Magistrat steht hinter den Plänen für die Tümpelgarten-Schule
Weiss-Thiel: Entscheidung über Fortführung der Förderstufe noch offen
Das geplante Auslaufen der Förderstufe und des Haupt- und Realschulzweigs an der Tümpelgarten-Schule gefährde auch in Zukunft die Vielfalt an wohnortnahen Schulformen und Bildungsgängen in Hanau nicht. Sinkende Schülerzahlen vor allem im Hauptschulbereich erforderten diesen Schritt. Mit diesen Aussagen machte der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung deutlich, dass er den Weg von Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel mit geht, der in der Stadtverordnetenversammlung am 9. Dezember seine Leitlinien zur Entwicklung der weiterführenden Schulen für 2014 bis 2018 einbringen wird.
Die Leitlinien, die Weiss-Thiel in den kommenden Monaten in den politischen Gremien, in der Schule, im Ortsbeirat und in der Öffentlichkeit diskutieren will, bevor sie voraussichtlich im März 2014 durch die Stadtverordnetenversammlung politisch entschieden werden, stützt der Dezernent auf eine umfängliche die Datenanalyse. Die mit dem Staatlichen Schulamt abgestimmten Zahlen seien identisch mit der offiziellen Statistik des Hessischen Kultusministeriums und basierten auf den Datenlieferungen der Schulen.
Ausgehend von den Zahlen im Schuljahr 2004/2005 verzeichneten die Haupt- und Realschulzweige der Tümpelgarten-Schule, des Schulzentrums Hessen-Homburg, der Eppstein-Schule und der Otto-Hahn-Schule bezogen auf das laufende Schuljahr einen Rückgang von mehr als 25 Prozent. Die Anzahl der Klasse sei deutlich zurückgegangen, die Klassenstärke in Hauptschulen liege derzeit bei weniger als 17 Kindern. Die vom Kulturministerium festlegte Obergrenze von 25 sei bei weitem erreicht. „Diese Überhänge können wir uns nicht leisten“, so Weiss-Thiel. „Die freien Kapazitäten müssen auf drei statt vier Haupt- und Realschulen verteilt werden.“ Selbst beim Wegfall der Tümpelgarten-Schule könne eine Klassenstärke von etwa 20 Schülerinnen und Schülern sichergestellt werden – Voraussetzung sei eine ausreichende Lehrerversorgung, für die die Stadt als Schulträgerin nicht zuständig sei, so der Bildungsdezernent. Die Auswirkungen durch wieder leicht steigende Geburten und den Zuzug von Neubürgern würden von Seite der GEW „deutlich überschätzt“, was er in den anstehenden Gremien klar darstellen werde.
Ob die Förderstufe an der Tümpelgarten-Schule fortgeführt oder an eine andere Haupt- und Realschule angebunden wird ist für den Weiss-Thiel noch nicht endgültig entschieden. Die Signale aus dem pädagogischen Bereich seien sehr unterschiedlich. „Es wäre wünschenswert, wenn in den nächsten Wochen machbare und zukunftsträchtige Perspektiven erarbeitet werden könnten.“ Die Diskussion sei eröffnet. Über seine Pläne habe er mit der Schulleitung und dem Vorsitzenden des Schulelternbeirats bereits am 6. November gesprochen. Die Leiter der weiterführenden Schulen und den Stadtelternbeirat habe er in einer Versammlung am 12. November informiert, die Schulkommission am 19. November und die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz am 20. November.
An allen Hanauer Haupt- und Realschulen werde eine sehr gute Arbeit im Interesse der Schülerinnen und Schüler geleistet, denen er große Wertschätzung entgegenbringe, betont Axel Weiss-Thiel. Dass sich die die Tümpelgarten-Schule in sechs Jahren von ihrem Hauptschul- und Realschulzweig verabschieden müsse und zusammen mit einem Kita-Neubau für sieben Millionen Euro in ein Bildungszentrum für Kinder von Null bis Zehn umgewandelt werden soll, sei schmerzvoll, dessen sei er sich bewusst. Doch zum einen sprächen hohe Sanierungskosten von 14 Millionen Euro gegen den Erhalt und zum zweiten die Nähe zum Schulzentrum Hessen-Homburg von gerade einmal 200 Metern. Der ursprüngliche Plan, die Tümpelgarten-Schule in eine integrierte Gesamtschule umzuwandeln, sei vor der Finanz- und Schuldenkrise verfolgt worden. „Doch unter dem Schutzschirm müssen wir unsere Investitionen in die Schulen dem Bedarf anpassen und der hat sich definitiv verändert.“
Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488
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