutz vor Gewalt und das Angebot von Hilfe für Betroffene bleibt eine wichtige Aufgabe“, erklärt Kassels Gesundheits- und Frauendezernentin Anne Janz anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am kommenden Montag, 25. November. Der Gesundheitsbereich sei oft erste Anlaufstelle für Opfer von Gewalt. Janz: „Ich freue mich über die hohe Kooperationsbereitschaft, die wir dort vorfinden“.

Mehrere Aktivitäten richteten und richten sich darauf, im Gesundheitsbereich das Wissen um Gewaltbetroffenheit und mögliche Ansätze zur Hilfe zu erhöhen. Im November wurden über die Aktion „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“ die Apotheken mit Informationen versorgt und auch um direkte Weitergabe an die Kundinnen und Kunden gebeten.

Nachdem im vergangenen Jahr alle niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte und die gynäkologischen Praxen zum Thema Hilfestellung bei häuslicher Gewalt angeschrieben worden waren, gab es im Sommer diesen Jahres eine von der Ärztegenossenschaft doxs, der Interdisziplinären Gesellschaft für Medizin Kassel e. V. und dem Gesundheitsamt Region Kassel organisierte Fortbildung für diesen Kreis. Dabei wurde berichtet, wie Beratungsstellen, Polizei und Gerichte bei Fällen häuslicher Gewalt agieren und es wurden konkrete Ratschläge gegeben zum Umgang mit Fällen häuslicher Gewalt im ärztlichen Alltag.

Beim Klinikum Kassel wird das Projekt SIGNAL mit hohem Engagement weiter umgesetzt. Bei diesem Projekt wird das medizinische Personal für die Wahrnehmung von Gewaltfolgen sensibilisiert und Sicherheit im Umgang damit hergestellt.

Auf der Grundlage eines Stadtverordnetenbeschlusses, die Einrichtung einer sogenannten anonymen Spurensicherung zu prüfen, und der Aktivitäten des Kasseler Frauenbündnisses in diesem Bereich, rückt die sexualisierte Gewalt, rücken Vergewaltigungen neben der häuslichen Gewalt jetzt zusätzlich in den Fokus. Aufbauend auf der durch die Expertise und das Engagement im Klinikum grundsätzlich gegebenen Möglichkeit, Spuren unabhängig von einer Strafanzeige sichern zu lassen, soll geprüft werden, wie eine bessere Vernetzung mit den Frauenberatungsstellen hergestellt werden kann und wie man ein solches Angebot, wenn die Rahmenbedingungen dafür geklärt sind, auch breiter bekannt machen kann. Dazu wird Dezernentin Janz zu Beginn des nächsten Jahres eine Arbeitsgruppe einberufen, in die auch Polizei und Justiz einbezogen werden sollen. „Opfer von Vergewaltigungen sollen in Kassel bestmögliche Hilfe erhalten“, sagt Kassels Gesundheits- und Frauendezernentin Anne Janz. „Das gilt für die medizinische Versorgung, aber auch für die Möglichkeit, später vor Gericht Recht für sich zu bekommen.“

Hintergrund

Beim Polizeipräsidium Nordhessen wurden im Jahr 2012 insgesamt 1012 Fälle Häuslicher Gewalt bekannt. Davon wurde 139 als gefährliche bzw. schwere Körperverletzung eingestuft und vier als versuchte Tötungen. Es wurden 94 Vergewaltigungen polizeilich bearbeitet, davon zwölf versuchte Taten. In beiden Bereichen liegen die Dunkelziffern wesentlich höher. Nach den Ergebnissen einer bundesweiten repräsentativen Studie von 2004 hat in Deutschland etwa jede zweite bis dritte Frau in ihrem Erwachsenenleben körperliche Übergriffe und zirka jede siebte Frau sexuelle Gewalt durch ihr bekannte oder unbekannte Personen erlitten.

Die Aktion „Rote Karte gegen häusliche Gewalt wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Hessischer Frauenbüros und dem Hessischen Apothekerverband mit Unterstützung des Hessischen Sozialministeriums durchgeführt. Kundinnen und Kunden in den Apotheken erhalten die „Roten Karten“ mit Informationen zum Thema und zusätzlich regionale Kontaktdaten über den Runden Tisch gegen häusliche Gewalt Region Kassel.



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