1000 neue Stauden für den Stadthallengarten

28. November 2013. Der im Stadtteil Vorderer Westen liegende Stadthallengarten ist eine bei Jung und Alt gleichermaßen beliebte, viel frequentierte Parkanlage. Besonders auffallend sind im Frühjahr und Sommer die umfangreichen und reich blühenden Schmuckpflanzungen, die in jedem Jahr immer wieder mit anderen Farbkombinationen überraschen.

Die wenigsten Besucher wissen jedoch, dass es sich bei der Parkanlage auch um ein Gartendenkmal handelt. Initiiert wurde die Herstellung des Stadthallengartens von Sigmund Aschrott, der der Stadt Kassel anlässlich der bevorstehenden 1000-Jahrfeier 1913 und seines 85. Geburtstages das Grundstück zum Bau einer Stadthalle zur Verfügung stellte. Im April 1914 wurde die Stadthalle schließlich eingeweiht, die ersten Grundzüge für die umgebenden Parkanlagen wurden ebenfalls angelegt. Der Stadthallenpark erhielt seine heutige Ausdehnung erst 1929 durch eine Umgestaltung von Landschaftsarchitekt Rudolf Stier. In diesem Zuge wurde das Gelände aufgeschüttet und mit der heute noch vorhandenen Mauer eingefasst. Der Rundweg mit Linden, Pappeln und den Rasenflächen ist ebenfalls noch aus dieser Zeit erhalten.

Weithin unbekannt ist auch die Tatsache, dass der Stadthallengarten die Ausstellungsfläche der „Gartenbauausstellung Kassel 1950“ war. Obwohl die Schau nur drei Wochen geöffnet war, kamen 50.000 Besucher – ein sensationeller Erfolg. Neben Ausstellungspavillons und –zelten waren vor allem die vielen unterschiedlichen Schmuckbeete und üppig blühenden Pflanzungen sehr beliebt. Das bis heute erhaltene Gestaltungskonzept mit Sitzplätzen, Natursteinmauern, schmalen Wegen aus Betonwerksteinplatten, Sandsteinplatten und wassergebundenen Decken und den vielen Blumenbeeten wurde 1951 von Stadtgartendirektor Albrecht von Eichel-Streiber erstellt.

In Anlehnung an diese historische Entwicklung wird der Park nach wie vor vom Umwelt- und Gartenamt regelmäßig mit Blumenzwiebeln, Sommerblumen, Stauden und Rosen bepflanzt und intensiv gepflegt. Die interessante und wechselvolle Geschichte des Stadthallengartens wurde erst kürzlich mit Unterstützung der Kasseler Gartenhistorikerin Frau Brechmacher-Ihnen dokumentiert. Auf dieser Basis sind nun Maßnahmen zur Sanierung und langfristigen Erhaltung der Anlage erarbeitet worden. Ein erster Schritt ist die Überarbeitung der Pflanzungen im nördlichen Teil des Gartens, die in diesen Tagen stattfindet.

Neben gezielten Gehölzschnitt- und -rodungsarbeiten in dem mit der Zeit vergreisten Strauchbestand finden auch neue Pflanzungen mit ausgesuchten Stauden statt. Die Pflanzen bieten durch unterschiedliche Blütenfarben und Blütezeitpunkte sowie durch unterschiedliche Laubtexturen und Wuchshöhen zu einem überwiegenden Teil des Jahres ein abwechslungsreiches Bild. Mit dem Kaukasus-Vergißmeinnicht beginnt der Blütenreigen im April und endet mit der amerikanischen Wildaster und der Fetten Henne im Oktober. Höher wachsenden Solitärstauden wie Edelraute und Eulaliagras setzen gezielt Akzente. Gemäß dem Charakter des denkmalgeschützten Stadthallengartens werden keine neue Züchtungen verwendet, sondern bereits seit langem bekannte, bewährte Stauden, die auch in Anlagen der 50er Jahre bereits verwendet wurden. Insgesamt sind für die Herbstpflanzung 1.000 Stauden vorgesehen, im Frühjahr erfolgt jedoch die Bepflanzung weiterer Beete. Das Ziel, die Pflanzenvielfalt des Stadthallengartens durch die Ergänzung mit dem bislang weniger in Erscheinung getretenen Formen- und Farbenreichtum der Stauden zu ergänzen, wird nach und nach realisiert. Bereits im nächsten Jahr können die ersten Ergebnisse betrachtet werden.

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