Ganztagsschulen brauchen mehr Geld vom Land
Weiss-Thiel fordert von Schwarz-Grün verlässlichen Rahmen
Ein Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr könnten Kommunen nur stemmen, wenn die künftige schwarz-grüne Landesregierung verlässliche und vor allem auskömmliche finanzielle Rahmenbedingungen schaffe, meint Hanaus Schuldezernent Axel Weiss-Thiel zum „Pakt für den Nachmittag“, den zu schnüren die Koalition angekündigt hatte. „Der Koalitionsvertrag weckt Erwartungen bei den Eltern von Grundschülern, die leicht zu Mehraufwendungen für eine Kommune wie Hanau in mehrfacher Millionenhöhe pro Jahr führen können.“
Grundsätzlich entspreche das Ziel eines verlässlichen Ganztagsangebots an Grundschulen auch den Vorstellungen der Stadt Hanau und entspreche den Wünschen vieler Eltern, konstatiert Weiss-Thiel. Derzeit würden in der Brüder-Grimm-Stadt für rund ein Drittel der rund 3400 Hanauer Grundschulkinder Hortplätze angeboten. Für ein weiteres Sechstel gebe es Betreuungsplätze an Grundschulen, meist aber nur bis zum frühen Nachmittag und nicht an fünf Tagen in der Woche und nicht in den Ferien. „Die Nachfrage nach Hortplätzen und Ganztagsschulen wird in Zukunft schneller wachsen als der Bedarf an U3-Plätzen“, schließt der Stadtrat aus den steigenden Zahlen. „In immer mehr Familien müssen beide Elternteile arbeiten, um ihre Lebensgrundlage zu sichern.“
Dass sich die neue Koalition die Schaffung guter Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Ziel gesetzt habe sei gut und richtig. Die Erfüllung werde aber laut Koalitionsvertrag Anderen überlassen, die vorher nicht gefragt worden seien, wie diese Aufgabe gemeistert werden soll. Ganztagsangeboten seien vor allem dort besonders sinnvoll, wo Sozialstrukturen eine Förderung der Kinder erschwerten. Deren Eltern seien aber meist nicht in der Lage, hohe Betreuungsgebühren zu zahlen, weiß der Sozialdezernent. Ein flächendeckendes gutes Angebot zu Schulkinderbetreuung, das auch den Bedürfnissen der Eltern entspreche, erfordere erhebliche Investitionen in Grundschulen und in die Betriebskosten, beispielsweise für Betreuungskräfte. „Die Eltern erwarten nicht nur die Beaufsichtigung ihrer Kinder“, so Weiss-Thiel, „sondern auch ein qualitativ gutes Bildungs- und Betreuungsangebot. Dafür braucht es entsprechende Gruppengrößen, Ausstattungen und vor allem qualifiziertes Personal.“ Es könne nicht sein, dass nur reiche Kommunen derartige Bedingungen für ihre Kinder schaffen könnten.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488
|